Ausstellung „Bücherwelten digital“

0014Die Ausstellung „Bücherwelten digital“ zeigt Buchkunst aus verschiedenen Welten und Jahrhunderten. Zeitlich spannt sie den Bogen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, geografisch von Afrika bis Europa, thematisch vom aufwändig illustrierten Atlas aus dem 18. Jahrhundert bis zur kunstvoll gestalteten Examensarbeit aus den Gründerjahren der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Die Ausstellung im Foyer der Zentralbibliothek präsentiert Kunstbücher in ihrer multiplen Existenz, als analoge sowie als digitale Artefakte. Sie verdeutlicht am einzelnen Objekt, wie die digitale Welt mit der analogen zunehmend zusammenwächst, und das einzelne Buch über die digitale Dokumentation, Erschließung, Archivierung und Präsentation seine Wirkkraft in die virtuelle Welt verlängert.

 

Anhand der ausgestellten Kunstbücher zeigt die Universitätsbibliothek Mainz, wie sie mit ihren Angeboten aus der Gutenberg-Produktlinie diesen Brückenschlag zum Digitalen begleitet und neue Möglichkeiten für Forschung, Lehre und die interessierte Öffentlichkeit bietet.

Öffnungszeiten:
Mo.-Fr. 8.00-24.00 Uhr, Sa. und So. 10.00-24.00 Uhr (Foyer der Zentralbibliothek)

Brentano-Sammlung „Die Maus, der Dichter und der Tanz“

„Die Sammlung Clemens Brentano erlaubt einen intimen Einblick in das Leben und Umfeld eines großen Dichters der Romantik. Neben Hunderten von Beispielen reger Briefwechsel finden sich Gedichtentwürfe und Haushaltspläne, Schauspielskizzen und Zeichnungen. Bewahrt wird die Sammlung, die 1950 an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) kam, in der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek Mainz.“, so beginnt der Artikel zur Sammlung im JGU-Magazin.

„Sechs Archivschuber enthalten die gesamte Autographensammlung. Sie stehen auf zwei Regalbrettern in einem schmalen, aber schier endlos langen, hermetisch gesicherten Raum der Stadtbibliothek. Hier ruhen sie zwischen Sondersammlungen und bis zu 1.000 Jahre alten Handschriften.“ Seit Februar 2015 ist die Sammlung vollständig digitalisiert. Jeder kann nun über die Visual Collections-Homepage der Universitätsbibliothek Mainz oder den Verbundkatalog Kalliope schauen, was für Schätze sie bietet.

Der Artikel schließt: „Dennoch lohnt sich der Weg in die Stadtbibliothek. Solch einen Brief im Lesesaal vor sich zu haben, den Fettfleck zu sehen oder den feinen Riss, das energisch durchgestrichene Wort oder das Selbstporträt des Dichters im deutschen Hemd, das ist noch mal eine ganz andere Erfahrung als der Besuch im Netz.“

Die Sammlung Clemens Brentano beinhaltet Hunderte von Autographen, u.a. Gedichtentwürfe mit Anmerkungen und Bleistiftzeichnungen des Schriftstellers. (Foto: Peter Pulkowski)

Die Sammlung Clemens Brentano beinhaltet Hunderte von Autographen, u.a. Gedichtentwürfe mit Anmerkungen und Bleistiftzeichnungen des Schriftstellers. (Foto: Peter Pulkowski)

Brief des Dichters Clemens Brentano an Susanne Schinkel aus dem Jahr 1811 (Foto: Peter Pulkowski)

Brief des Dichters Clemens Brentano an Susanne Schinkel aus dem Jahr 1811 (Foto: Peter Pulkowski)

 

Übersicht herausragender Sammlungen auf Mikrofiches und Mikrofilmen

Die Seite www.ub.uni-mainz.de/mikroformen stellt Ihnen besonders interessante Sammlungen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften vor.

Viel Spaß beim Entdecken biographischer Archive, historischer Künstlerlexika, dem Index photographique de l’art en France, der Bibliothek Stein zur Geschichte der Arbeiterbewegung etc.!

