STRATOCLIM 2017

 

Die M-55 Geophysica "Mystic-B" hebt ab. Foto: Ralf Weigel

StratoClim ist ein mehrjähriges, von der Europäischen Union gefördertes, Forschungsprojekt.
Die Abkürzung "StratoClim" steht dabei für "Stratospheric and upper tropospheric processes for better climate predictions". Das Hauptziel des Projektes ist es, verlässlichere Vorhersagen zum Klimawandel und stratosphärischem Ozon zu erhalten, indem Schlüssel-Transportprozesse der Atmosphäre untersucht, besser verstanden und dann in Modellen aufgelöst werden können.
In globalen Vorhersagemodellen werden heutzutage die komplexen (chemischen) Interaktionen und Rückkopplungen, die in der Grenzschicht zwischen Tropos- und Stratosphäre ablaufen, immer noch unzureichend repräsentiert. Insbesondere in Hinblick auf die Dynamik natürlicher und anthropogener Emissionen von Aerosolen und ihrer Ausgangsstoffe, sowie von Treibhausgasen und weiterer, wichtiger Spurengase. Eine aktuell diskutierte Hypothese ist, dass gerade diese winzigen (Aerosol-) Partikel eine tragende Rolle im globalen Wettergeschehen spielen.
Das Projekt StratoClim untersucht diese Hyothese auf mehreren Ebenen. Es werden Boden-, Ballon- und Flugzeugmesskampagnen durchgeführt, deren Ergebnisse dann in chemische Prozess-Modelle (CCMs) und in Global-Modelle (ESMs) einfließen.

Für die Flugzeugmesskampagne kommt das russische Forschungsflugzeug M-55 Geophysica zum Einsatz. Diese Maschine hat eine einzigartige Kombination aus Dienstgipfelhöhe (21.5 km), relativer Langsamkeit (700km/h), sowie möglicher Zuladung an wissenschaftlichen Equipment (ca. 1.5 t) und ist daher ideal für die Ziele von StratoClim geeignet. Es wird, mit einer hoch spezialisierten Zusammenstellung von Messgeräten ausgerüstet, über dem indischen Subkontinent bisher einzigartige Messungen während des asiatischen Monsuns durchführen. Dabei werden die Verteilung von Spurengasen bestimmt, sowie die chemische Zusammensetzung, Anzahl- und Größenverteilung von Aerosolteilchen und Wolkenpartikeln gemessen.

Als Kampagnenstandort wurde Katmandu gewählt. Die Mainzer Atmosphärenforscher sind mit den Aerosolmessgeräten COPAS, UHSAS und ERICA vertreten, sowie mit den Wolkenpartikelmessgeräten CCP, CIP, PIP und HALOHOLO. Damit decken Sie einen Größenbereich von 60 Nanometern bis 6 Millimeter ab.

Die Kampagne findet im Juli und August 2017 statt.

StratoClim wird unter anderem gefördert durch:

  • die Europäische Union, 7. Rahmenprogramm (FP7/2007–2013) als StratoClim Projekt (No. 603557)
  • sowie durch den Europäischen Wissenschaftsrat (FP/2007-2013)/ERC, Förderkennzeichen No. 321040 (EXCATRO),
  • das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über das Verbundprojekt SPITFIRE (01LG1205A) innerhalb der ROMIC-Initiative (ROle of the MIddle atmosphere in Climate),
  • und durch die Unterstützung der Max-Planck-Gesellschaft.

Weitere Informationen zu StratoClim finden sich hier:

http://www.stratoclim.org/

Informationen zur Geophysica

https://en.wikipedia.org/wiki/Myasishchev_M-55

Aktuelle Flugpfade

https://www.flightradar24.com/AZAZ0909/e3f2e22

Der neueste Blogeintrag befindet sich oben.

