Madrid

¡Saludos desde Madrid! – Eindrücke von meinem Auslandssemester in Madrid

¡Hola a todos!

Mein Name ist Lara und ich würde meine Erasmus Erfahrung in Madrid gerne mit euch teilen.

Seit September befinde ich mich schon in dieser schönen Stadt. Bisher hatte ich das Glück viele Orte zu entdecken und neue Leute kennenzulernen. Warum ich mich für Madrid entschied? Hier ist immer viel los, die Leute sind sehr offen, die Stadt bietet stets Unterhaltung und die Hauptstadt liegt ziemlich zentral auf der Iberischen Halbinsel (dies ermöglicht eine gute Anbindung zu anderen interessanten Ausflugszielen in Spanien). Außerdem befindet sich hier eine der berühmtesten und größten spanischen Universitäten: die Universidad Complutense de Madrid (UCM).

Zu Beginn meiner Auslandserfahrung war es mühsam mich in der neuen Umgebung heimisch zu fühlen. Obwohl ich die Sprache schon sehr gut beherrsche und spanische Wurzeln besitze, war es kompliziert mich hier zurechtzufinden. Anfangs waren alle Gesichter neu, eines meiner geplanten Kurse fand dieses Semester nicht statt, andere Kurse überschnitten sich, es war schwer mit spanischen Studenten in Kontakt zu kommen und die Suche des richtigen Saals auf dem Campus wurde zur Herausforderung. Die Bürokratie verlief im Vergleich zu den gewohnten Verhältnissen in Deutschland schleppend. Auch die gewohnte Uni-Struktur, der Alltag an der JGU und unsere Uni-Portale (wie Jogustine, Ilias oder dem Reader) begann ich zu vermissen. Hinzu kamen sowohl Heimweh, als auch das Fehlen von Freunden und der Familie. Ehrlich gesagt war ich in den ersten Wochen mit dieser neuen Situation überfordert.

Doch nach und nach wendete sich das Blatt. Mit der Bekanntschaft anderer Erasmus-Studenten (die zu jener Zeit ähnliche Erfahrungen machten) und der Teilnahme an ESN-Veranstaltungen kam man in Kontakt mit Gleichgesinnten. Auch die spanischen Studenten öffneten sich immer mehr und entpuppten sich als nette und hilfsbereite Kommilitonen. Die Dozenten sind größtenteils sehr herzlich, witzig und nehmen sich Zeit für ihre Studenten. Auch die Dozent-Student Beziehung gestaltet sich hier ganz anders: es wird sich geduzt, die Dozenten erzählen gerne Anekdoten aus ihrem privaten Leben und sie stehen ihren Studenten ziemlich nahe. Zurzeit besuche ich einen Kurs zur ägyptischen und mesopotamischen Antike, welcher sehr interessant ist.

Madrid ist eine tolle Stadt für ein Auslandssemester. Hier lässt es sich gut wohnen und ausgehen, die Unterhaltungsangebote sind breit gefächert, viele Bäume und Parkanlagen (z.B. el Parque del Retiro, el Campo del Moro, Casa de Campo) machen das Stadtbild grüner und wer gerne ins Museum geht, kommt hier in den Genuss vieler unterschiedlicher Ausstellungen (vor allem das Prado Museum, das Museo Thyssen-Bornemisza und das Museo de América sind sehr zu empfehlen). Zu den historischen Ecken der Stadt die auf jeden Fall besucht werden müssen gehören: der Königspalast, die Plaza Mayor, die Gran Vía und eine ägyptische Tempelanlage (Templo de Debot). Vieles ist günstiger als in Deutschland (z.B. Essen und Kleidung). Wer in Madrid bequem im Stadtverkehr vorankommen möchte, der nimmt am besten die U-Bahn (el Metro). Dieses Verkehrsmittel ist schnell, sauber, übersichtlich und sehr kostengünstig. Für nur 20 Euro im Monat können alle unter 25 Jahren mit Bus, Bahn und Metro durch ganz Madrid fahren. Auch der Anschluss nach Toledo ist im Preis mitinbegriffen. Wer sich für Madrid entscheidet muss jedoch auch etwas „Hektik-resistent“ sein und sich auf große Menschenmassen in den öffentlichen Verkehrsmitteln und im Stadtzentrum einstellen.

In der Nähe Madrids befinden sich Städte wie Toledo, Salamanca, Segovia und Alcalá de Henares, die historisch gesehen sehr relevant für die spanische Geschichte sind. Toledo zeichnet sich durch ein erfolgreiches Zusammenleben dreier Religionen im Mittelalter aus (das Judentum, das Christentum und der Islam). Aufgrund des kulturellen Austauschs erlebte die Stadt gute kommerzielle Verhältnisse und Wohlstand. Toledo erblühte auch dank einer prominenten Übersetzerschule, die antike Texte aus dem arabischen (die arabischen Einwanderer hatten diese Texte für die Nachwelt erhalten können) ins Altspanische übersetzte, bevor diese ins Lateinische umgewandelt wurden. Einmal auf Latein, wurde das Wissen dieser Texte auch für andere europäischen Gelehrten zugänglich. Auch heute bewahrt Toledo mit seiner gut erhaltenen Altstadt noch einen starken mittelalterlichen Charme. Die kleine Shoppingmeile in der Altstadt, ein Touristen-Zug, Museen und die Seilbahn über den Fluss Tajo gehören zu den moderneren Attraktionen, die die Besucher in die Stadt anlocken. Ein Besuch nach Toledo ist somit auf jeden Fall ein Teil der „Must-do-Liste“ wenn man sich in Madrid aufhält.

Auch etwas weiter entfernte Ausflugsziele sind von Madrid aus gut erreichbar. In ca. einer Flugstunde ist man beispielsweise in Barcelona. Mit dem Expressbus und dem Schnellzug gelangt man jedoch auch relativ schnell an sein Ziel. Zu den Ferienzeiten und in der Vorweihnachtszeit bieten die meisten Reiseunternehmen und Bahngesellschaften Promotionen an, die sehr preisgünstig sind. Bisher habe ich Barcelona, Salamanca, Toledo, Alcalá de Henares, Pontevedra, Santiago de Compostela und Segovia besucht. Jede dieser vielfältigen Städte war auf ihre Weise spannend und empfehlenswert. Im Dezember (bevor die Prüfungsphase und damit das Lernen beginnt) habe ich noch vor nach Granada und Valencia zu reisen. Wie es war erzähle ich euch in meinem nächsten Eintrag (leider gab es bisher Probleme mit der VPN-Verbindung, weshalb ich erst jetzt dazu kam meinen Bericht hochzuladen).

Mein Fazit zum Auslandssemester lautet bis jetzt: Aller Anfang ist schwer, doch man lernt viel für den weiteren Verlauf des Lebens dazu. Nur durch das Verlassen der eigenen „Komfort-Zone“ beginnt man dies zu schätzen, was man Zuhause und in der eigenen Uni hat (ja, selbst Jogustine kann man vermissen J ). Mit Erasmus bekommt man die Möglichkeit geboten eine neue Uni kennenzulernen, ein interessantes Land zu entdecken, sich auf die Spuren der Geschichte dieses Landes zu begeben, die Fremdsprachenkenntnisse zu erfrischen, neue Kontakte zu knüpfen und sich einer neuen Kultur zu öffnen. Madrid liegt für Reiseliebhaber optimal im Zentrum, bietet Großstadtflair und einen abwechslungsreichen Aufenthalt (mit vielen kulturellen Angeboten und Freizeitaktivitäten).

Un abrazo und bis bald,

Lara

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