Time to leave: Infobörse „Auslandsstudium weltweit“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Für ein Semester oder Jahr im Ausland studieren, z.B. in Frankreich, Spanien, den USA oder Südafrika? Menschen aus der ganzen Welt treffen, Sprachkenntnisse verbessern? Die ausländischen Kurse auf das Studium zu Hause anrechnen lassen? Neben dem deutschen Bachelor oder Master gleichzeitig noch einen ausländischen Hochschulabschluss erwerben?

Kein Problem für Studierende der JGU Mainz: An ca. 350 europäischen ERASMUS-Partnerhochschulen und an insgesamt 500 Partnerhochschulen weltweit können sie studieren, forschen, Sprachen lernen und in andere Kulturen eintauchen.

Mit diesem vielfältigen Angebot haben die Studierenden bei ihrer Entscheidung für ein Auslandssemester oder -jahr die Qual der Wahl. Die Infobörse „Auslandsstudium weltweit“, die am Dienstag, 25. Juni von 10-16 Uhr in der Alten Mensa nun schon zum vierten Mal auf dem Universitätscampus stattfindet, gibt einen ersten Überblick über Austauschprogramme, Partnerhochschulen und Stipendienmöglichkeiten.

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So much to do, so little time!

Mein Gott, ich habe schon lange nichts mehr von mir hören lassen! Es war einfach super viel los in letzter Zeit, I've been quite the busy bee! Daher hier eine kurzer Zusammenfassung was hier in den letzten Monaten so vor sich ging. Von Mitte Januar bis Mitte April haben wir mit der Geschichtsfachschaft hier in Galway zum Beispiel einen History Month veranstaltet.
Das war, wie der Name schon sagt, ein ganzer Monat voll mit Events rund um das Thema Geschichte. Eröffnet wurde das ganze Spektakel mit einer Wine Launch inklusiver feierlichen Reden von unserem Vorsitzendem, einem Dozenten aus dem Historischen Seminar und dem Societies Officer. An dem Abend gab es auch eine Ausstellung historischer Waffen & Schwertkampfunterricht
Das History Committee während der feierlichen Eröffnung
Wir selbst hatten für die folgenden Wochen diverse Vorlesungen und Gastvorträge organisiert, sowie wie ein Reenactment einer historischen Debatte, gefolgt von einer 50er Jahre Party, einer historische Stadtführung. Viele der Events haben wir auch in Zusammenarbeit mit anderen Societies, z.B. der Rock Soc und der Astro Soc durchgeführt, um nur einige zu nennen. Beendet hat das ganze dann mit dem berühmt berüchtigten Arts Ball. Dieser wird seit den 50er Jahren von der Geschichtsfachschaft veranstaltet und ist der größte College Ball in ganz Irland. Gott sei Dank hatte ich mit seiner Organisation nur am Rande zu tun (z.b. Werbung und Ticketverkäufe).

Offizielles Fachschaftsfoto vom Arts Ball        Arts Ball

Anfang März fuhr ich mit ein paar anderen Geschichtsstudenten zur IHSA Conference nach Belfast. Dort habe ich einen Auszug aus meiner 'dissertation' (Irische Equivalent zur Bachelorarbeit) über Aberglaube und Magie in der frühen Neuzeit vorgetragen. Genau ein Jahr zuvor fand diese Konferenz in Galway statt, dort habe ich viele meiner jetztigen guten Freunde kennengelernt!