Donnerstag 17.08.2017 - Nachlese

Einmal tief durchatmen - Beitrag von Oliver Schlenczek

Als Nachtrag zur Stratoclim-Messkampagne sei noch darauf hingewiesen, dass wir hier in Deutschland und Europa bezüglich Luftqualität (Feinstaub, Stickoxide) auf einem sehr hohen Niveau jammern. Die Emissionen durch den Verkehr in Kathmandu erkennt man insbesondere während des Berufsverkehrs mit bloßem Auge, ohne dass es eines Messgeräts bedarf. Sichttrübungen über den Hauptverkehrsstraßen mit einer maximalen Sichtweite von unter einem Kilometer sind nicht gerade selten. Außerdem erkennt man hier den Unterschied zwischen einem Diesel und einem Benziner nicht nur am "Geschmack", sondern auch an der Farbe der Emissionswolken. Die teils drastischen Mengen an ausgestoßenem Ruß zeigen auch, dass die Motoren der fast ausschließlich indischen Nutzfahrzeuge (u.a. Tata, Mahindra, Eicher) nicht besonders effizient sein können...
Verglichen mit den Verhältnissen in Kathmandu ist die Innenstadt von Stuttgart buchstäblich ein Luftkurort.

Reduzierte Sichtweite durch aufgewirbelten Staub und Abgase des Stadtverkehrs.

"Heiter bis wolkig" - eine Collage der Emissionsfahnen verschiedener Kraftfahrzeuge in Kathmandu. Fotos: Oliver Schlenczek

Hier der Sieger unseres "Emission Contest": Ein Water Supply Truck. Das aufgemalte Motto "Life is hard but not impossible" trifft den Nagel auf den Kopf.

Text und Fotos: Oliver Schlenczek

Danke für den Beitrag. Over and Out aus KTM.

Unser Blogschreiber Max Port ist Promotionsstudent am Max-Planck-Institut für Chemie in der Gruppe Partikelchemie von Prof.Dr. Stephan Borrmann und hat während StratoClim Messdaten für seine Forschungsarbeit zur "Wolkengesteuerte Umverteilung von Wasser und Aerosolen in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre" gesammelt. Foto: Christoph Mahnke

Montag 14.08.2017 - Ende der Kampagne

Nachdem der Rückflug von Geophysica nicht wie geplant am Sonntag stattfinden konnte, weil die indische ATC die notwendige Überfluggenemigung verweigerte, konnte die Geophysica dann endlich am Montag Mittag gegen 14:15 LT zurück in ihren Heimatflughafen aufbrechen. Die Maschine ist in Zhukovsky, in der Nähe von Moskau stationiert. Ihr Rückflug ging von Kathmandu über Baku in Azerbaijan (Tankstop) nach Moskau, Zubrovsky International Airport.

Wir sagen до свидания - Do Svidaniya! Auf Widersehen alte Dame und guten Flug. Damit geht eine sehr erfolgreiche Forschungskampagne zuende. Wir haben viele wertvolle Daten auf insgesamt 8 Messflügen sammeln können und die ersten "Quicklooks" der Messadaten versprechen interessante Beobachtungen.

Das Mainzer Team fliegt heute und am Mittwoch zurück nach Deutschland. Die Messgeräte werden überwiegend per Luftfracht zurückgeschickt und sollten Ende nächster Woche in Mainz eintreffen.

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung hat eine Pressemitteilung über die Kampagne herausgegeben:

https://www.awi.de/nc/en/about-us/service/press/press-release/fluege-ins-unbekannte-mit-dem-hoehenforschungsflugzeug-in-die-oberen-stockwerke-des-asiatischen-mons.html

Das Team StratoClim in Katmandu.
Foto: Marcus Rex

Suchbild mit Tempel. Foto: Christian von Glahn.

Freitag 11.08.2017

Nachtrag zu Donnerstag den 10.08.

Geophysica ist gestern Abed spät gelandet, die Instrumente haben nach ersten Kontrollen den letzten Flug gut überstanden, und wurden schon wieder in Kisten für den Rücktransport gepackt. Nach jedem Flug gibt es ein "Pilot-Debriefing", bei dem der Pilot über die besonderen Vorkommnisse des Fluges berichtet. Dieser Flug war besonders spanned, weil der Pilot, frei nach Ermessen, Konvektionszellen, "Tower" suchen und auf verschiedenen Höhenstufen umrunden sollte. Unser Mainzer Kollege Sergej Molleker hat dabei vom Russischen ins Englische übersetzt.

Pilot Debriefing mit Pilot Oleg und Sergej übersetzt. Foto: Max Port

Wo die "Tower" entlang des Flugpfades gesichtet wurden war natürlich von besonderem Interesse. Foto: Max Port

Am Ende gab es für die beiden Piloten Oleg und Tagir Standing-Ovations vom Team StratoClim für ihren unermüdlichen Einsatz für das Projekt.

