Allgemein

Zentralbibliothek am 11.09. und 12.09. geschlossen


Update 12.09., 15:25 Uhr: Die Zentralbibliothek ist wieder zugänglich!


Am 11. und 12.09.2019, werden in der Halle der Zentralbibliothek defekte Lampen ausgetauscht. Dafür muss die Halle aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden.

Es wird in dieser Zeit keine Durchgangsmöglichkeiten zu Lesesaal, Lehrbuchsammlung, Freihandbereich oder Gruppenarbeitsräumen geben.

Der Eingangsbereich mit den Druck-/Kopiergeräten ist geöffnet.

Bücher werden Sie im Bibliotheksbereich Georg Forster-Gebäude zurückgeben können.

Am Donnerstag, den 13.09.2018, sind wir dann wieder wie gewohnt für Sie da - mit neuer Helligkeit. 😉

Ab 03.09.2018: Umzug der BB Ethnologie und Afrikastudien

Ab dem 10.09.2018 finden Sie die BB Ethnologie und Afrikastudien im 1. OG der BB Rechts- und Wirtschaftswissenschaften im Jakob-Welder-Weg 9.

Die leeren Regale in der BB Rewi warten... Fotograf: Stephan Max

Während des Umzugs, vom 03.09. bis 09.09.2018, sind beide Bereichsbibliotheken geschlossen!

Nach dem Umzug hat die BB Ethnologie und Afrikastudien dann länger für Sie geöffnet:
Montag - Samstag 08.00 - 22.00 Uhr
Sonntag 10:00 - 22:00 Uhr

Das Archiv für die Musik Afrikas (AMA) bleibt bis auf Weiteres im SB II.

Bitte beachten Sie:
Der Zugang zur BB Rechts- und Wirtschaftswissenschaften erfolgt bis auf Weiteres über den Seiteneingang am Ende des Gebäudes (Fußweg zwischen Philo und SB II). Grund hierfür sind die Bauarbeiten für den neuen Lernbereich.

Der Werwolf aus Mainz – oder: wieso die Geschichte Deutschlands so kompliziert ist

Wie unterschiedlich deutsche Geschichte interpretiert, vor allem aber wie sehr sie instrumentalisiert werden kann, beweist der Blick zurück in die ersten Jahre nach der Gründung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz – am Beispiel der Kontroverse der drei Kontrahenten Wilhelm Boudriot, Gustav Zerres und Karl Barth.

 

Wilhelm Boudriot, dessen Todestag sich heute zum 70. mal jährt, wurde 1946 als Professor an die Universität Mainz berufen – damals noch nicht ahnend, welch politisches Unheil ihm bald schon bevorstehen sollte. Boudriots Lesart der deutschen Geschichte zeigte sich im Herbst 1946, als er es sich zur Aufgabe machte, den reformierten Theologen Karl Barth aus der Schweiz scharf zu kritisieren.

 

Eine Linie, zwei Ansichten

Die Universität Mainz. Ort des akademischen Diskurses oder Heimstätte des akademischen Werwolfs? Quelle: Universitätsarchiv Mainz S 3, Nr. 2371. Fotograf Reiner Wierick

Barth erkannte eine klare, historische Linie vom „Alten Fritz“ aus der Zeit der Spätaufklärung über Otto von Bismarck bis hin zu Hitler: Der ganze Weg sei, so Barth, ein einziger politischer Fehlschlag gewesen. Ein Fehlschlag, der letztlich in die Unmündigkeit und Unselbstständigkeit der deutschen Volkes führte. Und damit zur Katastrophe des „Dritten Reiches“.

Wilhelm Boudriot war da ganz anderer Meinung. Er sah im „Alten Fritz“, der ja schließlich auch  „der Große“ heißt, einen edlen Eroberer und in Otto von Bismarck den Erschaffer des modernen Deutschen Reiches. Beide waren für ihn keineswegs Machtpolitiker, sondern große Herrscher. Denn ihnen sei es nicht um den blinden Gehorsam des preußischen oder deutschen Volks gegangen. Außerdem hätte sich ihre tradierte Verwaltungskunst durch die ganze deutsche Geschichte bis hin ins „Dritte Reich“ gezogen und selbst dort Spuren hinterlassen. Hitler und dessen Naziregime lobte er als eine Obrigkeit, die wortwörtlich eine „Unzahl echter staatlicher Aufgaben erfüllt“ hätte – ein Satz, der Boudriot später politisch das Genick brechen sollte.