Ende März wurden dann die NUI, Galway Societies Awards abgehalten. Dort gewannen wir mit dem History Month den Preis für das beste Event der Universität. juhu!
Hier unser Siegerfoto:
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Unser Sieg hatte zur Folge dass wir NUI, Galway auf nationaler Ebene bei den BICS Awards zu vertreten hatten. BICS steht für 'Board of Irish College Societies' und sie setzten sich dafür ein, die außerlernplanmäßigen und sozialen Aktivitäten der Studenten zu fördern. Da ich eine der Hauptorganisatorinnen des History Months war, fuhr ich mit 4 andere Fachschaftsräten Mitte März nach Athlone in der Mitte des Landes, wo die Award stattfanden (in einem 4 Sterne Hotel mit Spabereich!) Dementprechend hatten wir knapp 2 Wochen Zeit, um eine äußerst umfangreiche Bewerbung zusammenzustellen (alleine das Portfolio hatte ca. 120 Seiten) und uns auf das halbstündige Interview vorzubereiten.Wir gestalteten unsere Bewerbung im Stil eines alten Manuskriptes und fertigten alles in Handarbeit an. Dies waren um ehrlich zu sein die 2 stressigsten Wochen in meinem bisherigen Leben, aber das Ergebnis konnte sich meiner Meinung nach sehen lassen:
Unsere BICS Bewerbung Die NUI, Galway Delegation bei den BICS Awards

Leider haben wir trotz all der harten Arbeit und der tatkräftigen Unterstützung aller Beteiligten nicht gewonnen, aber NUIG erhielt davon abegesehen 3 Awards (von 7) und war damit die erfolgreichste Uni Irlands! Zwischen Februar und April bekam ich auch noch Besuch von 4 Freunden und meiner gesamten Familie. Das Foto zeigt mich und meine gute Freundin Julia (die ich übrigens im ersten Semester während der Stadtrallye der Geschichtsfachschaft kennenlernte) vor den atemberaubenden Cliffs of Moher, eine der Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung Galways, die man aus Filmen wir 'Harry Potter & der Halbblutprinz' kennt.
Cliffs of Moher

Und nebenbei musste ich ja auch noch ein bisschen studieren.
Die Vorlesungszeit war zu diesem Zeitpunkt Gott sei Dank schon vorbei, meine Irischprüfungen (mündlich & schriftlich) sowie 3 Hausarbeiten konnte ich glücklicherweise auch schon im Vorfeld ablegen bzw. abgeben.
Also blieben bis Ende April nur noch 2 Hausarbeiten übrig. Seit dem 1. Mai bin ich also quasi frei & damit ist mein Studium in Galway auch schon beendet. Nächste Woche kommt noch eine Freundin zu Besuch, so dass ich ein letztes Mal Reiseführerin in und um Galway spielen darf.
Damit mir nicht langweilig wird, habe ich mir davon abgesehen noch etwas Beschäftigung gesucht. Ich mache ein fünfwöchiges (bezahltes!) Forschungspraktikum im Historischen Seminar hier in Galway zum Thema Irische Jugendkultur der 60er & 70er Jahre. Dafür werde ich viel Zeit in den Archiven verbringen, da ich u.a. die studentischen Zeitschriften katalogisiere und digitalisiere. Für ein paar Tage werde ich auch mit meiner Betreuerin nach Dublin fahren um mir die Bestände im National Archive und der National Library näher anzusehen. Und dann gilt es noch bei der Organisation eines im Juli stattfindenden, eintägigen Symposiums zum gleichen Thema zu helfen. Bevor es wieder nach Deutschland zurückgeht werde ich den Einladungen diverser Freunde nach Connemara (zum Torfstechen), Cork, und Belfast folgen, um noch ein bisschen was vom Land zu sehen.
Und natürlich auch um noch einmal auszuspannen, bevor das Semester in Mainz wieder losgeht.
Auch wenn ich hier eine unglaublich tolle, unvergessliche Zeit hatte, in der ich Freunde fürs Leben gefunden habe (die ich noch oft besuchen werde) freue ich mich aber auch darauf, wieder nach Hause nach Mainz zu kommen!