Die Maschiene ist von ihrem letzten Messflug zurück in den Hangar geschoben worden und die Teams bauen die Instrumente zum letzten Mal aus. Foto: Max Port

Donnerstag 10.08.2017

Der 8. Messflug steht an. Take-off ist für 13:00 Uhr local time geplant. Der Pilot wird heute auf niedriger Höhe fliegen ("nur" ca. 15km hoch) und nach eigenem Ermessen nach Konvektionszellen Ausschau halten. Wenn er einen geeigneten "Wolkenturm" findet, soll er die Zelle mehrfach umrunden, und dabei die Luftmassen der Auf- und Abwind-Regionen der Konvektionszelle durchfliegen.

Wir sind gespannt Ob und Wie dieses Vorhaben heute gelingen wird.

Wie sehen eigentlich die Bilder aus, die unsere Partikelmessgeräte von ihren Messflügen mitbringen?

Im Prinzip vermessen wir mit den "Cloud Probes" den Schatten eines Partikels, den es auf ein Fotodiodenarray wirft, wenn das Partikel im Flug eine Laserstrahl-Messstrecke unseres Instruments passiert. Der Schattenwurf über die Diodenarray-Breite ergibt die Partikelgröße quer zur Flugrichtung und die Anzanl der gescannten Bildzeilen pro Partikelereignis ergibt seine Größe in Flugrichtung. Dazu ein paar Beispiele vom letzten Messflug, aufgenommen mit der "Cloud Image Probe - Grayscale".

Beispiele der aufgenommenen "Partikel-Schattenbilder" der Cloud-Combionation-Probe CCP in etwa 200hPa Flughöhe. Es sind gut einige charakteritische Eiskristallformen wie Säulen, Bullet-Rosettes und weitverzweigte Kristalle zu erkennen. Aus diesen Bildern, lassen sich neben der Form, die Größe und Anzahlkonzentration pro Kubikzentimeter bestimmen. Foto: Max Port

Und Oliver Schlenzcek von HALOHOLO hat für diese Frage auch ein Beispiel für die holografischen Bildaufnahmen von Partikeln zur Verfügung gestellt. Besten Dank.

Rekonstruierte Hologramme der Eiskristalle ergeben diese detailreichen Bilder der Wolkenbewohner in etwa 300hPa Höhe. Foto: Oliver Schlenzcek

UPDATE 15:30 LT

Mit 90min Verspätung ist die Geophysica zum "Tower Chasing" aufgebrochen. Wir hatten starken Regen währendessen und hoffen, dass alle Messgeräte die lange Wartezeit gut überstanden haben.

 

Dienstag 08.08.2017

Der 7. Messflug ist soeben gestartet, Geophysica ist um 9:30 local time in Richtung Indien aufgebrochen. Es soll heute in einem breiten Höhenband die vertikale Struktur der vom Monsun beeinflußten Luftmassen untersucht werden. Dafür wird der Pilot ein recht komplexes Flugprofil mit mehreren "Dives" fliegen.

Seitenansicht des heutigen Flugpfades zur Beprobung des Convective Outflows über ein breites Höhenband.

Heute morgen lief alles sehr glatt und wir wären fast! pünktlich gestartet, wenn nicht der (überpünktliche) Tanklastfahrer sich entschieden hätte, rechts am Flugzeug über die Wiese vorbeizufahren und ja..... im Matsch stecken geblieben ist. Der Versuch den Tanklaster mit einem Traktor herauszuziehen scheiterte und auch der zweite Versuch, den Laster mit einem größeren Tanklaster herauszuziehen, endete in einer kolossalen Auspuff Rußwolke und dem Abreißen der Abschleppstange.

Der Apron heute morgen.
Foto: Christoph Mahnke

Abschleppversuch Nr.2 Foto: Christoph Mahnke

Aber von so Kleinigkeiten lassen wir uns nicht die Laune verderben.

Unsere Wahl zum Mr. Fancy Apron Umbrella 2017 geht an...
Foto: Christoph Mahnke

Geophysica ist bereits auf dem Rückflug und wir sind gespannt, wie sich heute die Instrumente bewährt haben.

Update 16:30 LT:  Alle Cloud Probes und HALOHOLO, sowie unsere Aerosol Messgeräte COPAS und UHSAS haben einwandfrei funktioniert und interessante Eiskristallformen und Konzentrationen gesehen. ERICA hatte Probleme mit einem Messgerät, der Fehler konnte allerdings durch einen Neustart der Komponente während des Fluges behoben werden. Insgesamt hat ERICA schon über 140.000 Partikel Spektren während StratoClim aufgenommen.

