Berufsfeld „Museum“

Im Berufsfeld Museum tritt der Historiker in Konkurrenz mit den Absolventen der Kunstgeschichte, Ethnologie, Archäologie, aber auch Naturwissenschaftlern und Pädagogen, je nach Ausrichtung des Museums. Hier verbindet sich wissenschaftliches Arbeiten mit dem praktischen Umgang mit Exponaten und dem persönlichen Kontakt zum Museumspublikum. Neben den klassischen Aufgaben der Pflege und Erschließung der Sammlung, sind Veröffentlichungen zu Spezialgebieten gefragt. Eine zunehmend wichtige Rolle nehmen Präsentation und Vermittlung der Exponate ein, insbesondere da die Finanzierung der Museen in Zukunft von ihrer Akzeptanz in breiten Bevölkerungsschichten abhängt. Entscheidend wird immer mehr der Besucherschlüssel. So gehört auch didaktische und unterhaltsame Aufbereitung der Ausstellung, durch Führungen und Vorführungen zu den Aufgaben. In den letzten Jahren hat sich das Berufsbild des Museumspädagogen konkretisiert, der dafür Sorge tragen soll, daß die Exponate Besuchertypen unterschiedlichsten Alters und sozialer Herkunft leicht zugänglich werden. Der hohe Stellenwert der Museen im öffentlichen Leben in Deutschland (ca. 100 Mio. Besucher in ca. 5200 Instituten) zeigt jedoch auch gegenläufige Tendenzen. Während sich kunst- und kulturgeschichtliche Museen steigender Beliebtheit erfreuen, stagniert die Kulturförderung und die finanzielle Lage der kommunalen und staatlichen Museen. Aus diesem Grund gehört neben wachsenden administrativen Aufgaben auch die erfolgreiche Vermarktung zu den Aufgaben der Mitarbeiter, wie gezieltes Marketing, eine gekonnte Öffentlichkeitsarbeit und der Umgang mit potentiellen Sponsoren. Die angespannte Lage stellt interessierte Berufseinsteiger vor schwierige Bedingungen. Die Anzahl der Festeinstellungen ist per se rückläufig und Berufserfahrung gehört fast immer zu den Einstellungsvoraussetzungen. Gleichzeitig schrauben sich in Deutschland die Qualifikationsanforderungen hoch, der Doktortitel wird vielfach gefordert, häufig bereits für das Volontariat. Auch hier sind feste Stellen rar, viele Hochschulabsolventen beginnen mit projektgebundenen Werkverträgen, einer bereits völlig etablierten Vertragsvariante. Sie übernehmen Aufgaben, die früher von Festangestellten erledigt wurden, erstellen Ausstellungskonzepte, schreiben Texte für Ausstellungskataloge, werten Archivalien aus, konzipieren museumspädagogische Programme, übernehmen Führungen oder zeichnen für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Nicht zuletzt wird aber auch diese Beschäftigungsform von ehrenamtlichen Mitarbeitern oder längerfristig angelegten Praktika weiter unterlaufen. Die Arbeitsmarktprognosen in Deutschland gehen tendenziell abwärts.

Auf den Seiten des Deutschen Museumsbundes finden Sie Informationen zur Aus- und Weiterbildung im Museumswesen sowie bundesweite und internationale Museumsverzeichnisse. Der Museumsbund hat auch einen Leitfaden für das wissenschaftliche Volontariat an Museen herausgegeben.

Literatur
Behrens-Cobet, Heidi (Hg.): Bilden und Gedenken. Erwachsenenbildung in Gedenkstätten und Gedächtnisorten, Essen 1998.
Commandeur, Beatrix [Hg.]: Event zieht - Inhalt bindet. Besucherorientierung auf neuen Wegen, Bielefeld 2004.
Deutscher Museumsbund e.V./ICOM Deutschland/ICTOP/Angelika Ruge (Hg.): Museumsberufe – eine europäische Empfehlung, Berlin 2008.
Heesen, Anke te: Theorien des Museums zur Einführung, Hamburg 2010.