Bis dann,
Annika Stendebach

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Wie aus Winston Vinstons wurde – Im Land der falschen Namen

„Why did you choose Latvia?“ Diese Frage musste ich zu Beginn meines Auslandssemesters in Liepaja öfter beantworten als die nach meinem Vornamen. In der Tat können viele Letten scheinbar nicht begreifen, wieso sich Menschen aus anderen Ländern freiwillig der Kälte des winterlichen Baltikums aussetzen. Dabei sind sie doch sonst ein so stolzes Volk, die Letten. An gefühlten hundert Feiertagen im Jahr hat jedes Haus per Gesetz Flagge zu zeigen, während dies für Schulen, Museen und andere staatliche Einrichtungen sowieso das ganze Jahr über obligatorisch ist. Volkstanz ist in Lettland quasi Nationalsport und im Chor Volkslieder zu singen ein weitverbreitetes Hobby. Auch ihre Sprache ist den Letten sehr wichtig: Erst im letzten Jahr hat sich die große Mehrheit der Bevölkerung in einem Referendum gegen die Einführung des Russischen als zweite Amtssprache ausgesprochen (die russische Minderheit stellt ca. 29% der Gesamtbevölkerung dar). Somit ist und bleibt Lettisch einzige offizielle Sprache und auch als Austauschstudierender merkt man schnell, dass es sich lohnt, Vokabeln zu lernen, denn des Englischen sind außerhalb Rigas eher wenige mächtig.

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Angesichts der dramatischen Geschichte Lettlands scheint ein solcher Patriotismus kaum verwunderlich, war das Land doch jahrhundertelang Spielball verschiedener Okkupationsmächte und kämpfte lange um seine nationale Unabhängigkeit. Eine Sache werde ich den Letten, nationales Bewusstsein hin oder her, jedoch wohl nie verzeihen: Die Latvinisierung von Personenname. So heißt Winston Churchill hier offiziell Vinstons Čērčils und Gerhard Schröder wird tatsächlich als Gerhards Šrēders tituliert. Auch auf all meinen offiziellen Dokumenten der lettischen Universität steht mein Name in lettischer Form und niemand nennt mich hier bei meinem deutschen Namen. Doch andere Länder, andere Sitten und so bleibt wohl nur der Weg der namentlichen Anpassung.

Dies ist jedoch nicht der einzige Punkt, indem sich die Letten sehr von anderen Nationen unterscheiden. Auch Studieren ist hier anders, sind doch die Kurse meist kleiner als in Deutschland und das Verhältnis zwischen Dozierenden und Studierenden dadurch oftmals familiär geprägt. Allgemein werden hier eher praxisbezogene Inhalte vermittelt und nach dem Absolvieren eines vierjährigen professionellen Bachelorstudiengangs besitzt der Studierende nicht nur einen akademischen Grad, sondern auch eine berufliche Qualifikation, die in Deutschland etwa mit einer abgeschlossenen Ausbildung gleichzusetzen wäre.

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Insgesamt ist Lettland nicht nur ein sehr stolzes, sondern auch ein sehr leeres Land: nur etwas mehr als zwei Millonen Menschen leben hier, das sind weniger als in der deutschen Hauptstadt. Vor allem im Winter können die weiten Felder und Wälder den Eindruck vermitteln, hier existiere weit und breit kein Leben. Erst wenn im März oder April der letze Schnee gefallen ist und die Temperatur langsam über den Nullpunkt steigt, lassen sich wieder Menschen blicken, die sich in Mehrzweckhallen und Schulen zusammenfinden, um gemeinsam Volkslieder zu singen.

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Tatsächlich stellt das rückläufige Bevölkerungswachstum, stark bedingt durch die Abwanderung vieler junger Letten ins Ausland, das Land vor eine große Herausforderung. Dabei bemüht sich Lettland sehr, seinen Teil zur europäischen Identität beizutragen. Die Einführung des Euro 2014 birgt für viele die Hoffnung, dass sich die wirtschaftliche Attraktivität des Landes steigern möge, und auch Rigas Auszeichnung als Kulturhauptstadt im selben Jahr soll helfen, Lettland stärker in den Fokus der Weltöffentlichkeit zu rücken. Dabei ist wichtig zu anzumerken, dass es hierbei nicht um das Baltikum im Ganzen geht, sondern um Lettland an sich, welches jedoch von vielen nur im Kontext des Ersteren wahrgenommen wird. Wie oft wurde ich im Vorfeld meines Auslandsaufenthaltes gefragt, wann es denn endlich los nach Litauen ginge und ob Vilnius oder Tallinn lettische Hauptstadt sei.

