Sigiswald Kuijken

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Der in der Nähe von Brüssel geborene Violinst, Gambist und Dirigent Sigiswald Kuijken kam bereits früh mit Alter Musik in Berührung und eignete sich historische Techniken des Violin- und Gamben-Spiels an. Als einer der maßgeblichen Wegbereiter der Historischen Aufführungspraxis initiierte Kuijken u.a. die Wiedereinführung des Violoncello da spalla. Mit Barockmusik-Spezialisten wie seinen Brüdern Wieland und Bartold sowie Robert Kohnen, Gustav Leonhardt, Frans Bruggen, Anner Bylsma und René Jacobs erarbeitete er gemeinsame Kammermusikprojekte.

Kuijken war 1964–1972 Mitglied des Alarius Ensembles und gründete 1972 das Barockorchester La Petite Bande, das seitdem eine Vielzahl an Konzerten in Europa, Australien, Südamerika, China und Japan und Aufnahmen für zahlreiche Labels – darunter Deutsche Harmonia Mundi, Seon, Virgin, Accent, Denon, Hyperion, Challenge – zu verzeichnen hat.

1971–1996 unterrichtete Kuijken Barock-Violine am Koninklijk Conservatorium in Den Haag und 1993–2009 am Koninklijk Muziekconservatorium in Brüssel. Seit vielen Jahren ist er als Gastdozent an Institutionen wie dem Royal College of Music in London, der Universität Salamanca, der Accademia Chigiana in Siena, dem Conservatoire de musique de Genève und der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig gefragt.

2007 erhielt er die Ehrendoktorwürde der KU Leuven, 2009 den Life Achievement Award der flämischen Regierung. Belgiens Königlich Flämische Akademie der Wissenschaften und Künste zeichnete Kuijken 2015 mit der Goldenen Medaille aus, 2016 folgte der Career Award des flämischen Klassik-Radiosenders KLARA.