Over and out. Foto: Christoph Mahnke

 

Samstag, Sonntag, Montag 05 - 07.08.2017

Nachtrag zu den letzten Tagen. Am Freitag Abend hatten wir eine StratoClim Campaign Party im "Garden of Dreams". Eine im englischen Kolonialstil angelegte Gartenanlage, in der es auch ein Restaurant gibt. Bei Getränken und einem leckeren Buffet hatten wir Gelegenheit uns von den hinter uns liegenden, intensiven Kampagnentagen zu erholen und den bisher erfolgreichen Verlauf der Kampagne zu feiern.

Garden of Dreams in Kathmandu. Foto: Max Port

Und Wer steht in der ersten Reihe? Foto Max Port

Am Samstag haben wir eine defekte Druckregelung für die Heizungelemente der CCP getauscht und die Instrumente für den Flug am Sonntag vorbereitet. Am Sonntag wurde in zwei langen Schenkeln über Nepal, Indien und Bangladesh auf konstanten 110hPa die Region des "Main Convective Outflows" in seiner horizontalen Struktur untersucht. Über dem Golf von Bangladesh wurde ein "Dive" bis auf 150hPa geflogen und dann ist die Geophysica auf 110hPa zurückgekehrt. Während des gesamten Fluges haben unsere "Cloud Probes" zu unserer Freude überraschend viele Ereignisse aufgezeichnet. Auch HALOHOLO hatte nach einigen vorangeganenen Start-Schwierigkeiten einen sehr guten Messflug.

Geschäftiges Treiben rund um den Flieger vor dem 6. Messflug am Sonntag. Foto: Christoph Mahnke.

Nach dem 6. Messflug am Sonntag kam jede Menge Troubleshooting bei den Wolkenpartikel Messgeräten auf uns zu. Die CIP war ziemlich "buggy" und die Ursache dieser Bugs war eindeutiger Natur:

Es hatten sich jede Menge "Stratosphären Spinnen" in den Schläuchen des CIP- Pitot-Rohres gesammelt. Wie auch immer die alle dort hinein gekommen sind. Damit war die Messung des dynamischen Drucks und der Sondengeschwindigkeit dahin. Foto: Christoph Mahnke.

Am Montag Nachmittag hatten wir nach der Erledigung aller Vorbereitungen für den 7.Flugtag, spontan Zeit für einen Ausflug gefunden. Wir sind nach Bhaktapur gefahren, eine kulturelle Perle, die mit dem Taxi circa eine halbe Stunde vom Flughafen entfernt liegt. Die Stadt besitzt wie Katmandu einen Königspalast und reich verzierte Tempelanlagen. Die Stadt ist für die traditionelle Newar Kultur und ihre Handwerkskunst berühmt. Ein ortskundiger Student einer Thanka-Kunstschule bot sich uns als Führer an. Zeitgleich fand in der Stadt das Vollmond Fest "Janai Purmina" statt, welches in ganz Nepal gefeiert wird. Am Dienstag findet dann das Gai Jatra statt, das Fest der heiligen Kühe.

Insgesamt unser bisher beeindruckenstes Erlebnis der nepalesischen Kultur.

Straßenszene in Bhaktapur, alle strömen Richtung Festplatz. Foto: Max Port

Bhaktapur Durbar Square. Foto: Max Port

Nach dem Erdbeben 2015 wurden viele Tempelanlagen und Häuser schwer beschädigt, man sieht überall die mit Holzstehlen notdürftig abgestützen Fassaden. Auch viele Tempelanlagen wurden leider völlig zerstört. Foto: Andreas Hünig

Händlerstraße in Bhaktapur. Foto Max Port

Der Wiederaufbau dieses kleinen Tempels nach Orginalplänen mit fantastischen Holzschnitzereien wurde Anfang der 90er Jahre von Helmut Kohl gestiftet. Helmut Kohl war ein großer Freund und Förderer von Nepal und Baktaphur. Foto: Max Port

Wir bekommen die Unterschiede von Thankas erklärt. Thankas sind religiöse Bilder die meistens buddhistische Motive zeigen. Es gibt Meister dieser Kunst, denen das Malen dieser religiösen Motive als Meditation dient und die ihr Leben lang an der Perfektion eines Mandalas, das Motiv, immer und immer wieder gearbeitet haben. Foto: Max Port

