Lehrveranstaltungen von Marion Plien

Im Sommersemester 2019:

Übung "Geographiedidaktik I" (M4): dienstags, 12-14 Uhr, N239

Seminar "Fachdidaktik III" –  Massentierhaltung - Fächerverbindender Unterricht zur Bildung für nachhaltige Entwicklung. Ein interdisziplinäres Projektseminar zur Erprobung von Unterrichtsmaterialien. (M10): dienstags, 10-12 Uhr, 02-611 GFG

Seminar zur Fachdidaktik III (M10) - "Massentierhaltung"

Das Ziel des Seminars ist es, gemeinsam eine mehrstündige fächerübergreifende Unterrichtsreihe zum Thema Massentierhaltung in der Schule zu erproben und auszuwerten.

Das Seminar wird von Dr. Marion Plien (Geographiedidaktik), Prof. Dr. Kerstin Pohl (Politik-didaktik), Anna Krekeler MEd (Politikdidaktik) und Prof. Dr. Daniel Dreesmann (Biologiedidaktik) geleitet. Für Studierende der drei Fachrichtungen stehen jeweils 10 Plätze zur Verfügung. Studierende, die zwei der beteiligten Fächer studieren, können sich aber nur einmal für das Seminar anmelden und müssen sich für eine Fachgruppe entscheiden.

In der Vorbereitungsphase erarbeiten wir im Seminar die didaktischen Grundlagen zum fächerübergreifenden Unterricht und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie die fachlichen Grundlagen zur Massentierhaltung. Im Anschluss daran erproben Sie an drei Projekt-tagen (03. Juni bis 05. Juni 2019) an der IGS Mainz-Bretzenheim eine Unterrichtsreihe zum Thema Massentierhaltung. Dabei werden Sie von den Lehrenden des Seminars unterstützt. Die Teilnahme an diesen Projekttagen ist verbindlich, auf Wunsch entschuldigen wir Sie für andere Lehrveranstaltungen. Im Anschluss werten wir die Unterrichtsreihe im Seminar gemeinsam aus.

Die interdisziplinäre Unterrichtsreihe wird von Ihnen in Zusammenarbeit mit den Lehrenden des Seminars entwickelt und für die konkreten Bedingungen der Schule und der Lerngruppe adaptiert, weiterentwickelt und dann erprobt.

Voraussetzung für den Besuch des Seminars ist, dass Sie schon ein Seminar zur Unterrichts-planung absolviert haben und mit den theoretischen Grundlagen der fachspezifischen Planung vertraut sind. Wir erwarten ein hohes Engagement, Flexibilität und die Bereitschaft zum kooperativen Arbeiten.

Die Modulprüfung kann (je nach Prüfungsordnung) in Form eines Portfolios oder einer mündlichen Prüfung absolviert werden, in der die Planung und Durchführung des Projekts theoriegeleitet reflektiert werden. Das Projekt kann auch zur Datenerhebung (Interviews, Unterrichtsmitschnitte o.ä.) für eine empirische Masterarbeit in der Fachdidaktik genutzt werden.

 

Im Wintersemester 2017 / 2018:

Übung "Geographiedidaktik II" (M6): dienstags, 16-18 Uhr, 04-223

Seminar "Fachdidaktik III – Inter(?)kulturelles Lernen im Geographieunterricht" (M10): dienstags, 10-12 Uhr, 04-223

Geländepraktikum "Empirisches Arbeiten im Gelände 1: Kulturen – Räume – Menschen":

Freitag, 27.10.2017: 10-12 Uhr, 04-223

Freitag, 24.11.2017: 09-18 Uhr, 04-223

Freitag, 01.12.2017: 09-18 Uhr, 04-223

Donnerstag, 15.02.2018: 09-18 Uhr, 04-223

Freitag, 16.02.2018: 09-18 Uhr, 02-142 / N 239

 

Seminar zur Geographiedidaktik III (M10) - "Inter(?)"kulturelles Lernen im Geographieunterricht"

Schülerbeiträge im Geographieunterricht wie die folgenden verdeutlichen die Relevanz der gesellschaftlichen Dimension "Kultur" und der kulturellen Brille(n) bei der Wahrnehmung anderer Orte und Räume (vgl. Zitat 1) und auch die Gefahr, die davon ausgeht (vgl. Zitat 2):

"In Spielfilmen, die in anderen Ländern spielen kann man etwas über die dortige Kultur lernen. Zum Beispiel in Wüstenblume erkennt man den Zusammenhalt, den die da haben, wenn sie zusammen singen: so etwas gibt es in Deutschland nicht mehr." (Zitat 1, w., 8. Jahrgangsstufe, 2010)

