„New Deal“ – first come, first served …

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Am Historischen Seminar gibt es noch einige freie ERASMUS-Plätze in Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Lettland, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Türkei, Ungarn, Zypern für das Studienjahr 2015/16 – natürlich nicht nur für Männer…..

Bei Interesse melden Sie sich bitte umgehend bei nordblom@uni-mainz.de.

Nähere Infos: http://www.geschichte.uni-mainz.de/280.php.

Informationsveranstaltung zum PROMOS-Programm (DAAD)

Die Informationsveranstaltung zum PROMOS-Programm findet nächsten Mittwoch, den 03.12., um 14:15 Uhr in Hörsaal 10, Becherweg 4 statt.

Studierende aller Fachbereiche erhalten hier wertvolle erste Informationen rund um das Thema Stipendienmöglichkeiten für Auslandsaufenthalte durch Förderung mit PROMOS. Die Referentin, Frau Jennerich, steht auch gerne für erste kurze Fragen bereit.

Die Ja-Sagerin- Im Spannungsfeld zwischen Expeditionseifer und schlechtem Gewissen

Hallöchen, dieser Beitrag befasst sich fast ausschließlich mit dem „Ja“ Sagen. Das musste ich in der letzten Zeit nämlich öfter.
Beginnen wir mit dem Ja zu Beaune, und meiner damit verbunden Absage an ein weiteres Wochenende über den Büchern. Der Ausflug in diese kleine, aber feine Stadt in der näheren Umgebung von Dijon, wurde seitens der Uni organisiert. Auf dem Programm standen: Eine Führung durch das Hôtel-Dieu, eine freie Besichtigung der Stadt, eine Weinprobe und zu guter Letzt eine Führung durch die Moutarderie Edmond Fallot mit anschließender Senfverköstigung.
Das Hôtel-Dieu wurde 1443 von Philippe Le Bon gegründet und war ein Krankenhaus für die Allerärmsten der Zeit, die hier kostenlos gesund gepflegt oder aber auch im Sterben begleitet wurden. Wir hatten 2 Stunden Zeit um uns die weitreichenden Räumlichkeiten in der Begleitung eines Audio-Guides anzuschauen. Das Wetter war wunderbar, sodass sich am Ende der Besichtigung fast jeder im Innenhof einem ausgiebigen Sonnenbad hingab.
Ein weiterer Höhepunkt des Tages war natürlich die Weinprobe. Unglaublicherweise konnten wir 12/13 Weine probieren- die meisten davon waren Rotweine, allesamt „Pinot Noirs“. Nach der Probe torkelten, ähh ich meine gingen wir in die nahegelegene Moutarderie Edmund Fallot. Dieser Hersteller ist einer unter wenigen, dessen Senf wirklich noch in Dijon und Umgebung hergestellt wird.
Der Name „Dijon-Senf“ ist nicht geschützt und beschreibt eigentlich nur das Rezept. Die meisten Dijon-Senfe kommen heutzutage aus Kanada, da es günstiger ist, die Senfpflanzen dort anzubauen. (Hallo Globalisierung!). Wenn ihr aber Moutarde de Bourgogne kauft, könnt ihr sicher sein, dass dieser aus der Region stammt, da dies eine geschützte Herkunftsbezeichnung ist. Der Höhepunkt dieser Führung war natürlich die Senfverkostung. Es gab da echt ein paar abgefahrene Sorten, wie der Senf mit pain d’épice (der Geschmack ähnelt unserem Lebkuchen).