Doch angesichts seiner Widerstandsfähigkeit und Stärke, die Lettland in der Vergangenheit wiederholt unter Beweis stellen musste, bleibt wohl zu erwarten, dass das Land auch kommende Hürden erfolgreich nehmen wird. Irgendwann werden die Menschen wissen, wo Lettland liegt und welche Sprache dort gesprochen wird. Wenn mich heute jemand fragen würde, wieso ich mich für Lettland entschieden habe, würde ich sagen: ”For Latvia’s sake. That’s why.”

Ruth Karner

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Model European Union Mainz

Bereits zum vierten Mal findet in diesem jahr in Mainz die “Model European Union Mainz” statt, eine EU-Simulation für Studierende mit 80 bis 90 Teilnehmern aus ganz Europa. Thematisch werden kontroverse Gesetzesinitiativen der Kommission behandelt. Die Teilnehmer werden die Rolle von Rats- und Kommissionsmitgliedern, Journalisten und Parlamentariern einnehmen und eines der 27 Mitgliedsstaaten repräsentieren oder unterschiedlichen Fraktionen angehören. In Fraktionssitzungen, informellen Treffen, Pressekonferenzen oder auch im Plenum soll debattiert, diskutiert und verhandelt werden. Dadurch sollen die Strukturen europäischer Entscheidungsfindung kennen gelernt werden. Die Simulation wird über drei Tage gehen und komplett in englischer Sprache stattfinden. Termin ist der 3.-6.7. Derzeit läuft die Anmeldung. Aktuelle Infos dazu und zum Bewerbungsverfahren auf der MEUM-Homepage http://meumainz.cwsurf.de/. Es wird ein Teilnahmebeitrag für Unterkunft und Verpflegung erhoben, aber für Mainzer Teilnehmer gibt es einen Rabatt, da diese ja keine Unterkunft brauchen.

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ERASMUS-Stipendien 2013/14

…. the early bird gets the worm…..

Es gibt noch einige Restplätze für einen ERASMUS-Aufenthalt im Studienjahr 2013/14  (Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Österreich, Polen, Rumänien, Ungarn, Zypern). Studienbeginn: zumeist Wintersemester 2013. Studiendauer: ein oder zwei Semester. Eine Nominierung für Bulgarien, Griechenland, Rumänien und Ungarn ist auch dann möglich, wenn Sie noch kein studientauglichen Kenntnisse der Landessprache zum Zeitpunkt der Bewerbung nachweisen können. Die Plätze in Irland und Großbritannien sind belegt.

Falls Sie Interesse haben, wenden Sie sich bitte an Dr. Pia Nordblom: nordblom@uni-mainz.de.

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Prüfungen in Glasgow

Erstmal vorweg: Die Prüfungsphase läuft in Glasgow komplett anders ab als in Mainz.

Die Prüfungstermine für das erste Semesters standen erst Mitte November und damit erst circa 4 Wochen vor der Prüfungen fest was daran liegt, dass die Prüfungstermine zentral geregelt werden.

Nach dem Ende der teaching period in der letzen Novemberwoche hatten wir inklusive dem Wochenende 4 Tage Zeit um für die Prüfungen zu lernen. Am Ende des zweiten Semesters ist diese sogenannte ‚Revision Period‘ um einiges länger, da die teaching period Ende März endet und die Prüfungen erst Ende April losgehen.

Am Tag der Prüfung sollten wir im Idealfall 30 Minuten vorher am Prüfungsort eintreffen. Circa 10 Minuten vor den Prüfungen wurden wir in den Prüfungsraum gelassen. In diesem standen ausschließlich Einzeltische auf denen Tischnummern vermerkt waren. Vor dem Beginn der Prüfung mussten wir dann jeweils einen Zettel mit dem Namen, Matrikelnummer, Tischnummer und Prüfungsname ausfüllen. Das Papier für die Klausur wurde uns von der Uni gestellt.

