Aktuelles

ZiRR-Forum Religion und Recht am 09. Januar 2020

Die Kirchen und der Feiertagsschutz im Lichte fortschreitender Entkirchlichung - Theologische und jursitische Aspekte

 

Donnerstag, 09. Januar 2020, 18-20 Uhr
Dekanatssaal (03-150) im Haus Recht und Wirtschaft der JGU

Mit dem Weihnachtsfest begehen wir in den meisten Ländern dieser Welt eines der zentralen kirchlichen Feste, das alle christlichen Konfessionen übergreifend miteinander verbindet. In Deutschland und Europa haben sich, je nach Tradition seit der Christianisierung eine Vielfalt kirchlicher Fest- und Feiertage etabliert, die im Zuge staatlicher Säkularisierung in einem wichtigen Kernbestand Einzug in die bürgerliche Festkultur gefunden haben.

Wie nie zuvor stehen die europäischen Gesellschaften vor einem epochalen religionssoziologischen Wandel. In den letzten Jahrzenten sind immer mehr Angehörige muslimischen und jüdischen Glaubens hier mit ihren eigenen Festkulturen heimisch geworden und warten auf deren rechtliche und vielleicht auch kulturelle Rezeption.

Wird sich der Bestand christlicher und christlich konnotierter Feste in immer pluraleren Gesellschaften halten können? Genügt die Berufung auf Traditionen oder bedarf es einer erneuten Plausibilisierung? Was ist nötig, um die Sinnhaftigkeit religiöser Festkultur auch in säkularen Gesellschaften zur Sprache zu bringen? Ist es hilfreich Fest- und Feiertage nach Bekenntnis der Bürger zu segmentieren und zu individualisieren?

Wir möchten an diesem Abend mit Ihnen auf der Grundlage theologischer und rechtlicher Fundamente über die Gegenwart und Zukunft der Fest- und Feiertagskultur in Deutschland, unter Einschluss der europarechtlichen Aspekte, ins Gespräch kommen. Treten Sie mit uns in einen Austausch über die heutigen Bedingungen und Möglichkeiten religiös begründeter Fest- und Feierkultur.

Sie sind herzlich eingeladen!

Um eine Anmeldung per E-Mail an zirr[at]uni-mainz.de wird gebeten.

Karl Kardinal Lehmann - Mitinitiator und Förderer des ZiRR
am 11. März 2018 verstorben

Prof. Dr. theol., Dr. phil., Dr.h.c. mult. Karl Kardinal Lehmann
* 16. Mai 1936 in Sigmaringen; † 11. März 2018 in Mainz
Priesterweihe am 10. Oktober 1963 in Rom
Kardinalpriester der Heiligen Römischen Kirche,
durch Gottes Barmherzigkeit und des Heiligen Apostolischen Stuhles Gnade,
Bischof (em.) des Heiligen Stuhles von Mainz.

Das Zentrum für Interdisziplinäre Studien zum Religions- und Religionsverfassungsrecht (ZIRR) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) trauert um seinen großartigen Förderer und Mitinitiator Karl Kardinal Lehmann, der 1968 an die JGU, aufgrund seiner herausragenden philosophischen und theologischen Forschungsleistungen, auf den Lehrstuhl für Katholische Dogmatik und Theologische Propädeutik berufen worden war. In Mainz lehrte der junge Gelehrte bis 1971 außerordentlich erfolgreich. Als Wissenschaftler und als Mitmensch wurde er von den Kollegen und der Studierendenschaft in gleicher Weise geschätzt. 1971 folgte Karl Lehmann einem Ruf auf den Lehrstuhl für Dogmatik und Ökumenische Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg/Br. Dort setzte er sein die Kirche und Gesellschaft prägendes wissenschaftliches Wirken bis zu seiner Ernennung zum Bischof von Mainz am 23. Juni 1983 fort. Seither und bis zu seiner Emeritierung als Bischof von Mainz, stand Karl Lehmann als Bischof und als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz in einem lebendigen Dialog von Staat und Kirche. Die Themen des deutschen und europäischen Staatskirchenrechts waren ihm immer ein wichtiges Anliegen. Oft hat er zu den aktuellen Brennpunkten dieses Rechtsgebietes richtungweisend Stellung genommen.