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Ende Oktober hatten wir eine Woche frei. Auch hier habe ich mehrmals Ja zu Abenteuer, Aufregung und aktiver Abendgestaltung gesagt, was aber auch eine entschiedene Absage an den Berg an Aufgaben mitsichbringt.
Zunächst stattete mein Vater mir einen Überraschungsbesuch ab und ich musste das erste Mal meine Fremdenführer-Fähigkeiten unter Beweis stellen. Ohne jetzt genaue Quellenangaben machen zu können, kann ich sagen, dass ich diese Feuertaufe bestanden habe.
Außerdem bin ich für 3 Tage nach Montpellier gefahren um dort einen Freund zu besuchen, der dort momentan ein Auslandssemester macht. Ich bin begeistert von der Lebendigkeit und der Dynamik, die diese Stadt ausgestrahlt hat und kann einen Städtetrip dorthin wärmstens empfehlen. Am ersten Abend haben wir eine Filmvorführung im Rahmen eines Filmfestivals besucht. Gezeigt wurde der türkische Film balık (Fisch) von Dervis Zaim. In dem Film (dessen Hauptdarstellerin übrigens auch Filiz hieß) geht es um die, vorallem in Schwellenländern, ausufernde Umweltverschmutzung.

Mein persönliches Highlight war der Tag am Strand. Dass ich Ende Oktober nochmal im Mittelmeer schwimmen würde, hatte ich vor ein paar Wochen noch nicht gedacht. Umso schöner war es dann die Seeluft einatmen zu können und mich auf Muschelsuche zu machen.

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Weltuntergangsstimmung in Montpellier.
Weltuntergangsstimmung in Montpellier.
Montpellier zu später Stunde
Montpellier zu später Stunde

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Spaß im TGV 😉
Aber wie wir ja alle wissen, kann der schwerelose Glückszustand nicht ewig andauern. So kam es, dass ich mich relativ bald fleißig am Schreibtisch wiederfand und versuchte gegen die gutgemeinte Aufgabenflut anzukommen. Aber vorallem war es ein Kampf gegen das schlechte Gewissen, das mich hier sehr oft plagt, wenn ich das Gefühl habe, nicht genug gelesen/geschrieben zu haben. Hinzukommt, dass ich hier regelmäßig unter Beweis stellen muss, dass ich was getan habe.
Letzte Woche habe ich z.B. in Alter Geschichte sowohl einen Multiple Choice Test als auch eine dreistündige Klausur geschrieben, die jeweils einen Teil der Seminarsnote ausmachen.
In der Klausur konnte ich mir aussuchen ob ich eine dissertation zum Thema "Athen und seine Alliierten von 508-403" schreibe, oder einen commentaire zum Peloponnesischen Krieg verfasse. Ich habe mich für Ersteres entschieden. Besonders schwierig fand ich die Formulierung einer Fragestellung, da ich noch nicht gut einschätzen kann, was eine wirklich gute problématique à la française ist.
Naja früher oder später wird mir schon, wie all den armen Studenten/innen vor mir auch, ein Licht, vielleicht eine ganze Flutlichtanlage aufgehen.

Falls das bis zum nächsten Beitrag der Fall sein soll, seid ihr die Ersten, die es erfahren!!!

 

 

 

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Informationsveranstaltung zu Auslandsaufenthalten in Europa mit ERASMUS

Die Informationsveranstaltung zu Auslandsaufenthalten in Europa mit ERASMUS der Abteilung Internationales an der JGU Mainz findet diesen Mittwoch, den 12.11., um 14:15 Uhr in Hörsaal 10, Becherweg 4 statt.

Studierende aller Fachbereiche erhalten hier wertvolle erste Informationen rund um das Thema Studium im europäischen Ausland und Förderung durch das ERASMUS-Programm. Die Referentin, Frau Tucek, steht auch gerne für erste kurze Fragen bereit.

Beginn eines 10-monatigen Abenteuers

Ich bin nun schon seit einigen Wochen in Frankreich und es wird Zeit meine ersten Eindrücke aufzuschreiben.

Kurz zu meiner Person. Mein Name ist Benjamin und studiere Französisch und Geschichte im 5.Semester. Die nächsten zehn Monate werde ich als Erasmus-Student an der Université de Bourgogne studieren. Angekommen bin ich am 5.September. Ich hatte das Glück im Vorfeld über das Internet eine Familie zu finden, bei der ich die nächsten zehn Monate leben werde. Sie wohnt sehr nahe am Stadtzentrum, was für mich sehr günstig ist, weil ich dadurch viele Geschäfte bequem zu Fuß erreichen kann. Die Familie ist sehr nett und hat mich sehr herzlich empfangen.

