Gesangbuchbibliographie

Das großangelegte Projekt Gesangbuchbibliographie hat das Ziel, für Wissenschaft und interessierte Öffentlichkeit eine Datenbank sämtlicher gedruckter deutschsprachiger Gesangbücher bereitzustellen, die seit der Reformation bis heute erschienen sind.

1999 begann ein Wissenschaftsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Kurzke, Prof. Dr. Ansgar Franz und Prof. Dr. Stephan Füssel die bisher unbekannte Kultur- und Medienlandschaft der Gesangbücher zu erschließen.

Für die Datenerfassung wurden zahlreiche online zugängliche Bibliothekskataloge sowie Bibliographien und Sekundärliteratur ausgewertet, aber auch Karteikarten und Regale durchforstet. Die endgültige Aufnahme der Titel erfolgt – so weit möglich – nach Autopsie, also indem ein Exemplar in Augenschein genommen wurde. Zahlreiche Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz  wurden aufgesucht. Außerdem wurden, meist durch Korrespondenten vor Ort, bedeutende ausländische Bibliotheken in Prag und St. Petersburg, im Baltikum und in Ungarn erfasst, in denen sich deutschsprachige Gesangbuchbestände erhalten haben. Ein besonderer Schwerpunkt lag in Siebenbürgen. Aufnahmen in Nord- und Südamerika sind beabsichtigt.

Die Nutzer der Datenbank können nicht nur Titelblätter in exakter Übernahme des Originalwortlautes studieren, sondern sich auch über die Zahl der Lieder und ihre Ausstattung mit Noten in den jeweiligen Ausgaben informieren. Hinzu treten Angaben über den Umfang der Gesangbücher, denen nicht selten weitere religiöse Schriften, etwa Gebetbücher, angebunden waren. Für die buchwissenschaftliche Forschung interessant sind Angaben über Drucker, Verleger und Privilegien. Konfession und Urheber wurden möglichst ermittelt, die Vorreden werden angezeigt und teilweise ausgewertet. Der Bezug zu den Fachbibliographien und den virtuellen Verzeichnissen der deutschsprachigen Drucke des 16. und 17. Jahrhunderts wird über die Siglen hergestellt. Zum Inhalt eines Datensatzes gehören auch Literaturnachweise und Angaben zu den Abhängigkeitsverhältnissen der Gesangbücher untereinander, die aber wegen technisch bedingter Hindernisse noch nicht online recherchierbar sind.

Anfängliche Schätzungen gingen von einer Gesamtzahl von maximal 13.000 Titeln aus. Diese Erwartungen wurden bald von der Wirklichkeit übertroffen. Inzwischen enthält die Datenbank mehr als 29.000 Datensätze – und selbst damit sind noch nicht alle deutschsprachigen Gesangbücher erfasst. So bleibt das Projekt im Ausbau. Aufgrund der dringend notwendigen Umstellung auf ein zeitgemäßes Datenbankformat kann online derzeit nur der bis zum Jahr 2016 erfasste Datenbestand recherchiert werden. Die Arbeiten an einer neuen, um zahlreiche Recherchewerkzeuge erweiterten Datenbank (HDB) werden in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Beat Föllmi (Université de Strasbourg) durchgeführt.

Für die Benutzung der Suchfunktion empfiehlt sich ein Blick auf die Hinweise zur Suche in der Datenbank.

Ansprechpartnerinnen: Dr. Elisabeth Fillmann (für den Zeitraum 1883 bis zur Gegenwart)
Dr. Heike Wennemuth (für den Zeitraum vom 16. Jahrhundert bis 1882)

Übersicht der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Projekts "Gesangbuchbibliographie".

 

Gefördert durch:

Deutsche Forschungsgemeinschaft, von 1999 bis 2008 im Rahmen eines großangelegten Forschungsprojektes

Theologisches Seminar Elstal: Erfassung freikirchlicher Gesangbücher

Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien; Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften; Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien: Erfassung siebenbürgischer Gesangbücher

Verein "Kultur - Liturgie - Spiritualität e.V.": Softwarearbeiten