Die Klausuren werden hie rin Glasgow völlig anonymisiert geschrieben: Es wird zwar der Name auf den Prüfungszettel geschrieben jedoch wird dieser Teil dann abgeklebt, damit der Korrekteur die Klausur völlig objektiv bewerten kann.

Die Klausuren dauern, je nach Level des Kurses, zwischen einer und vier Stunden und (zumindest meine geisteswissenschaftlichen Klausuren) bestanden ausschließlich aus Essayfragen: Wir mussten Textpassagen oder Bilder kommentieren oder zum Beispiel ein Essay zum Verlauf des Civil War schreiben.

Die Klausuren zählen allerdings nicht so wie in Mainz zu 100% sondern es gehen noch andere Leistungen in die letzendliche Note ein: in meinem einen Seminar zählt die Klausur 30%, während die zwei Essays insgesamt 70% zählen. In einem anderen Kurs zählt die Klausur 60% und die restlichen 40% setzen sich aus der Essaynote, der Seminar Paper Note und der mündlichen Mitarbeit im Kurs zusammen.

Persönlich habe ich dies als sehr angenehm empfunden, da man so auch wenn man mal einen schlechten Tag hat gute Chancen hat den Kurs trotzdem zu bestehen. Durch die mündlichen Noten ist außerdem natürlich eine rege Teilnahme im Seminar gewährleistet.

Die Prüfungsergebnisse haben wir dann wenige Tage nach dem Start des neuen Semesters am 7. Januar erhalten. Leider haben wir hierbei lediglich die Gesamtnote erfahren, sodass man in einigen Kursen nicht nachvollziehen konnte welche Noten man in den jeweiligen Teilabschnitten erreicht hat.

Wie auch bei den Kursen gibt es in diesem System der Prüfungen Vor- und Nachteile. Für uns internationalen Studenten war es natürlich nicht so schön, die Prüfungstermine zwecks Flugbuchung erst so kurzfristig zu erhalten; auf der anderen Seite war es sehr angenehm einige Tage zur Prüfungsvorbereitung  zu haben.

Cheers aus Glasgow!

Lea Röhr

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Kurse in Glasgow

Kurz nachdem ich die Zusage für die University of Glasgow bekommen habe, war ich auch schon kräftig damit beschäftigt das Learning Agreement mit Leben zu füllen. Da ich das Learning Agreement auf der Basis des Course Catalogue des Vorjahres ausgefüllt habe, musste ich als ich schließlich in Glasgow angekommen bin einige Veränderungen vornehmen.

Vor Ort haben wir dann auch erfahren, dass wir lediglich drei Kurse á 20 ECTS Punkten belegen dürfen. Nur drei Kurse zu belegen erschien uns allen am Anfang wie ein leichtes Unterfangen aber schon nach wenigen Wochen waren wir alle froh, dass wir nur diese drei Kurse hatten: Obwohl man grundsätzlich nicht besonders viele Semesterstunden hat (in beiden Semestern hatte ich 10-12 Semesterwochenstunden) verbringt man trotzdem sehr viel Zeit mit der Vor- und Nachbereitung der Kurse. In der Regel findet von einem Kurs dreimal die Woche zur selben Uhrzeit eine einstündige Vorlesung statt. Zusätzlich gibt es noch alle 1-2 Wochen ein einstündiges Seminar. In dem Seminar sind immer ca. 8-12 Studenten anwesend und dadurch das in manchen Seminaren die mündliche Mitarbet bewertet wird und auch zur Endnote beiträgt entsteht meistens ein sehr interessantes und reges Unterrichtsgespräch. Die Vorbereitung der Seminare kann  (natürlich je nach Intensivität) auch mal einen ganzen Tag in Anspruch nehmen, was zwar sehr anstrengend ist aber wodurch man natürlich selber auch sehr viel mehr mitnimmt. Ungefähr bis zur Mitte des Semesters musste ich bisher in jedem Kurs ein Essay abgeben. Dieses darf höchsten 1500 Wörter haben. Am Anfang dachte ich ehrlich gesagt nicht, dass diese Essays eine große Herausforderung darstellen werden aber mittlerweile habe ich erkannt, dass es um einiges schwerer ist alle seine Gedanken in 1500 Wörtern zusammenzufassen als auf 8 Seiten wie wir es ja in Mainz oft machen müssen. Ziemlich schnell (meist nach 1-3 Wochen) findet dann eine Tutorstunde statt, in der man persönlich mit dem Seminarleiter über das Essay redet und dieses zurückbekommt.