Andreas und Sergej vergleichen verschiedene Mandala Zeichnungen. Foto: Max Port

Ein Mann schürt das Feuer im Töpferofen am Pottery Square. Foto Max Port

Frauen vor ihrem Geschäft für traditionelle Töpferwaren am Pottery Square. Foto Max Port

Eine Kapala Bhairava Statue wartet am Straßenrand auf ihren Wiedereinbau. Bhairava wird in Nepal besonders verehrt und gilt als Schutzpatron des Landes. Foto: Max Port

Das Goldene Tor, der Eingang zum Königspalast in Bhaktapur. Foto: Max Port

Freitag 04.08.2017

Wir fliegen wieder! Geophysica ist um 03:18 Zulu für einen weiteren Messflug über Nepal gestartet. Heute interessiert uns nochmal die kalte Tropopausenschicht, die Grenze zur Statosphäre. Wir starten dabei im Bereich des Main Convective Outflows auf ca. 130hPa und steigen dann in mehreren Druckflächen bis zur stratosphärischen Hintergrundverteilung der Aerosole in maximaler Flughöhe auf (~50hPa).

Unsere heutige Flugplanung

Gestern Abend ist Oliver Schlenczek zur Verstärkung der Mainzer HALOHOLO Gruppe angekommen.

Oliver Schlenczek und Jacob Fugal sind mit dem holographischen Wolkenpartikel-Messgerät HALOHOLO für  StratoClim dabei. Foto: Max Port

Heute morgen konnten wir die guten Vorraussetzungen für die Beobachtung von Zirrus-Eiswolken an einem schönen 22° Halo mit einer deutlich sichtbaren rechten Nebensonne erkennen. Die linke Nebensonne war auch erkennbar, auf dem Foto sieht man sie allerdings nur sehr schwach.

Halo mit Nebensonnen über dem Flugfeld von KTM. Foto wurde nachbearbeitet.
Foto: Max Port

Die Geophysica hebt zum 5. Messflug ab. Foto: Christoph Mahnke

Nach der Landung müssen die Bremsen von Geophysica immer mit Wasser abgekühlt werden. Die Mainzer  Messgeräte UHSAS (oben links), CCP (oben rechts) und PIP (unten) sind schon wieder mit Schutzkappen versehen worden. Aufnahme wurde nach dem 4.Messflug gemacht. Foto: Max Port

Unser Hotel gibt sich sehr viel Mühe, uns einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen und heute morgen überraschten uns kunstvoll geschnitzte Wassermelonen am Frühstücksbuffet.

StratoClim Wassermelone 😀 Foto: Max Port

Generell ist das Frühstück morgens sehr reichhaltig und üppig und wir können aus jeder Menge warmer und kalter Speisen auswählen. Für die Kollegen, die bereits ab 4 Uhr morgens im Hangar sind, werden uns Frühstückspakete vorbereit. Super Service - Vielen Dank!

Kichererbsen Curry, Yak-Käse Kroketten, Tomaten, Yak-Mozarella, Papaya und Ananas zum Frühstück ist eine stabile Grundlage für den Tag. Foto: Max Port

Gemütliche Runde mit den Kollegen nach einem erfolgreichen 4. Flugtag im Restaurant "Cloud 0" des Hotels. Der Name war wie für uns gemacht. Foto: Max Port

Mittwoch 02.08.2017

Wir sind in den Vorbereitungen für einen Flug heute Nachmittag über Nepal. Wir wollen in sechs Stufen die kalte Tropopausenschicht durchfliegen und im Anschluss in maximaler Höhe einen Schenkel fliegen.

Wir begrüßen unseren Mainzer Kollegen Jakob Fugal und HALOHOLO, der am Dienstag Abend angereist ist und das Instrument zum ersten Messflug vorbereit.

Es ist eine Pressmitteilung vom MPI für Chemie online

http://www.mpic.de/aktuelles/pressemeldungen/news/fluege-ins-unbekannte-mit-dem-hoehenforschungsflugzeug-in-die-oberen-stockwerke-des-asiatischen-monsuns.html

und ein weiteres Video in unserem YT-Channel 🙂

Unsere Kollegin Corinna Kloss vom Forschungszentrum Jülich schreibt ebenfalls einen Blog:

https://blogs.fz-juelich.de/climateresearch/

Stay tuned!