 

Université de Bourgogne

Nach dem ich am Wochenende schon ein kleines bisschen die Stadt entdecken konnte ging am Montag auch schon der Uni Alltag los. Am Beginn eines Semesters gibt es für das jeweilige Studienfach Einführungsveranstaltungen. In Frankreich ist es so, dass der Bachelor in Geschichte (aber auch in den anderen Fächern) in drei Teile gegliedert ist, in L1, L2, L3. Für jeden dieser Teile gibt es logischerweise 60 ECTS-Punkte und spezielle Veranstaltungen, die die Studierenden belegen müssen. Für jedes dieser einzelnen Module gibt es eine spezielle Veranstaltung, in der sich die Professoren vorstellen, die für das jeweilige Modul zuständig sind und in dem Anforderungen und Besonderheiten des jeweiligen besprochen werden. Als Erasmus-Student konnte ich problemlos Veranstaltungen aus allen drei Modulen wählen. Die französischen Studenten haben bei ihrer Auswahl glaube ich weniger Auswahlmöglichkeiten. Sie müssen die Module in der Reihenfolge absolvieren, also zuerst L1 dann L2 usw. In Mainz gibt es solche Einschränkungen nicht, wann man welche Veranstaltung besuchen muss.

Ein weiterer Unterschied sind die Vorlesungen. Sie unterscheiden sich von denen in Deutschland. In Frankreich ist es so, dass der Professor sein Skript vor sich liegen hat und eine Seite nach der anderen vorliest. Powerpoint-Folien zur Unterstützung des Vorträge gibt es nur ganz wenige, was bei einer 90 minütigen Vorlesung schon mal sehr anstrengend sein kann. Was für mich sehr befremdlich ist, scheint für die französischen Studenten normal zu sein. Sie versuchen nahezu jedes Wort des Professors mitzuschreiben. Eine Kommunikation zwischen Professor und Studenten gibt es so gut wie gar nicht. Fragen werden nur sehr selten gestellt während der Vorlesung.

Das Thema Pünktlichkeit wird in Frankreich ernster von den Studenten genommen als in Deutschland. Falls einige Studenten mal zu spät kommen kann es ihnen passieren sich schon mal einen Kommentar vom Professor anhören zu müssen. Das ein Student eine Vorlesung vor dem offiziellen Ende verlässt habe ich bis jetzt noch nicht erlebt.

 

Erasmus-Wochenende

 

Am Ende der ersten Woche gab die offizielle Begrüßung für alle Erasmusstudenten. Man traf sich bei einem kleinen Snack und bekam nützliche Informationen über die Universität. Danach wurden wir in Gruppen eingeteilt und jeweils zwei Studenten der Universität zugeteilt, die dann mit uns den Campus erkundeten. Dies war eine tolle Gelegenheit die ersten Kontakte mit anderen Studenten zu knüpfen. Abgerundet wurde der Tag in einer der Sehenswürdigkeiten von Dijon, dem Palais des Ducs. Dort wurden wir von der Bürgermeisterin von Dijon empfangen und ließen den Abend bei einem Glas Wein ausklingen.

Am nächsten Morgen stand eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. Auch hier wurden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt und erkundeten mit einem Stadtführer die Stadt. Dijon ist eine wirklich sehr, sehr schöne Stadt, die kulturell wirklich einiges zu bieten hat. Abends gab es eine Feier für Erasmus-Studenten, auf der man in lockerer Atmosphäre viele neue Kontakte knüpfen konnte.

 

Zeit für ein kleines Zwischenfazit.

Ich fühle mich in der Stadt sehr wohl. Die Menschen sind sehr nett und gastfreundlich. An der Universität fühle ich mich sehr gut aufgenommen. Bei den ersten Hürden wie z.B. Stundenplan zusammenstellen oder Studentenkarte beantragen standen französische Studenten mit Rat und Tat zur Seite. Ich freue mich auf die weitere Zeit!