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Schule des Sehens präsentiert Sonderausstellung „Always-on. Sehen und gesehen werden in einer vernetzten Welt“

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Im Auftrag des wissenschaftlichen Beirates der Schule des Sehens weisen wir auf die folgende Veranstaltung hin und laden Sie hierzu sehr herzlich ein:

Sonderausstellung
„Always-on. Sehen und gesehen werden in einer vernetzten Welt“, kuratiert von Steffen Köhn und Matthias Krings
Vernissage mit Künstlergespräch am Donnerstag, dem 10. Dezember 2015, Beginn: 18 Uhr 30, Ort: Hörsaal P 2, Philosophicum (Jakob-Welder-Weg 18, 55128 Mainz)

Die Ausstellung Always-on handelt vom Verschwimmen der Grenzen zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre, zwischen Konsumverhalten und neuen Formen gesellschaftlicher Steuerung und Überwachung, zwischen Voyeurismus und Exhibitionismus im Zeitalter permanenter Konnektivität. Der Ausstellungstitel beschreibt dabei den sehr gegenwärtigen Zustand und das Lebensgefühl einer andauernden Vernetzung: „always-on“ sein heißt immer verfügbar sein, immer verbunden, immer erreichbar. Die hier versammelten künstlerischen Positionen beschreiben allesamt die Paradoxien öffentlich zur Schau gestellter Intimität, das skopophile Vergnügen am intimen Einblick in fremde Leben wie auch die Lust an der Selbstdarstellung: an Andy Warhols berühmten „15 minutes of fame“, die vermutlich nie einfacher zu haben waren als im Netz.

Präsentiert werden diese Videoarbeiten in der Common Lounge (2015), einer speziell für die Ausstellung geschaffenen Betrachtungsumgebung von Johannes Büttner und Conor Gilligan, einer Art Hybrid zwischen Internetcafé und Großraumbüro. Dank des an Jeremy Benthams Panoptikum erinnernden Grundrisses ist jede Arbeit in einer eigenen Kammer zu sehen. Das Gefühl einer klassischen „Blackbox“ wird jedoch gebrochen durch die neuen Sichtachsen durch Türspione oder einseitig verspiegelte Fenster, die die Künstler in ihre Installation eingezogen haben.

Für weitere Informationen beachten Sie bitte den angefügten Flyer.

Kontakt
Dr. Patrick Schollmeyer
Kurator der Schule des Sehens
Universitätsbibliothek / Sammlungen
Jakob-Welder-Weg 6
55128 Mainz
Email: schollmeyer@uni-mainz.de

Universitätssammlungen: Objekt des Monats November

Schaedel_4x_hochVon Menschen und anderen Affen

Holger Herlyn, Wissenschaftler am Institut für Anthropologie, erklärt die Verwandtschaft zwischen Mensch und Affen.
Tatsächlich sind Schimpansen als Gruppe (es gibt mehrere Arten) und Mensch bei Berücksichtigung aller heute lebenden Primaten-Arten nächstverwandt. Diese Einsicht wird durch eher subtile anatomische Merkmale und vor allem zahlreiche molekulare Daten gestützt, so dass durchaus von einer Tatsache gesprochen werden kann. Das wiederum entzieht der Auffassung, wonach der Mensch etwas Besonderes darstellt, zumindest jede stammesgeschichtliche Begründung. Entsprechend traf und trifft die nahe Verwandtschaft von Mensch und Schimpansen bei vielen Menschen auf Ablehnung. Dessen ungeachtet hat sich in der Fachwelt und in weiten Kreisen der Öffentlichkeit schon lange durchgesetzt, dass der Mensch auch nur ein Affe ist.

Die Osteologische Lehrsammlung des Instituts für Anthropologie umfasst vor allem Replikate heute lebender und ausgestorbener Primaten-Arten. Die gezeigten Schädel sind solche Replikate, und zwar vom Menschen (Homo sapiens), von einem Lemuren (Lemur catta), einem Neuweltaffen (Cebus olivaceus) und einem Schimpansen (Pan troglodytes).

Nähere Informationen finden Sie auf der Seite der Universitätssammlungen.