Neben den Essays und der mündlichen Mitarbeit geht außerdem die Klausur am Ende des Semesters in die Note mit ein. Darin sehe ich im Großen und Ganzen eigentlich nur Vorteile, da man eine schlechtere Klausurennote mit einem sehr guten Essay einigermaßen ausgleichen kann.

Generell haben mir die Kurse in Glasgow sehr viel Spaß gemacht und mir ist es auch persönlich viel leichter gefallen einer einstündigen Vorlesung zu lauschen als wie in Mainz einer 90minütigen. Dadurch das so wenige Studenten in den Seminaren sind, entsteht eine gute Lernatmosphäre, die zum Austausch von Gedanken und Sichtweisen animiert.

Was ich außerdem positiv anmerken muss, ist das in jedem Kurs ein 'Example Essay' hochgeladen wird wo nochmal genau erklärt wird was in den einzelnen Fragen drankommen kann. Dadurch hat man eine sehr genaue Vorstellung davon was man in der Klausur beherrschen muss und was eher nicht so wichtig ist.

Es ist also deutlich das die Kurse in Mainz und Glasgow sich grundlegend unterscheiden. Ich bin der Meinung, dass beide 'Systeme' ihre Vor-und Nachteile haben aber das manche Dinge nicht einfach so an der jeweils anderen Uni umsetzbar sind.

Cheers aus Glasgow !

Lea Röhr

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Eine Deutsche in Valencia – oder ist denn schon Weihnachten?

Bei warmen 22 Grad mitten im Dezember fällt es einem doch nicht ganz so leicht, weihnachtliche Gefühle und Gedanken aufkommen zu lassen.

Natürlich wird auch in Spanien nicht an der kitschigen Weihnachtsdekoration gespart. Aber man muss sich erst an das Bild gewöhnen, dass diese bei 20 Grad in der Sonne an den Stadtpalmen hängt und man sich nebenan im Café einen Eisbecher bestellt. Angesichts des Kälteeinbruchs in Deutschland, mag man sich aber nicht beschweren, allein aus Solidarität zu Freunden und Familie. 🙂

Nicht nur das Jahr, sondern auch das Semester neigt sich nun dem Ende entgegen und die Klausuren stehen vor der Tür. Demnach sind auch alle Erasmusstudenten mehr oder weniger damit beschäftigt, zu lernen. Trotzdem gibt es aber kein anderes Gesprächsthema zur Zeit unter den Erasmusstudenten als die Weihnachtszeit bei der Familie. Wann fliegt man zurück, mit welcher Fluglinie, wie viele Stunden Aufenthalt hat man zu ertragen, usw... Dementsprechend groß war auch die Besorgnis, als die spanische Fluglinie Iberia ankündigte, kurz vor der Weihnachtszeit zu streiken. Man mag es sich kaum vorstellen, dutzende Erasmusstudenten gestrandet, spätestens auf Mallorca. Gut, dort herrscht mit Sicherheit kein Mangel an Feiermöglichkeiten, aber als wirklicher Ersatz dient es auch nicht. 🙂

Dann aber kam vor einigen Tagen die erleichternde Nachricht, dass Iberia aus Rücksicht nun doch nicht streikt. Nun steht der Heimreise von vielen nichts mehr im Wege!

 

In diesem Sinne,Feliz Navidad a todos!

Judith Perisic

 

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