1984 wurde Karl Lehmann hier Honorarprofessor und bereicherte seither viele wissenschaftliche Veranstaltungen. 2006 ernannte ihn der Senat der JGU zum Ehrenbürger der Universität. Im Sommersemester 2009 nahm er zusätzlich zu seinen vielfältigen Aufgaben die Gutenberg-Stiftungsprofessur der JGU wahr. In den zurückliegenden 32 Jahren hat es immer einen lebhaften wissenschaftlichen Austausch zwischen Bischof und Universität gegeben. Daneben haben Forschung und Lehre durch den Bischof von Mainz unschätzbare Förderungen erhalten. Das gilt insbesondere für das ZIRR, dessen Gründung im ökumenischen Geist für Kardinal Lehmann ein Herzensanliegen war. Die Mitglieder des ZIRR verneigen sich vor ihrem großen Mäzen. Wir wissen uns verpflichtet, sein Andenken und seine theologischen Visionen zu bewahren und im Sinne seines Wirkens als großer theologischer Brückenbauer unsere Forschung und Lehre voranzubringen. Seine Offenheit, Dialogbereitschaft und seine unermüdliche Suche, Gottes Liebe unter den Menschen erfahrbar zu machen, werden uns fortgesetzter Ansporn im eigenen wissenschaftlichen Streben sein.
Mit dem Bistum Mainz und vielen Menschen, die Karl Lehmann nahe stehen, nehmen wir in diesen Tagen und Stunden Abschied. Er hinterlässt eine unendlich große Lücke in der Gesellschaft, der Kirche, der Wissenschaft und im persönlichen Leben vieler Menschen. Und dennoch sind wir in diesen Tagen des Abschieds dankbar, dass Gott, der barmherzige Vater, seinen treuen Diener nun ganz zu sich heim geholt hat. Wir beten, dass Er, der Schöpfer alles Guten, ihm all das Gute, das Karl Lehmann in diesem Leben für andere bewirkt hat, nun vergelten möge.

 

Mainz, den 11. März 2018

 

Für das ZIRR,

 

Prof. Dr. Matthias Pulte                                      Prof. Dr. Josef Ruthig

 

 

 

Neu!: Schlüsselqualifikation für Juristen: Ethik - Religion - Recht

Die SQ Ethik – Religion – Recht richtet sich als Angebot der Katholisch-Theologischen Fakultät an Studierende der Rechtswissenschaften, die neben den gesetzlich geforderten juristischen Qualifikationen für Juristinnen und Juristen eine Zusatzqualifikation durch interdisziplinäre Studien an einem anderen Fachbereich erwerben wollen, die das juristische Studium mit Blick auf die weiten Berufsfeldern von Juristinnen und Juristen ergänzen.

Worum geht es?

In Fällen der Güterabwägung spielen immer wieder außerhalb des juristischen Systems liegende Argumentationen eine Rolle. Moderne, diskursfähige philosophisch-theologische Ethik, Moraltheologie und Sozialethik bieten Deute- und Begründungsangebote, die bei der Bewertung von Lebenssachverhalten aus juristischer Perspektive hilfreich sein können. Der Blick in das Rechtssystem des Kirchenrechts weitet den Blick über den eigenen Rechtskreis hinaus. Das Religionsrecht zeigt auf, dass der Staat und die Religionsgemeinschaften in einem auch rechtlich dynamischen Verhältnis stehen und bisweilen zur Verwirklichung des Gemeinwohlauftrags aufeinander angewiesen sind.

Wie läuft es?

Es wird das nachstehende Lehrangebot aus dem Vollstudium Katholische Theologie (Niveau: Abschluss Mag.theol.) angeboten. Die SQ wird erreicht durch eine mündliche Abschlussprüfung über belegte und besuchte Vorlesungen im Umfang von 5 SWS sowie einen qualifizierten Hauptseminarschein (2SWS) in einem Seminar freier Wahl aus den drei angebotenen Disziplinen.

Was bringt es?

Der Gesamtumfang der verpflichtenden Veranstaltungen beträgt 7 SWS, die im Regelfall im Verlauf von zwei Semestern besucht werden. Es ist jeweils eine Vorlesung aus jedem der drei Fächer zu wählen. Da alle Vorlesungen kumulativ in einem Kolloquium (30 min.) geprüft werden, ergeben sich 7 LP. Hinzu kommen 6 LP für das Hauptseminar. Es wird vorausgesetzt, dass die Studierenden den Grundlagenschein Rechtsphilosophie erworben haben. Erste Informationen zum Studienprogramm finden Sie nachstehend und / oder erhalten diese bei Frau Prof. Dr. Friederike Wapler, Prof. Dr. Josef Ruthig (FB 03), Prof. Dr. Matthias Pulte (FB 01).

Was ist nun zu tun?

Die Anmeldung der Studierenden erfolgt händisch im Prüfungsamt der Katholisch-Theologischen Fakultät. Eine Anmeldung über Jogustine ist nicht erforderlich. Es wird ein Studienbuch ausgegeben, in dem der Besuch bzw. die Belegung der Lehrveranstaltungen nachzuweisen ist.

Die SQ kann in jedem Winter- oder Sommersemester begonnen werden.

Über das Lehrangebot der Katholisch-Theologischen Fakultät informiert der: Flyer_SQ Ethik Religion Recht

 

Tätigkeitsbericht 2016

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Tätigkeitsbericht 2014/2015


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