Stellungnahme des Zentralen Fachschaftenrates der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu möglichen gebührenpflichtigen Sprachkursen am Fremdsprachenzentrum

Auf der Senatssitzung vom 09.05.14 bestätigte der Präsident der Universität Mainz auf Nachfragen der studentischen Vertreter_innen, dass von der Seite der Universitätsleitung eine Kostenverpflichtung für Sprachkurse des Fremdsprachenzentrums erwägt werde. Dieses Vorhaben werde zur Zeit von der Landesregierung geprüft.

Dieses Vorhaben widerspricht in eklatanter Weise den Idealen von freier und chancengleicher Bildung!

Nicht nur wird das Streben nach allgemeiner, zusätzlicher Bildung ein weiteres Mal Opfer der bildungsfeindlichen Sparpolitik auf Landes- wie Bundesebene, auch der sonst von allen Seiten der Universität allseits stark betonten Internationalität wird hiermit zuwider gelaufen. Der stetigen Aufmunterung und bisweilen auch strikten Aufforderung zu Auslandsaufenthalten für deutsche Studierende wird hiermit in dreister Art und Weise widersprochen und sie werden mittels verschärfter finanzieller Kriterien noch exklusiver gemacht. Doch Internationalität hat bekanntlich mehr als nur eine Seite. So sollen ausländische Studierende (deren Anteil an der Johannes Gutenberg-Universität im internationalen Vergleich bereits sehr gering ist) demnach neben den bereits überteuerten Mieten auch noch ihre kulturelle Integration bezahlen. Dies würde den jetzt schon bescheidenen Faktor der Internationalität an der Universität Mainz rapide abwerten. Und dies stellen nur die Einschränkungen für freiwillige Spracherwerbungen dar.

Betroffen sind hingegen auch zahlreiche Situationen in denen Studierende aufgrund ihres Studienaufbaus auf gewisse Fremdsprachenkurse angewiesen sind, auch wenn diese nicht in den Modulen verankert sind. Verschiedenste Fächer fordern Fremdsprachen als Zugangsvoraussetzung für den Master oder auch bereits im Verlauf des Bachelorstudiengangs. Der Erwerb dieser Fremdsprachen an der Schule kann nicht vorausgesetzt werden. Eine Kostenpflicht dieser notwendigen Sprachkurse würde also nicht nur das gebührenfreie Studium, wie es vom Land Rheinland-Pfalz garantiert wird, erheblich beeinflussen, sondern hier eine soziale Selektion vornehmen, die dem Verständnis von freier und gleicher Bildung der Verfassten Studierendenschaft sowie der Johannes Gutenberg-Universität im Allgemeinen in heftigster Weise widerspricht.

Deshalb spricht sich hiermit der zentrale Fachschaftenrat sowie die unten aufgelisteten Fachschaftsräte, in Vertretung für ihre Fachschaften, eindeutig gegen eine mögliche Erhebung von Kursgebühren am Fremdsprachenzentrum aus.

Der Vorstand des Zentralen Fachschaftenrates der Universität zu Mainz

sowie die Fachschaftsräte:

Englisch Anthopologie, Biologie, Buchwissenschaft, Ethnologie, Filmwissenschaft, Geographie, GeKoThe, Geschichte, Jura, Kunstgeschichte, Lehramt, Linguistik, Mathematik, Medizin Klinik, Medizin Vorklinik, Musik, Orientkunde, Erziehungswissenschaft, Philosophie, Physik, Politikwissenschaften, Psychologie, Publizistik, Romanistik, Soziologie, Sport, ev. Theologie, kath. Theologie, Wirtschaftswissenschaften und Zahnmedizin Vorklinik

Nach Plenumsbeschluss vom 04.05.14

Stellungsanhme zum AStA Haushaltsentwurf 2014

Der Zentrale Fachschaftenrat der JGU Mainz billigt unter Vorbehalt den Entwurf für den Haushalt 2014 entsprechend der Beschlusslage des AStA vom 23.10.2014.

Es stimmten 14 Fachschaften für den Entwurf, 14 Fachschaften enthielten sich, keine Fachschaft stimmte dagegen.

Die Fachschaften mahnen an, dass die Kosten für die Aufwandsentschädigungen des ZeFaR-Vorstandes wieder aus dem allgemeinen Haushaltstitel für die Aufwandsentschädigungen bestritten werden sollen und nicht mehr aus dem Haushaltstitel der Fachschaften, da es sich hierbei nur um eine Ausnahmeregelung gehandelt hatte.

Im Namen der Fachschaften,

Julian Linke
(ZeFaR Vorsitzender)

Stellungsnahme auf Grundlage der Abstimmung über den AStA Haushalt 2014 am 27.11.2013 im öffentlichen ZeFaR-Plenum. Nachzulesen im ZeFaR-Rundbrief #900 (erhältlich bei allen Fachschaften und im AStA).