 

Bei meinem nächsten Eintrag werde ich mich der Stadt Dijon widmen. Ich werde euch einige Sehenswürdigkeiten und wichtige Anlaufstellen präsentieren.

Das nächste Mal natürlich auch mit Bildern 🙂

Euch einen guten Semesterstart in Mainz.

 

Falls ihr irgendwelche Fragen habt könnt ihr mir gerne eine Mail schreiben (bpfannes@students.uni-mainz.de).

 

À bientôt!

 

Benjamin Pfannes

 

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Einmal Ruanda, Paris, Sparta und wieder zurück!

Salut tout le monde, es ist noch gar nicht allzu lange her, dass ich hier von meinen ersten Eindrücken und Erfahrungen berichtet habe und trotzdem gibt es wieder eine Menge zu berichten.

Fangen wir mit einem weniger erfreulichen, dafür aber umso wichtigeren Thema an: Es ist nun genau 20 Jahre her, dass sich der Völkermord in Ruanda an der Tutsi-Minderheit ereignet hat. Am 08.10. fand an der Unversité de Bourgogne anlässlich dieses Gedenkjubiläums ein Kolloquium statt, das unter der Frage lief, wie man den Genozid in den letzten Schuljahren und an der Universität an Schüler und Studenten vermitteln könnte.

Der Tag begann mit einer thematischen Einführung von Francois Robinet, einem Dozenten für Zeitgeschichte an der Universität Versailles St-Quentin-en-Yvelines. Hierbei beleuchtete er die Ursachen, Auslöser und Verlauf des Genozids, aber auch die (geo)politischen Folgen desselben.

Als die europäischen Kolonialherren die durch und durch hierarchie strukturierte Gesellschaft der Hutu und Tutsi vorfanden, wollte dies überhaupt nicht mit ihrem Bild vom "Wilden Schwarzen" übereinstimmen,was sie zu der Annahme trieb, dass die Tutsi-Minderheit, die etwas hellere Haut als die Hutus hatte, ursprünglich der "weißen Rasse" angehöre (sog. Hamitentheorie) und damit den Hutus vorzuziehen sei. Vor dieser künstlich erzeugten Unterscheidung, lag der Unterschied zwischen den Bevölkerungsgruppen lediglich in deren Sesshaftigkeit und dem Ackerbau (Hutu) bzw. ihrem Nomadentum und der Viehzucht (Tutsis).

Diese künstlich erzeugte und rassistische Unterscheidung bot den idealen Nährboden für das, was 1994 schließlich im Völkermord an den Tutsis und gemäßigten Hutus durch die Hutus mündete.

Die ruandisch-französischen Beziehungen sind auch heute noch sehr schlecht, da Ruanda Frankreich vorwirft, vor 20 Jahren durch französische Soldaten vor Ort aktiv zum Genozid beigetragen zu haben. Dieses Jahr hat die französische Justizministerin Christine Taubira aufgrund von erneuten ruandischen Anschuldigungen ihre Teilnahme an den Gedenkfeiern abgesagt. Ihr Vertreter vor Ort, der französische Botschafter wurde von den Feierlichkeiten ausgeschlossen.

Auch das war Thema des Kolloquiums, das nach dem Beitrag von Francois Robinet, mit weiteren Vorträgen von u.A. einem Dozenten der Université de la Réunion, einer Lehrerin aus Paris etc. die sich mit der filmerischen und literarischen Darstellung des Genozids beschäftigten, fortgesetzt wurde.

Der Völkermord in Ruanda wird mich während des Semesters noch weiter begleiten, da ich mich in einem Literaturkurs mit afrikanischer Literatur beschäftige. Hierfür lese ich drei Werke von afrikanischen Autoren, die sich mit dem Genozid in Ruanda, dem Algerienkrieg und mit afrikanisch-französischen Soldaten während des zweiten Weltkriegs auseinandersetzen.

