Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll · Vortragsexposé · Sommersemester 2009

Studium generale: Mainzer Universitätsgespräche
"Blicke ins Licht. Wie Natur- und Kulturwissenschaften Licht erklären und deuten"

Prof. Dr. Elke Lütjen-Drecoll
(Erlangen-Nürnberg)

"Zum Sehen geboren, zum Schauen bestellt." Eine funktionelle Morphologie des Sehorgans und Ursachen von Erblindungen

Mittwoch, 3. Juni 2009, 18.15 Uhr, Hörsaal N 3 (Muschel)

Das Sehen ist ein aktiver Vorgang, für den das Sehorgan eine wesentliche Voraussetzung darstellt, das aber darüber hinaus die Sehbahn, das Gehirn und ein aktives Vorstellungsvermögen benötigt. Gerade beim menschlichen Auge, das in der Gruppe der Mammalier nur mit den höheren Affen die Ausbildung der Stelle des schärfsten Sehens, die Macula lutea und Fovea centralis teilt, ist der Sehvorgang besonders komplex.
Im Alter gehäuft auftretende Erkrankungen des Sehorgans, wie grauer Star, grüner Star oder die so genannte Maculadegeneration können zum Verlust des Sehvermögens, zur Erblindung führen. Die Ursachen dieser chronisch degenerativen Erkrankungen sind noch weitgehend unbekannt. In Erlangen besteht seit 13 Jahren ein Forschungsschwerpunkt, der Sonderforschungsbereich Glaukome einschließlich Pseudoexfoliationssyndrom, der sich mit den Ursachen und möglichen Therapien zur Verhinderung von Erblindungen beschäftigt.

Elke Lütjen-Drecoll, Prof. Dr. med., ist seit 1985 Leiterin des Anatomischen Institutes, Lehrstuhl II der Universität Erlangen-Nürnberg. Der wissenschaftliche Schwerpunkt der Arbeiten von Frau Lütjen-Drecoll liegt auf dem Gebiet der funktionellen Morphologie des Auges und speziell des Glaukoms und anderer altersbedingter Augenerkrankungen. Ihre Arbeiten sind in über 200 Publikationen veröffentlicht. Die Arbeiten wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Albrecht von Graefe Preis der deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und vielen internationalen Preisen, wie dem höchstdotierten Preis in der Ophthalmologie, dem ALCON Research Institute Award sowie dem angesehenen "Endre Balazs Price" dem Bárány-Preis und dem "Helen Keller Price for Vision and Research".
Sie ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz, seit 2005 Präsidentin dieser Akademie und seit 2009 Vizepräsidentin der Union der Akademien, außerdem ist sie Mitglied der Akademie der Naturforscher, Halle. Sie wurde mit dem Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet und erhielt den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz.


Nächster Vortrag in dieser Reihe:
Prof. Dr. Dethard von Winterfeld (Professor em. für Kunstgeschichte, Universität Mainz)
Das Licht in der christlichen Sakralarchitektur
Mittwoch, 17. Juni 2009, 18.15 Uhr, Hörsaal N 3 (Muschel)