 

Der Schöpfer der Bestie

Der Dritte aus dem Bunde war Gustav Zerres, ein Zeitungsredakteur vom Rheinischen Merkur. Zerres spürte die Karrierechance und hatte großes Interesse daran, Boudriots zwar zweifellos nazifreundliche, aber immer noch ausdifferenzierte Kritik an Karl Barth mit einem Sturmangriff, mit einem hypokritischen Pamphlet, mit einer hasserfüllten Tirade zu attackieren.

Zerres stellte Gesinnung und Charakter der von Boudriot genannten deutschen Machthaber in Frage: Friedrich der Große habe seine Freunde nach eigener Aussage eiskalt hintergangen. Bismarck soll eigene politische Verbrechen mit den Annexionen Friedrichs gerechtfertigt haben. Und Kaiser Wilhelm II., von Boudriot als intelligenter und missverstandener Herrscher verehrt, skizzierte Zerres in wüsten Strichen als gnadenlosen Kriegsfanatiker.

Nun. Zerres mag überzeugende Argumente aufgetischt haben im Wortgefecht mit Wilhelm Boudriot. Auch ist an seiner Analyse der Schattenseiten dieser Männer etwas dran. Aber seine Denunziationen waren eines Journalisten unwürdig: Er prangerte Boudriot als einen „Werwolf Academicus“ an, als letzte Bestie, die von den Nazis kurz vor deren Untergang freigelassen worden war. Und die Universität Mainz diffamierte Zerres als eine Zuchtstätte des Faschismus. Mit dieser Meinung war er nicht allein. So kritisierte ein Kollege Zerres‘ namens Otto Zahn, linker Journalist und Politiker, die Universität für faschistoide Züge, die auf dem Campus und im alltäglichen Betrieb ihr Unwesen trieben. Allerdings ging Zerres mit der Wortwahl „Werwolf Academicus“ und Nazi-Bestiarium zu weit, wie ihm später klar werden sollte.

 

Wer im Glashaus sitzt...

Wollte Zerres bei seinen Denunziationen auf die nationalsozialistische Freischärlerbewegung „Werwolf“ anspielen? Boudriot als freigelassene Bestie des untergehenden NS-Regimes zu denunzieren, scheint äußerst fragwürdig zu sein: Boudriot war während des Dritten Reichs Mitglied der oppositionellen Bekennenden Kirche und war deshalb von den Nazis verfolgt worden. Eine Betätigung im Sinne des Nationalsozialismus lag ihm sicher fern.

Zerres selbst hingegen konnte mit einer Nazivergangenheit aufwarten, die alles von Boudriot Gesagte und Kontroverse in den Schatten stellte. Der Redakteur Dr. Theo Schröter klärte den Uni-Präsidenten über Zerres auf und enthüllte die Ironie: Er selbst hatte Zerres 1938 wegen Vertragsbruch und fehlender Disziplin aus der Redaktion des Duisburger General Anzeigers suspendiert. Wieso? Zerres hatte ihm fehlende Nähe zum Nationalsozialismus unterstellt. Aber die Krönung des Ganzen: Nach dem Krieg unterstellte Zerres Schröter wiederum Nähe zum Nationalsozialismus. Und so schließt sich der Kreis.

Was war Zerres nun? Ein verbitterter Altnazi, der seinen unerfüllten Karrierechancen im NS-Staat hinterher trauerte und die fehlerhafte Politik Hitlers und dessen Nazischergen für den Untergang des „Dritten Reiches“ verantwortlich machte? War er ein zur Demokratie gekehrter, investigativer, linker Journalist mit Leib und Seele, der die Mutmaßung nicht ertragen konnte, dass Boudriot Teile der NS-Vergangenheit verklärte? Oder war Zerres nichts Anderes als ein lupenreiner Opportunist, der nur nach der nächsten Titelstory lechzte, egal, wen er dafür in aller Öffentlichkeit diffamieren und denunzieren musste.

Fakt bleibt: Zerres selbst hatte keine weiße Weste. Wie so mancher eben, der den moralischen Zeigefinger auf andere richtet.

 

Happy End?

Aber was geschah jetzt eigentlich mit Professor Wilhelm Boudriot? Wir brauchen keinen Cliffhanger und lüften das Geheimnis des „Werwolfs“. Die Offenbarung über Zerres' fragwürdigen Ansichten und Verhaltensweisen vermochten nicht, Boudriot zu helfen. Nicht einmal die tatkräftige Unterstützung einiger evangelischer Institutionen von Rang und Namen. Sie gaben Boudriot zwar das Gefühl, nicht alleine zu sein, das Gefühl, nicht von allen missverstanden zu sein, das Gefühl, den zuständigen Autoritäten nicht völlig hilflos ausgeliefert zu sein. Aber sie identifizierten sich nicht mit Boudriots Aussagen.

