Forschungsprojekte

 

Seit 2010: Projekt "Arabische Diaspora und globale Gemeinschaften" zusammen mit Prof. Dr. Anton Escher, Marie Karner, Nicole Merbitz, Katharina Alt, Matthias Fleischer und Gregor Arnold 

Mit der Globalisierung gehen die zunehmende Technisierung der Kommunikation, zum Beispiel durch Facebook, Skype und Twitter, sowie die erhöhte physische Mobilität von Menschen einher. Personen, aber auch Zeichen und Symbole, sind in ständiger Bewegung und zirkulieren über nationalstaatliche Grenzen hinweg. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien begünstigen allem Anschein nach die Bildung und Reproduktion von sozialen Ordnungen, die quer zur nationalstaatlichen Ordnung liegen, wie z.B. Diasporagemeinschaften sowie andere globale Gemeinschaftsformen.

Im Fokus des Projektes stehen die theoretische und empirische Auseinandersetzung mit den Konzepten Diaspora, transnationale Migration und globale Gemeinschaft. Das Projekt entwickelt diese Konzepte weiter, indem es die Einflüsse der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Prozesse der Vergemeinschaftung und der Verräumlichung in die Konzeptualisierung einbezieht. mehr

 

2007 bis 2012: Dissertationsprojekt "Arabische Sphären in Argentinien, 2008"

Die ersten Einwanderer aus Syrien und dem Libanon erreichten Argentinien in den 1860er Jahren. Noch heute ist ein Teil der syrisch- und libanesischstämmigen Bevölkerung Argentiniens in syrischen und/oder libanesischen Gemeinschaften organisiert. Das Projekt widmet sich daher den Forschungsfragen: Wie verlaufen die Prozesse "Vergemeinschaftung" und „Verräumlichung" von Gemeinschaften, deren Mitglieder der zweiten und dritten Generation von Einwanderern angehören in lokalen und globalen Kontexten? Das Ziel der Dissertation ist es, eine neue theoretische Folie zu entwickeln, die es erlaubt die dynamische Entwicklung der Gemeinschaften der syrisch- und libanesischstämmigen Argentinier empirisch zu erfassen und zu verstehen.

Als theoretischer Ausgangspunkt dient das Modell der Sphäre von Sloterdijk (1998, 1999, 2004). Sphären sind sozialkulturelle Mikroordnungen, die von Menschen sowie von deren Artefakten, Zeichen und Symbolen geformt werden. Der Zusammenhalt der Mitglieder dieser Ordnungen ergibt sich aus einer emotionalen Bindung der Mitglieder untereinander und zu ihren Objekten, die als Vertrautheit bezeichnet werden kann. Dieses Modell wird zum Konzept der ethnischen Sphäre weiterentwickelt, das es erlaubt zugleich die innere Fragmentierung und den Zusammenhalt von ethnischen Gemeinschaften zu erfassen.

Die Feldforschungen zu diesem Projekt fanden von April bis September 2008 in Argentinien statt.

 

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