Montag 31.07.2017

Heute früh ist die Geophysica zu ihrem dritten Messflug über Nepal und Indien Richtung Nagpur aufgebrochen. Die ehrwürdige Lady hatte dabei ihren 500. Flug und wir gratulieren zu diesem Erfolg!!

Punks not Dead. Foto: Christoph Mahnke

Als das Flugzeug in den 80ern gebaut wurde, wusste niemand, wie sich die Konstruktion unter den enormen Belastungen von Stratosphärenflügen bewähren würde und man gab damals den Triebwerken nur eine maximale Laufzeit von 600 Betriebsstunden (Zum Vergleich, ein durchschnittliches Airbus Triebwerk ist 12.000 Std. in Betrieb). Diese wurden bereits 2011 erreicht und seitdem trotzt die Maschine allen Vorhersagen und bricht weiter Rekorde.

Das Ziel dieses Fluges war eine Untersuchung der Ausläufers des Asiatischen Monsun Antizyklons (AMA) auf zwei Schenkeln über Indien in 17km und 20km Höhe. Am Ende des Fluges hielten alle den Atem an, als der Pilot gezwungen war, aufgrund des vielen Verkehrs auf KTM, für fast eine Stunde in Warteschleifen über dem Katmandu Tal zu kreisen.

Flugpfad über Indien, bereitgestellt von Forschungszentrum Jülich.

Höhenprofil des dritten Geophysica Fluges, bereitgestellt von Forschungszentrum Jülich.

Denjenigen, die heute Morgen früh aufstehen mussten, um ihre Messgeräte vorzubereiten, zeigte sich zum ersten Mal am Horizont der Himalaya in seiner ganzen Schönheit.

Berge hinter den Bergen und die Feuerwehr nutzt die frühen Morgenstunden für eine Übung. Foto: Ralf Weigel

Die Cloud Probes liefen besser als gestern. Unsere Problemlösungen haben sich bewährt, allerdings haben wir auf einer Sonde immer noch mit Störungen zu kämpfen.

Der 501. Flug ist für Mittwoch geplant.

 

Sonntag 30.07.2017

Gestern hatten wir den zweiten Messflug. Diesmal hat alles deutlich reibungsloser funktioniert und wir sind guter Dinge für den dritten Flug morgen früh. Die Cloud Probes haben einige Fehler während des Fluges gezeigt, an denen wir heute im Laufe des Tages gearbeitet und hoffentlich behoben haben. Wir sind gespannt, wie sich die Geräte im nächsten Flug verhalten werden. Auf Kampagne im Flugbetrieb tauchen bei Messgeräten gerne Probleme auf, die auf dem Labortisch in der Form nie vorkommen.

Auch die Geophysica hält uns und das Team von MDB, dem Betreiber des Flugzeugs, ständig auf Trab. Seien es fehlende Druckgasflaschen für die Brems- und Pneumatikanlage des Flugzeuges, defekte Stromgeneratoren am Triebwerk oder zeitaufwändige Triebwerkstest, die noch zwischendurch eingeschoben werden müssen. Dazu kommen regelmässig, vorkommende Stromausfälle im Hangar, die auch nicht gerade die Arbeitsbedingungen erleichtern.

Aber wir sind guter Dinge und heute Abend ist Andreas Hünig als Verstärkung im ERICA Team angekommen. Namaskar!

Die Vorbereitungen zum zweiten Flug sind abgeschlossen, es gilt jetzt "Hands-Off" und wir warten auf die Freigabe für den Take Off der Maschine. Foto: Christoph Mahnke

Taxi und Take-Off permission granted. Es geht los. Foto: Max Port

Die Geophysica bricht zum zweiten Messflug über Nepal auf. Foto: Christoph Mahnke

Sergeij und Antonis checken den Status von ERICA beim Start. Foto: Max Port

Freitag 28.07.2017

Heute war Fehlersuche bei der CCP und PIP angesagt und Flugplanung für die nächsten zwei Tage.

Wir planen einen reinen Nepal Flug für Samstag. Die Ziele sind es in einer Route über Nepal den Anti-Zyklon auf verschiedenen Leveln zu beproben, einen langen Schenkel für GLORIA zu fliegen, um Luftmassen mit niedrigen Wolkenhöhen zu scannen und einen langsamen Abstieg zurück nach KTM zu fliegen.