"Man sieht [über Wüstenblume] wie die an der Kultur hängen bleiben. Als der Arzt in London entdeckt hat, dass sie beschnitten ist, wollte er sie operieren und da war einer, der ihre Sprache gesprochen hat und anstatt zu übersetzen, hat er sie beleidigt, weil sie die eigene Kultur damit beschmutzt hat. Man merkt, dass so Länder, die weit abgeschieden sind, ihre Religion beibehalten und ihren Glauben durch nichts verändern wollen." (Zitat, 2, w., 10. Jahrgangsstufe, 2010)

Im neuen Lehrplan der Sekundarstufe I findet sich (daher) in den fachspezifischen Vorbemerkungen "Empathie und interkulturelles Lernen" (MfBWWK 2016: 29) als durchgängiges didaktisches Prinzip. Die Einheitlichen Prüfungsanforderungen an die Abiturprüfung Geographie (EPA) fordern für die Sekundarstufe II, dass Schüler/innen "ein interkulturelles Verständnis als Grundlage des eigenen Verhaltens" (KMK ²2005: 5) entwickeln. Dieser Kompetenzstandard ist ein Bestandteil der Sozialkompetenz, die "die Bereitschaft und Fähigkeit umfasst, sich mit eigenen und fremden Wertesystemen auseinanderzusetzen" (KMK ²2005: 5).

Leider erklären diese rahmenrechtlichen Grundlagen nicht, was in diesem Zusammenhang unter "Kultur" zu verstehen ist, wie eine "interkulturelle Kompetenz" auszusehen hat und es fehlen didaktisch-methodische Vorschläge zur Umsetzung des "interkulturellen Lernens" im Geographieunterricht.

Es ist unbestritten, dass auch im Hinblick auf die aktuellen Flüchtlingsbewegungen inter(?)kulturelles Lernen im Geographieunterricht notwendig ist, aber es stellt sich die Frage, ob es immer sinnvoll ist. Natürlich umfasst der Bildungsbeitrag des Faches den "Einblick in den Zusammenhang zwischen den naturräumlichen Gegebenheiten und den gesellschaftlichen Aktivitäten in verschiedenen Räumen der Erde" (DGFG 82014: 5). Aber es stellt sich die Frage, ob Themen wie die Abholzung des tropischen Regenwaldes (als ein gelungenes Beispiel zur Erarbeitung der Systemkompetenz und damit zum Erfüllen des Bildungsbeitrags) einen "kulturellen" Perspektivwechsel benötigt, um zu verstehen, dass einige Menschen auf die wirtschaftliche Nutzung des tropischen Regenwaldes angewiesen sind, um sich zu ernähren und ihre Grundbedürfnisse des menschlichen Seins zu erfüllen. Oder führt eine inter(?)kulturelle Betrachtung von Handlungen und Praktiken von Menschen (in anderen Räumen der Erde) nicht vielmehr dazu, dass sie fremder und "anders" gemacht werden als sie eigentlich sind?

Mit diesen Inhalten wird sich das Seminar auseinandersetzen. In den ersten Seminarsitzungen werden wir uns zunächst einmal mit unseren eigenen subjektiven Alltagstheorien zu Kultur beschäftigen und diejenigen von ausgewählten Schülergruppen analysieren. Danach werden wir uns aus fachwissenschaftlicher Perspektive mit den theoretischen Konzepten der "Inter-" sowie "Transkulturalität", der "interkulturellen Kompetenz" und den Modellen zum "inter(?)kulturellen Lernen" auseinandersetzen. Nach einer Analyse von Schulbüchern (im Hinblick auf die Umsetzung interkulturellen Lernens und der dahinterstehenden Kulturkonzpete), werden wir gemeinsam didaktisch-methodische Ideen entwickeln, um das inter(?)kulturelle Lernen in den Unterricht zu integrieren. Ihre Aufgabe besteht dann darin, in Gruppen Unterrichtsreihen und Lernumgebungen zum inter(?)kulturellen Lernen zu entwickeln, zu präsentiern, (in Auszügen) zu simulieren und zu diskutieren.

Die im Seminar vorgestellten Fachartikel sollten regelmäßig vorbereitet werden, um eine fachwissenschaftliche Grundlage zu schaffen. Darüber hinaus ist die Bereitschaft, Impulsreferate zu übernehmen und kleinere Lernaufgaben zu machen, integraler Bestandteil der aktiven Teilnahme. Zudem sollten Lernumgebungen und Unterrichtsreihen geplant werden. Das Seminar schließt mit einer thematischen Hausarbeit, einem Portfolio oder einer mündlichen Prüfung (je nach PO) ab.

