Arbeitsstelle Friedrich und Dorothea Schlegel

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Mit Friedrich Schlegel (1772-1829) rücken Entwicklungen der deutschen Literatur- und Kulturgeschichte in den Blick, die über das engere Umfeld Schlegels, insbesondere über den berühmten Romantikerzirkel Jenas, weit hinausgehen. Mit Schlegel verbinden sich bedeutende Stationen der deutschen Literaturgeschichte wie etwa das Leipzig des Rokoko, das Jena der idealistischen Philosophie, das Berlin der preußischen Reformen, das Napoleonische Paris, das Wien der Restauration, sowie eine ganze Galerie bedeutender Persönlichkeiten, angefangen mit dem Bruder August Wilhelm über Figuren wie Wilhelm von Humboldt und Görres bis hin zu Metternich. Auch Schlegels Rolle als Begründer einer modernen Philologie kann schwerlich überschätzt werden. Seine ausgreifenden komparatistischen Studien, sein produktiver Anschluss an die zeitgenössische Philosophie und Ästhetik, seine Konzeption des Werkbegriffs, seine Überlegungen zur Gattungspoetik, zur intensiven Lektüre als Fundament einer systematischen Poetik, zur Sprachtheorie, zum Übersetzen, zur Literaturkritik und Literaturgeschichte und nicht zuletzt zur Edition setzen noch und gerade heute Maßstäbe für die Selbstreflexion der Geisteswissenschaften.