Ein weiterer nennenswerter Höhepunkt während der letzten Woche war ein Tagesausflug in die Hauptstadt, Paris. (Ich weiß, dieser Übergang ist mir nicht gelungen 😉 ) Die Region Burgund bietet die Hin-und Rückfahrt von Dijon nach Paris für 20 Euro an- ein super studentenfreundliches Angebot, das ich sicherlich noch ein paar Mal wahrnehmen werde, um noch öfter in Montmartre zu frühstücken und dabei den fleißigen Künstlern zu zuschauen, die bereits mit den ersten Sonnenstrahlen ihre bunt tanzenden Striche auf die Leinwand bringen, oder um am Ufer der Seine entlang zu spazieren, in den Gassen Marais noch mehr zu entdecken, als den lieblichen marché des enfants rouges, wo man übrigens sehr lecker essen kann und von dem es nicht mehr weit ist zur Notre-Dame und dem quirligen Centre-Pompidou und und und!!

Besonders schön an meinem Ausflug war meine Ankunft in Dijon, bei der mich das warme Gefühl überkam, nach einem wunderbaren Tag wieder nach Hause zu kommen.

Zu Hause wartete aber auch eine Menge Arbeit auf mich: So musste ich letzten Dienstag mein allerallerallererstes Referat hier in Frankreich halten- in Alter Geschichte. ( An dieser Stelle ist ein wenig Mitgefühl nicht unangebracht). Grundlage dieser Präsentation war eine Quelle Aristoteles aus seiner staatsphilosophischen Schrift Politique, in der er die spartanischen Institutionen einer philosophischen  Kritik unterzieht. Mein commentaire sollte ca. 30 Minuten dauern. Danach musste ich mich der Fragen der Dozentin stellen, womit sie meine französischen Mitstudierenden regelmäßig in Angst und Bange versetzte.

Doch bevor ich mich dem Endgegner Bowser, ähh ich meine Madame Kossmann stellen konnte, musste ich erstmal eine passende Fragestellung entwickeln anhand derer ich den Text analysieren würde. In Frankreich wird strikt auf einen Dreischritt in der Gliederung bzw. der Problematik geachtet. Das heißt es ist darauf zu achten drei Oberpunkte mit je drei Unterpunkten auszuarbeiten. Da ich allerdings der Ansicht war, dass dies der Text Aristoteles' nicht hergeben würde, flüchtete ich in die Bibliothek um Tag und Nacht (außer am Sonntag, da macht die Bib nämlich, warum auch immer Siesta) verstaubte Wälzer zu den Ursprüngen der spartanischen Institutionen zu durchforsten.

Eine weitere Besonderheit dieser Referate ist, dass man einen Text verfasst und diesen dann dem Kurs vorliest und nebenher ein paar Power-Point slides abspielt. Im Klartext hieß das für mich: Ein komplettes Wochenende jegliche soziale Kontakte und Unternehmungen zu unterbinden und mich ganz den Spartanern zu widmen. Der Aufwand hatte sich gelohnt: Ein 3000 Wörter starker commentaire wartete nur noch darauf vorgelesen zu werden. Eine Stunde vor Beginn des Seminars stand mein Referat und war bereit sich dem kritischen Publikum zu stellen.

Prinzipiell habe ich keinerlei Probleme damit, Vorträge vor einer versammelten Menschenmasse zu halten, allerdings haben mich die gezückten Stifte und heißlaufenden Laptops leicht verunsichert, da ich befürchtete, dass mein Referat den französischen Mitstudierenden nicht genug Input liefern würde. Als die ersten Sätze aber gelesen waren, verflogen diese Zweifel und ich wurde von Zeile zu Zeile gelassener.