Literatur:
Deutsche Gesellschaft für Geographie (82014): Bildungsstandards im Fach Geographie für den mittleren Bildungsabschluss. Bonn.
Kultusministerkonferenz (Hrsg.) (²2005): Einheitliche Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung Geographie. O.O..
Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur (Hrsg.) (2016): Lehrplan für die gesellschaftwissenschaftlichen Fächer. Erdkunde, Geschichte, Sozialkunde.
Empfohlene Literatur:
Budke, A. (2013): Interkulturelles Lernen im Geographieunterricht. In: Kanwischer, D. (Hrsg.) (2013): Geographiedidaktik. Ein Arbeitsbuch zur Gestaltung des Geographieunterrichts. Stuttgart: 152-163.
Budke, A. (Hrsg.) (2008): Interkulturelles Lernen im Geographieunterricht. Potsdamer Geographische Forschungen, Band 27. Potsdam.
Deardorff, D. (2006): Policy Paper zur Interkulturellen Kompetenz. In: Bertelsmann Stiftung (2006): Interkulturelle Kompetenz – Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhunderts? Thesenpapier der Bertelsmann Stiftung auf Basis der Interkulturellen-Kompetenz-Modelle von Dr. Darla K. Deardorff. Internet: http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/de/media/xcms_bst_dms_17145_17146_2.pdf (12.03.2014).
Mönter, L. (2013): Interkulturelles Lernen. In: Rolfes, M. (Hrsg.) (2013): Metzler Handbuch 2.0 Geographieunterricht. Ein Leitfaden für Praxis und Ausbildung. Braunschweig.
Schrüfer, G. (2009): Vom diffusen Konzept zum gestuften Modell. Ein Beitrag zur Optimierung der interkulturellen Erziehung im Geographieunterricht. In: Geographie und ihre Didaktik 37 (4): 153–173.
Schrüfer, G. (2010): Förderung der interkulturellen Kompetenz im Geographieunterricht. Ein Beitrag zum Globalen Lernen. In: Schrüfer, G. und I. Schwarz (Hrsg.) (2010): Globales Lernen. Ein geographischer Diskursbeitrag. Erziehungswissenschaft und Gesellschaft, Band 4. Münster: 101-110.
Werlen, B. (2003): Kulturgeographie und kulturtheoretische Wende. In: Gebhardt, H., P. Reuber und G. Wolkersdorfer (Hrsg.) (2003): Kulturgeographie. Aktuelle Ansätze und Entwicklungen. Heidelberg und Berlin: 251-268.
Westermann Verlag (Hrsg.) (2011): Praxis Geographie. Interkulturelles Lernen. Vielfalt an Perspektiven (7-8).

 

 

Geländepraktikum "Empirisches Arbeiten im Gelände 1: Kulturen – Räume – Menschen"

Kulturen und deren Einfluss auf raumbezogene Handlungen und Praktiken
Das Ziel der Lehrveranstaltung ist es, den Einfluss von Kulturen auf raumbezogene Handlungen und Praktiken zu untersuchen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für das „inter?“kulturelle Lernen im Geographieunterricht zu diskutieren. (Bei Zustimmung durch die ADD ist das Ziel außerdem, den Einfluss von Kulturen auf den Geographieunterricht zu erheben.)
Dazu werden zunächst verschiedene Kulturtheorien und -konzepte erarbeitet und kritisch diskutiert. Im Folgenden entwickeln Sie in Kleingruppen (entsprechend Ihres Interesses) ein Forschungsdesign im Rahmen des Oberthemas dieser Lehrveranstaltung, d.h. entwickeln eine Fragestellung, wählen theoretische Perspektiven und passende Methoden aus, die Ihren Erkenntnisprozess unterstützen sollen. Die Erhebung erfolgt dann eigenständig im Zeitraum vom 27.10.2017-26.01.2018 bzw. bei Zustimmung durch die ADD in dem von der kooperierenden Schule angegeben Zeitraum (der zu Beginn der zweiten Anmeldephase bekanntgegeben wird). Die Vergabe der Referatsthemen erfolgt am Freitag, den 27.10.2017.

Die aktive Teilnahme umfasst ein Exposé zum Forschungsprojekt, ein bis zwei Kurzreferate, eine empirische Erhebung (d.h. die Datenerhebung und -auswertung) und die Lektüre, der im Seminar besprochenen Fachaufsätze. Die Lehrveranstaltung schließt mit der Modulprüfung des Projektsberichts ab.