Trotz vielseitiger, angesehener und autoritärer Unterstützung musste Boudriot letztlich seine eigenen Interessen dem Ruf der Universität Mainz unterordnen und wurde suspendiert, formal bestand die Universität aber darauf, dass er seine Lehrtätigkeit (unter Weiterbezug seines Gehalts) ruhen lasse, bis die Angelegenheit abschließend geklärt sei.

Ein dramatisches Urteil für den ehrgeizigen, ideologischen und leidenschaftlichen Intellektuellen, der einen Beitrag zum politischen Zeitgeist und zur  theologischen Wissenschaft leisten wollte. Am 23.8.1948 verstarb Wilhelm Boudriot überraschend im Alter von nur 55 Jahren. Nach seinem plötzlichen Tod zeichnete sich ab, dass er wohl bald wieder den Vorlesungsbetrieb hätte aufnehmen können. Deutsche Geschichte ist eben nicht nur kompliziert, sondern auch nicht immer gerecht...

 


Marvin Mikow ist Student der Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und schrieb diesen Artikel im Rahmen der Übung „Archivnutzung für Historikerinnen und Historiker“.

Psychotherapeutische Beratungsstelle: noch freie Kursplätze

Die Psychotherapeutische Beratungsstelle bietet auch in den Semesterferien Kurse zu verschiedenen Themen an.

Aktuell gibt es noch freie Plätze bei:

  • Schreibprobleme bewältigen B
    28.08. bis 25.09.2018, jeweils dienstags von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr
  • Training sozialer Fertigkeiten B
    03.09. bis 24.09.2018, jeweils montags von 16.30 Uhr bis 19.30 Uhr
  • Crashkurs Prüfungsangst
    Donnerstag, 13.09. von 16.00 Uhr bis 20.00 Uhr und Freitag, 14.09.2018 von 09.30 Uhr bis 13:00 Uhr

Einfach anmelden über die Website der PBS: www.pbs.uni-mainz.de

Elektroprüfung der PCs (GFG, ZB)

In den nächsten Tagen müssen alle PCs einer vorgeschriebenen Elektroprüfung unterzogen werden:

  • Dienstag, 10.07., PCs im Bibliotheksbereich GFG
  • Mittwoch, 11.07., PCs in der Halle der Zentralbibliothek
  • Donnerstag, 12.07., PCs im Lesesaal 2 der Zentralbibliothek

Während des jeweiligen Überprüfungszeitraums stehen die Geräte leider nicht zur Verfügung.

BrowZine – Testzeitraum bis Ende Mai verlängert

Der Testzugang zu BrowZine wurde bis Ende Mai verlängert. Solange können Sie mit BrowZine von Third Iron ganz einfach auf die lizenzierten Zeitschriften der Universität Mainz zugreifen.

Die Zeitschriften werden nach Fächern und Fachgebieten sortiert angezeigt, es gibt zudem eine Suchmöglichkeit nach Titeln. Die einzelnen Ausgaben können durch Klick auf das Cover der Zeitschrift aufgerufen werden, um anschließend die Artikel des Hefts auszuwählen. Artikel können zudem in einem eigenen Account gespeichert oder in Literaturverwaltungsprogramme wie EndNote exportiert werden.

Browseransicht von BrowZine

Sie können BrowZine im Browser aufrufen oder sich die Anwendung für iOS , Android oder Kindle Fire  auf Ihr mobiles Endgerät laden. Bitte beachten Sie, dass Sie sich dazu im IP-Bereich der Universität befinden müssen.
-> Zugriff auf elektronische Medien

Wenn Sie BrowZine installiert haben, wählen Sie bitte die Universitätsbibliothek Mainz aus, damit Ihnen unsere lizenzierten Zeitschriften zur Verfügung stehen.

Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen zum Test von BrowZine an bbum@ub.uni-mainz.de.

Neuer Gesetzestext zum Urheberrecht

Zum 01. März 2018 tritt das Gesetz zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft (UrhWissG) in Kraft. Hieraus ergeben sich folgende Regelungen für die Fernleihe:

Zukünftig dürfen nur noch 10 % eines Werkes oder vollständige Artikel aus wissenschaftlichen bzw. Fachzeitschriften in Kopie bereitgestellt werden. Vollständige Artikel aus Zeitungen oder Publikumszeitschriften zu kopieren ist nicht mehr erlaubt. Außerdem darf das bereitgestellte Material nicht kommerziell genutzt werden.

 

Den vollständigen Gesetzestext finden Sie hier.

Eine Zusammenfassung der Änderungen vom Deutschen Bibliotheksverband gibt es hier.

Die Universität Konstanz hat die Änderungen in einer Handreichung zusammengefasst.