Die Jüdische Bibliothek an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

25.05.2018

Neuerscheinung:

Andreas Lehnardt (Hrsg.), Aus den Bücherregalen. Entdeckungen in der Jüdischen Bibliothek Mainz, Ma'ayanot 1, Mainz: epubli, 2018. ISBN 978-3-7467-2402-7. 23,99 €

Zu beziehen über: https://www.epubli.de/shop/buch/aus-den-b-cherregalen-dr-andreas-lehnardt-9783746724027/74752

 


01.05.2017
Neu: Die bislang bekannten hebräischen Handschriften aus der Jüdischen Bibliothek sind nun digitalisiert einsehbar unter dem Link:

Dokumentation zur Bibliothek im Steiner Verlag von Andreas Lehnardt. Näheres unter:

Seit ca. 1955 befinden sich in der Evangelisch-Theologischen Fakultät im Fachbereich 01 die Reste der jüdischen Gemeindebibliotheken aus Mainz. Erhalten sind vor allem Bestände aus der orthodoxen Gemeinde (Israelitische Religionsgesellschaft) und aus der liberalen Hauptgemeinde (Israelitische Religionsgemeinde). Die Bücher befinden sich seit 1955 Leihgabe der jüdischen Gemeinde Mainz an die Johannes Gutenberg-Universität. 1938 wurden die Bibliothek beschlagnahmt und in die Stadtbibliothek gebracht. Dort wurden Dubletten aussortiert und beschädigte Bücher entsorgt. Nach dem Krieg gelangten viele Titel an die 1946 neu gegründete Universität. Bei dem Bestand handelt es sich heute um eine Präsenzbibliothek, die ca. 5500 Bände umfasst, darunter seltene Hebraica und Judaica aus unterschiedlichen Gebieten der jüdischen Literatur. Die  Benutzung des Bestandes  ist nach Vereinbarung mit Prof. Lehnardt möglich.

Die Geschichte der Bücher war lange nicht dokumentiert. Mittlerweile lassen sich die Hintergründe des Erhalts des Bestandes besser nachvollziehen. Viele der erhaltenen Bücher können anhand von Vorbesitzervermerken bekannten Familien und Mitgliedern der Gemeinde zugeordnet werden. Offenbar enthält der Bestand auch Nachlässe ehemaliger Rabbiner. Erhalten sind u.a. Bücher aus dem Besitz von Marcus Lehmann (1831-1890) und Siegmund Salfeld (1843-1926). Weitere Titel stammen aus den Beständen der Lehrerbibliothek der Jüdischen Bezirksschule Mainz, die 1942 geschlossen wurde. Neben deutschen, hebräischen und (wenigen) jiddischen Druckwerken gehören auch hebräische und deutsche Handschriften zur Sammlung. Beschrieben wurden die meisten dieser Handschriften von Rabbiner Ernst Róth im Verzeichnis orientalischer Handschriften in Deutschland VI, 2, Wiesbaden 1965, Nummern 260-290. Das von Salfeld veröffentlichte Memorbuch der wird heute in Privatbesitz in Bene Brak in Israel aufbewahrt. Die anderen Memorbücher aus Mainz befinden sich in Jerusalem (CAHJP) und in New York (JTS). Mittlerweile konnten bei den Aufräumarbeiten weitere kleine Manuskripte aus der jüdischen Gemeinde Mainz identifiziert werden, darunter eine Satzung der Beerdigungsgesellschaft der Frauen (aus Mainz) aus dem Jahr 1789. Zu den digitalisierten Handschriften siehe: https://gutenberg-capture.ub.uni-mainz.de/ubmzj

Im Rahmen eines Projekts unter Leitung von Professor Dr. Andreas Lehnardt wurden die Bestände neu aufgelistet und geordnet. Dank der finanziellen Unterstützung des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Rheinland-Pfalz, der Freunde der Johannes Gutenberg-Universität, der Denkmalstiftung, der LBS Mainz und des Wissenschaftsministeriums konnten besonders wertvolle Drucke restauriert werden. Die Erschließung der hebräischen Titel erfolgte dank einer Unterstützung der Rothschild Foundation Europe (London). Eine Publikation zu neueren Funden aus der Bibliothek befindet sich in Vorbereitung.

01.05.2017