Berufsfeld „Geschichtswissenschaft“

Für viele Studierende der Geschichtswissenschaft ist das Traumziel, den Beruf der Historikerin und des Historikers an einer wissenschaftlichen Institution ausüben zu können. Der Weg dahin ist oft weit, beschwerlich und prekär, der Erfolg oft zufallsabhängig und kaum planbar. Die Promotion - als erster Schritt - kann sich jedoch auf die Berufsperspektiven in anderen Berufsfeldern positiv auswirken, bzw. ist oft auch in anderen Feldern eine wichtige Zugangsvoraussetzung.

Einen Bericht zur Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Geschichtswissenschaft hat der Historikerverband 2012 erstellen lassen.

Der wissenschaftliche Werdegang ist durch befristete Arbeitsverträge gekennzeichnet, die nach dem Wissenschaftszeitvertragsgesetz gestaltet sind. Dieses sieht vor, dass sich die Qualifizierungsphase bis zur Professur nicht länger als zwölf Jahre (sechs jahre bis zur Promotion, weitere sechs Jahre bis zur Habilitation) erstrecken und danach eine befristete Beschäftigung an einer Hochschule nicht mehr möglich sein soll. Das handwerklich umstrittene Gesetz definiert nicht, welche Tätigkeiten (z.B. auch Stellen in der akademischen Selbstverwaltung, als Hilfskräfte nach dem Bachelorabschluß etc.) auf die Qualifizierungszeit angerechnet werden müssen, wird von den Hochschulen aber häufig rigide ausgelegt. Wer eine akademische Karriere anstrebt, ist gut beraten, sich mit der Arbeitsvertragsproblematik frühzeitig zu befassen.

Welche Rolle ein bestimmter Habitus für den wissenschaftlichen Werdegang spielen kann, hat Sandra Beaufaÿs auch für Historiker/innen untersucht: Beaufaÿs, Sandra: Wie werden Wissenschaftler gemacht? Beobachtungen zur wechselseitigen Konstitution von Geschlecht und Wissenschaft, Bielefeld 2003.
Welche Rolle die soziale Herkunft auf dem Weg zur Professur spielen kann, hat Christina Möller untersucht. Siehe auch ihren Artikel in Soziale Welt.
Interessant ist auch ein Einblick in das Selbstverständnis von Hochschullehrern:
Krämer, Hildegard/Kunze, Axel/Kuypers, Harald: Beruf: Hochschullehrer. Ansprüche, Erfahrungen, Perspektiven, Paderborn 2013.

Wichtige Informationen rund die Promotion bieten:
Berning, Ewald/Falk, Susanne: Promovieren an den Universitäten in Bayern. Praxis - Modelle – Perspektiven, München 2006.
Enders, Jürgen/Bornmann, Lutz: Karriere mit Doktortitel? Ausbildung, Berufsverlauf und Berufserfolg von Promovierten, Frankfurt a.M./New York 2001.
Günauer, Franziska/Krüger, Anne/Moes, Johannes/Steidten, Torsten (Hg.): GEW-Handbuch. Promovieren mit Perspektive. Ein Ratgeber von und für DoktorandInnen (GEW-Materialien aus Hochschule und Forschung, 119), 2. Aufl., Bielefeld 2012.
Hauss, Kalle/Kaulisch, Marc: Auswahlverfahren an Graduiertenschulen. Eine explorative Studie, in: Wergen, Jutta/Metz-Göckel, Siegrid: Perspektiven der Promotionsförderung und -forschung, Münster 2013.
Hornbostel, Stefan u.a. (Hg.): Der Doktortitel zwischen Status und Qualifikation, iFQ Working Paper No 12, Berlin 2012.

Weiterführende Links

Informationssystem Promotionsnoten http://www.forschungsinfo.de/promotionsnoten/

Informationen zu gemeinsamen Fördervoraussetzungen und grundsätzlicher Ausrichtung aller Förderungswerke http://www.stipendiumplus.de/

Informationen zu Graduiertenkollegs und DFG-Förderungen
http://www.dfg.de/foerderung/programme/exzellenzinitiative/index.html
http://www.dfg.de/foerderung/wissenschaftliche_karriere/index.jsp Juni 2013
http://www.dfg.de/foerderung/programme/exzellenzinitiative/exzellenzcluster/gefoerderte_projekte/index.html

Stellen und Stipendienausschreibungen

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/chancen
http://www.academics.de/
http://www.academics.de/wissenschaft/promovieren

Einen Überblick über private Stiftungen finden Sie unter
http://www.stiftungen.org.

Tipps zu Steuervergünstigungen für Werbungs- oder Ausbildungskosten
http://www.steuernsparen.de/tipps-zur-steuererklaerung/private-ausgaben/337-studienkosten