Auch die Fragen der Dozentin konnte ich allesamt beantworten ( ich hoffe, das sieht sie auch so) 😉 und hatte das Gefühl die Feuertaufe einigermaßen bestanden zu haben. Feedback habe ich keines bekommen, außer einen kleinen Hinweis, dass ich näher am Text hätte bleiben sollen. Möglichkeit dazu werde ich in den nächsten Vorträgen für mein Mittelalterseminar und meinem Kurs zu den Methoden der modernen Geschichte haben. Nach dem Referat ist vor dem Referat oder nach meinem Beitrag ist vor dem Beitrag.

In dem Sinne, bis bald

 

Filiz

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Bine ați venit în Sibiu, România!

Transsilvanien - das Land von Dracula und Pferdekarren! Ganz richtig, hierher mitten ins Herz Rumäniens hat es mich für mein ERASMUS Semester verschlagen. Und weil diese Land und die Region Siebenbürgen (mhh klingelt da was? Siebenbürger Sachsen schon mal von gehört?) so viel mehr zu bieten hat, als die beide oben genannten Dinge, die wohl die meisten von euch damit assoziieren, möchten ich euch mitnehmen in dieses wunderbare Land.

Piata Mare
Piata Mare, Sibiu

Aber für alle die noch nicht das Vergnügen meiner Bekanntschaft machen durften: Ich bin Svenja, studiere im 5. Semester Geschichte im B.A. und studiere dieses Semester an der Lucian-Blaga Universität Sibiu/Hermannsstadt. Man mag sich fragen, was mich zu diesem Abenteuer bewogen hat. Nun ja, gebt doch mal Sibiu bei Google Bilder ein und seht selbst 😉 Da vielleicht einige von euch immer noch nicht ganz überzeugt sind, das ihr nächster Urlaub nach Rumänien und besonders Sibiu gehen muss, hier nun meine Erfahrungen, Eindrücke, Erkenntnisse.

Ich hatte das unglaubliche Glück im Vorlauf meines Aufenthaltes in Sibiu neben einem zweiwöchigen Urlaub kreuz und quer in Rumänien, in Sibiu eine Sommerschule des DAADs zu besuchen. Sie wurde von der Germanistik Fakultät der Uni hier organisiert und es war ein wunderbarer Einstieg in das Leben hier! Neben einem rumänisch Sprachkurs konnten wir ausführlich lernen, welchen Einfluss die Siebenbürger Sachsen und vorallem die deutsche Sprache hier in der

Dächer von Sibiu
Dächer von Sibiu

Region auch noch heute haben. Man entdeckt dabei schnell, wenn man will lässt es sich (zumindest als Tourist) hier in Sibiu auch ganz wunderbar mit Deutsch leben 🙂 Es gibt eine deutsche Buchhandlung (sehr zu empfehlen!), einen deutschen Bürgermeister (dazu später mehr), ein deutsches Kulturzentrum, Gymnasium, Kindergarten und so weiter. Rundum es war eine sehr gelungene Mischung und ich kann euch allen nur raten: Macht eine goeast Sommerschule mal mit!

Frohen Mutes zog ich somit Ende September in mein Wohnheimszimmer. Jeder Erasmus Student hat hier einen Buddy, und das ist auch gut so, denn hier beginnt das rumänische Leben in Rumänien für mich 😉 Denn außerhalb der Tourismuszone ist man dann doch ganz froh, wenn man jemand findet der Englisch kann. Aber wie gesagt, dafür hat man ja einen Buddy, der einen abholt, beim einziehen hilft und immer telefonisch erreichbar ist. In meinem Fall war meine Buddyrine Adelina letztes Jahr in Deutschland und spricht ziemlich gut deutsch.