Für Sonntag ist ein weiterer Messflug geplant. Wir wollen die südlichen Ausläufer des Asiatischen Monsun Antizyklons auf verschiedenen potentiellen Temperaturleveln beproben.

Ausgelassen Stimmung bei den Kollegen nach erfolgreicher Fehlersuche und einem frisch aufgebrühtem Kaffee 😉 Foto: Max Port

 

Eines der besten Gepäckstücke im Koffer.
Foto: Max Port

Manchmal hatten wir Abends für ein paar Stunden noch Zeit die Umgebung zu erkunden. Fußläufig vom Hotel entfernt ist Pashupattinath, ein berühmtes hinduistisches Heiligtum, das "Pashu Patti"  dem Herr der Tiere, ein anderer Name für Shiva, geweiht ist. Die Tempelanlage liegt am Bagmati, ein Zufluß des Ganges, welcher für die Nepalesen ein heiliger Fluß ist, hier werden rituelle Waschungen und Bestattungen durchgeführt. Es ist eine große letzte Ehre für einen Hindu, hier verbrannt zu werden.

Rituelle Verbrennung der Verstorbenen am Flussufer von Pashupatinath. Foto: Max Port

Am Freitag Nachmittag hatten wir die Gelegenheit die Altstadt von Lalitpur oder auch Patan genannt, einem südlichen Stadtteil von Katmandu, zu besuchen. Auch hier gibt es einen "Durbar Square" und viele buddhistische und hinduistische Tempel, die sich überall in diesem Stadtteil verstecken. Besonders beeidruckend waren die drei Tempel zu Ehren der hinduistischen Götter Kali, Shiva und Vishnu, trotz oder vielleicht auch gerade wegen des heftigen Monsunregens.

Der Monsunregen ergießt sich über Patan Durbar Square, links der Kali-Tempel. Foto: Max Port

Statue von Ganesha - Er gilt als der Überwinder aller Hindernisse - seinen Segen können wir auf Kampagne sehr gut gebrauchen. Foto: Max Port

Buddhistische, kleine Tempelanlage in den Gassen von Lalitpur. Foto: Max Port

 

Donnerstag 27.07.2017

Die Geophysica ist um 13:45 Ortszeit zu ihrem ersten Messflug über Nepal und Indien Richtung Bangladesch  aufgebrochen.

Ziel ist es die Asiatische Tropopausen Aerosol Schicht (ATAL) zu beproben und auf dem Rückflug in maximaler Flughöhe mit GLORIA Fernerkundung der Luftmassen durchzuführen.

https://www.flightradar24.com/AZAZ0909/e3f2e22

UPDATE zum 1.Flug

Wir haben mit viel Verzögerung den ersten Messflug durchführen können, allerdings hat sich dadurch die aktuelle Flug-Wetterlage gegenüber der Vorhersage deutlich verschlechtert und der Pilot musste eine verkürzte Version des geplanten Fluges durchführen. Ob wir tatsächlich die ATAL beproben konnten, wird sich noch zeigen. Die Mainzer Aerosol-Messgeräte haben alle fehlerfrei funktioniert und fleißig Daten gesammelt.

Die Wolkenpartikel Messgeräte hatten einige Probleme, die aber weitestgehend gefunden und behoben werden konnten.

Es ist drückend heiß und wir und die Kollegen nutzen die Verzögerung für eine kurze Pause. Foto: Max Port

Landung von Geophysica in Kathmandu nach ihrem ersten Messflug. Foto: Christoph Mahnke

Dienstag 25.07.201

Wir müssen den EMC Test heute wiederholen und warten auf ein Nachlassen des Regens und die Freigabe vom Tower.

Örtlich ist mit vereinzeltem Niederschlag zu rechen. Foto: Ralf Weigel

Das ERICA Team hat heute Nacht noch erfolgreich einen Defekt am Einlass-System repariert.

 

Montag 24.07.2017

Heute steht der elektromagnetische Kompatibilitätstest - EMC-Test - aller eingebauten Instrumente an. Dabei wird geprüft, ob die Instrumente die Flugzeugelektronik stören oder umgekehrt. Dieser Test wird einmal mit angeschlossener Ground-Power-Unit GPU durchgeführt und einmal bei laufenden Triebwerken mit der Stromversorgung des Flugzeugs.