Sachsentreffen 2014
Sachsentreffen 2014

Als dann endlich die Uni anfing, kam dann doch erstmal ein kleiner Schock. Nicht nur das mein Erasmus Koordinator seit Juni nicht mehr hier arbeitet und sich somit keiner aus der Geschichte Fakultät wirklich für mich verantwortlich fühlt. Nein, diese Uni besitzt zwar einen englischsprachigen Ingineurs Bachelor, aber davon abgesehen genau 4-5 englischsprachige Kurse. Und die sind in BWL. Das heißt, man muss zu jedem Professor einzeln gehen und fragen was man denn als Prüfungsleistung machen kann. Dabei braucht es ein bisschen Geduld, denn obwohl sich die meisten freuen das ich hier bin, sind sie auch ein wenig genervt, weil ich anscheinend zusätzliche Arbeit für sie bedeute. Auch funktioniert die Uni hier ganz anders. Wo wir uns darüber beklagen, unserer Bachelor sei zu verschult, kann ich nur sagen, nein wir sind noch gut dran 😉 Hier gibt es in der Uni einen Stundenplan und ein Klassensystem. Anwesenheitspflicht mehr als 50%, denn hier müssen viele Studenten nebenbei arbeiten, es gibt nur 15 staatlich geförderte Studienplätze, der Rest muss die Semestergebühren von circa 400€ selbst aufbringen. Und das ist für rumänische Verhältnisse schon ziemlich viel. (Vergleiche ein Lehrergehalt eines Monats: 200, max. 300€) Insgesamt gibt es hier in Geschichte pro Jahr um die 30 neuen Studenten. Warum? Wie oft werdet ihr gefragt,"Kind was machst du denn mit Geschichte? Da kriegst du doch nie einen Job!"? Seit ich hier bin muss ich sagen, fühle ich mich sehr privilegiert. Denn wir werden irgendwo, irgendwie alle früher oder später eine Beschäftigung finden. Wer in Rumänien Geschichte studiert muss viel Leidenschaft haben. Denn das letzten in das in Rumänien investiert wird ist Bildung und Kultur. Also Leute, jammert nicht herum, es geht noch sehr viel schlimmer.

Rasinari
Rasinari

Dafür sind die Menschen hier die wahren Schätze des Landes. Nicht nur die meisten Kommilitonen sind sehr liebenswürdig und neugierig, auch die Menschen in den Geschäften, auf der Straße sind sehr sehr hilfbereit. Und wenn man das Zauberwort "aus Deutschland" sagt, kann man sich der Verehrung fast sicher sein. Denn hier ist Deutsch und Deutschland ein Synoym für eine bessere Welt und eine besseres Leben. Niemals zuvor habe ich mich auf Grund meines Geburtslandes dermaßen privilegiert gefühlt. Warum das so ist? Das gibt's in der nächsten Mau... entschuldigt im nächsten Blog natürlich! 🙂

Pe curând!

P.S. Natürlich gilt, wer Fragen hat oder spontan einen Besuch plant, der darf mich gerne kontaktieren! (ssuhre@students.uni-mainz.de)

 

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International Research Academy on the History of Global Humanitarianism

Das Institut für Europäische Geschichte veranstaltet im nächsten Sommer mit Kooperationspartnern einen internationalen Forschungsworkshop zur Geschichte des Global Humanitarianism - und lädt dazu vor allem Nachwuchswissenschaftler ein, die sich mit den Feldern der humanitären Bewegungen, des internationalen Menschenrechtsschutzes, mit Friedens- und Konfliktstudien oder mit der Dynamik von Menschenrechten vom 18.-20. Jahrhundert beschäftigen.

Lust auf ein Auslandssemester – aber zu wenig Informationen?

Die nächste Infoveranstaltung für ERASMUS-Interessierte wird am Dienstag, 11.11.2014, 14-16 Uhr in 01-718 (Philosophicum) stattfinden. Alle Informationen zu Auslandsaufenthalten, soweit sie das Historische Seminar betreffen, wurden auf der Homepage aktualisiert; einige wenige frische Updates folgen in den nächsten beiden Wochen. Lassen Sie sich vom Auslandsvirus anstecken!