Die Geophysica muss dafür aufs Vorfeld gerollt werden, was bei den engen Rangiermöglichkeiten eine gewisse Herausforderung darstellt.

Gestern wurden wir auch nochmal in einem Print Artikel der Himalayan Times erwähnt:

https://thehimalayantimes.com/kathmandu/german-team-nepal-conduct-study-aerosol-monsoon-trends/

 

Die Geophysica auf dem Weg zur Parkposition für den EMC Test.
Foto: Max Port

Parkposittion erreicht. Es kann losgehen.
Foto: Max Port

Das Ingenieurteam der Geophysica testet die Triebwerke.
Foto: Max Port

Samstag 22.07.2017

Nachdem wir gestern die Halterungen für die Instrumente unter den Flügen montieren konnten und das ERICA Team Zeit hatte eine defekte Hardware Komponente zu tauschen, stehen heute der Einbau der  Flügelsonden CIP, PIP, CCP und UHSAS an. Heute werden also die Instrumente in Geophysica eingebaut und wir hoffen einige Tests mit der Bordstromversorgung des Flugzeuges durchführen zu können.

Unser erster Flug wird wahrscheinlich erst am kommenden Donnerstag stattfinden können, da die anderen Teams noch auf Frachtcontainer warten müssen, die von Kalkutta über Land nach Kathmandu unterwegs sind.

Im Folgenden ein paar Eindrücke der letzten zwei Tage:

Sergeji und Oliver bereiten eine Kalibrierung von ERICA vor.
Foto: Christoph Mahnke

Sergeji, Antonis und Anneke diskutieren Ergebnisse der Kalibrierung. Vorne in der Nase von Geophysica wurde in der Zwischenzeit GLORIA eingebaut.
Foto: Christoph Mahnke

 

 

 

 

 

 

 

Der Hangar füllt sich. Foto: Max Port

 

 

 

Auch sehr erwähnenswert ist das Engagement des Küchenteams im Buddha Air Restaurant.

Mittagspause mit den Kollegen im Restaurant von Buddha Air - राम्ररी खानु होला  - ramrari khanu hola - Guten Appetit
Foto: Thomas Böttger

Update 17:00 Tagesziel Integration und Test der Wolkenpartikelmessgeräte erreicht, alle Geräte funktionieren einwandfrei.

Gestern war auch ein Reporter der Nepali Times zu Besuch und hat einen Beitrag über uns geschrieben:

http://www.nepalitimes.com/blogs/thebrief/2017/07/21/how-pollution-affects-the-monsoon/

 

Donnerstag 20.07.2017

Das Mainzer Team ist am Dienstag Abend von Frankfurt über Abu Dhabi nach Kathmandu aufgebrochen und gestern Abend gut angekommen. Beim recht turbulenten Anflug auf Kathmandu konnten wir uns bereits davon überzeugen, dass wir hier zur Untersuchung konvektiver Systeme genau richtig sind.

Gewitterzellen im Abendlicht über Indien.
Foto: Christoph Mahnke

Heute sind wir nach dem Frühstück mit einem Busshuttle zum Hangar von Buddha Air gebracht worden, dieser liegt im östlichen Teil des Tribhuvan International Airports (KTM) und wurde für uns von der Airline zur Verfügung gestellt. Die meisten Forschungsgruppen des internationalen Teams sind bereits vor Ort und dabei ihr Equipment aufzubauen. Das Mainzer Team richtet sich vorne links ein.

Der noch recht übersichtliche Buddha Air Hangar von oben.
Foto: Christoph Mahnke

Christoph checkt den Status der Cloud Combination Probe - CCP.
Foto: Max Port

Die Geophysica ist nach einigen Verzögerungen während der Transferflüge heute Morgen gelandet und steht auf einer Warteposition. Sobald die Maschine in den Hangar gezogen werden kann, was noch heute passieren soll, können wir mit der Integration der Instrumente beginnen.

Die M-55 Myasishchev auf dem Vorfeld von KTM.
Foto: Christoph Mahnke

Update 19:00: Die Geophysica befindet sich im Hangar! Das Tagesziel wurde doch noch erreicht. Die Integration erfolgt morgen.

Die Geophysica wird die letzten Meter in den Hangar gezogen.
Foto: Max Port

Text: Max Port

Fotos: Max Port, Christoph Mahnke, Ralf Weigel, Thomas Böttger