Von Eulen, korsischen Diktatoren und anderen seltsamen Wesen: Vive la France! Mit dem cursus integré nach Dijon

 

Salut, seit drei Wochen bin ich nun schon an der Université de Bourgogne in Dijon, der französischen Senfmetropole. Dies ist aber nicht der einzige Grund, warum es mich hierher verschlagen hat: Im Zuge des integrierten Studienganges Mainz-Dijon werde ich die kommenden drei Semester Histoire und Lettres Modernes, was in Mainz dem Studienfach Französisch entspricht, studieren.

Eine Besonderheit, die dieser integrierte Studiengang bietet, ist die Möglichkeit, die französische Licence im Hauptfach, bzw. auch eine double licence im Kern- bzw Beifach zu erwerben. Während man die französische Licence nach der Absolvierung der drei Auslandssemester und nach bestandener Bachelor-arbeit in der Tasche hat, muss man, um die double licence zu bekommen, das Beifach als zweites Kernfach studieren. Auf dieses Abenteuer double licence habe ich mich eingelassen und werde euch hin und wieder davon berichten.

In Frankreich unterscheidet man zwischen dem CM (cours magistral), der in etwa unseren Vorlesungen entspricht und dem TD (travaux dirigés), was wohl das französische Pendant der deutschen Seminare darstellt. In Geschichte belege ich Alte Geschichte, d.h. in diesem Semester griechische Antike, Mittelalter, Historiographie ( das französische GTM) und Methoden der modernen Geschichte, wobei ich gestehen muss, dass ich noch nicht ganz verstanden habe, inwiefern dieser Kurs Methodik vermitteln soll.

In lettres modernes beschäftige ich mich mit französischer Litteratur des Mittelalters und der Renaissance sowie mit modernen Werken. Außerdem belege ich französische Linguistik und habe auch Übersetzungskurse vom Französischen ins Deutsche und umgekehrt.

Es ist noch sehr befremdlich in den Vorlesungen meinen französischen Mitstudierenden dabei zu zusehen, wie sie scheinbar wortwörtlich alles mittippen, was der Professor von sich gibt. Platz für Fragen oder einem Dialog zwischen Lehrendem und Studierenden gibt es, vorallem in Geschichte, kaum. Ich kämpfe noch tapfer mit Papier und Stift gegen die Flut der mir teils noch unbekannten Worte an. Dass die Vorlesungen hier von Zahlen, Namen, Daten, Fakten und geographischen Bezeichnungen gespickt sind, erschwert das Ganze. Oft ist es so, dass ich beim Nacharbeiten zu Hause (jaa, das mache ich hier tatsächlich) einen Begriff nachschlage, mit dem ich kaum etwas anfangen konnte Ligue de DELIOS, beispielsweise, der nichts anderes "bedeutet",  als der uns auf deutsch wohlbekannte Attische Seebund. Wenigstens konnte ich Charlemagne als Karl den Großen identifizieren, sonst wäre ich in der ersten Mittelaltervorlesung bereits aufgeschmissen gewesen.Manchmal treten Verständnisschwierigkeiten auch dann auf, wenn der Professor plötzlich vom dictateur corse spricht und damit Napoleon Bonaparte meint.

Trotz all der Strapazen, die die Anfänge eines Auslandsaufenthaltes so mit sich bringen, bin ich sehr zuversichtlich, dass die nächsten Monate ganz viel Spannendes für mich bereithalten und ich abschließend auf ein insgesamt gelungenes Jahr zurückblicken werde- aber bis es soweit ist, wird hier noch einiges zu lesen sein.

Liebe Grüße aus Dijon und bis bald

Filiz

 

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Die offizielle Begrüßung im wunderschönen Rathaus von Dijon.
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Juhu, ganz offiziell und ohne Probleme eingeschrieben !
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Um sich das nötige Quäntchen Glück für das Studium in Frankreich zu besorgen, muss man die Eule, die Glücksbringerin der Dijoner, einfach mit der linken Hand streicheln und schon hat man Glück getankt.
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Die Fakultät droit et lettres an der Université de Bourgogne- mein zweites Zuhause für die nächste Zeit.

 

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Die republikanischen Ideale gut sichtbar für jedermensch platziert!
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