(Foto: Thomas Hartmann, UB Mainz)

 

 

JGU-Sammlungen: Objekt des Monats September

JGU_sammlungen_objekt_des_monats_september2015Das Buch stammt aus einer Sammlung, die seit Kurzem auch zur Universitätsbibliothek Mainz gehört, der Jahn-Bibliothek für afrikanische Literaturen.

Es handelt sich um einen Detektivroman, der nur noch selten zu kaufen und kaum in Bibliotheken zu finden ist, obwohl er ein Klassiker der nigerianischen Yorùbá-Literatur ist. Der Autor Kọ́lá Akínlàdé schildert einen Kriminalfall, der in den 1970er Jahren spielt, und verknüpft ihn mit aktuellen Themen der zeitgenössischen, von der Kolonialzeit geprägten Yorùbá-Gesellschaft.

Die wissenschaftliche Leiterin der Jahn-Bibliothek, Dr. Anja Oed, stellt den spannenden Fall vor:

http://www.sammlungen.uni-mainz.de/124.php

(Foto: Thomas Hartmann, UB Mainz)

JGU-Sammlungen: Objekt des Monats August

JGU_sammlungen_objekt_des_monats_august2015_1Foto: Thomas Hartmann, UB Mainz

Die Ursprünge unserer heutigen Medizin

aus der Medizinhistorischen Sammlung

Ein unscheinbares, kurzes Rohr aus Holz mit einem tellerförmigen Aufsatz, wahrscheinlich aus Elfenbein. Würde dieser schlichte Gegenstand nicht in der Medizinhistorischen Sammlung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz aufbewahrt, rätselte man wohl lange, um was es sich handelt. So wird beim näheren Hinsehen klar: Es ist ein „Hörrohr“, vermutlich aus den 1830er bis 1840er Jahren.

Warum ist dieses schlichte Hörrohr, mit dem man eine scheinbar nur banale Untersuchung vornimmt, so interessant und wichtig? Neben seinem faktischen Wert als historisches Instrument hat es einen großen Wert für den Unterricht im Fach Medizingeschichte, denn es spielt für die Entwicklung der Heilkunde in der Neuzeit eine ungeheure Rolle. Warum? Im 18. Jahrhundert war das Arsenal an medizinischen Instrumenten, das der Arzt besaß, noch sehr eingeschränkt. Die meisten Geräte dienten der äußeren Behandlung von Leiden: Amputationsbestecke, Zangen, Messer, Scheren. Über das Körperinnere wusste man noch wenig. Auch gab es noch kein medizinisches Heilsystem, das von einer Mehrzahl der Menschen anerkannt worden wäre. Vielmehr konkurrierten viele „Heiler“ miteinander. Die studierten Mediziner waren die Ausnahme.

Weiter Informationen finden Sie auf den Seiten der Universitätssammlungen.

JGU-Sammlungen: Objekt des Monats Juli

Ab jetzt wird alles ganz anders – Protokollbuch des Rotbuch-Kollektivs

JGU_sammlungen_objekt_des_monats_juli2015

So unscheinbar es wirkt, ist das Protokollbuch des Rotbuchkollektivs mit dem programmatischen Titel des Buches: „Ab jetzt wird alles ganz anders!“ doch eines der für die Wissenschaft wertvollsten Objekte des Mainzer Verlagsarchivs. Um seine Bedeutung zu erfassen, muss man sich über den besonderen Stellenwert des Rotbuch Verlags im Klaren sein: Der Verlag wurde 1973 in Berlin als Abspaltung von Mitarbeitern des Verlags Klaus Wagenbach gegründet. Rotbuch hatte als kollektiv geführter Verlag eine Sonderstellung in der Bundesrepublik: Die hier Beschäftigten waren gleichzeitig Eigentümer/innen und entschieden gemeinschaftlich über Organisation, Finanzen und Programm, Auswahl der Autoren, Vertrieb und Ladenpreis.

Diese kollektiven Arbeits- und Entscheidungsprozesse können im Protokollbuch nachvollzogen werden, das in handschriftlichen Ausführungen die Zeit von 1981 bis 1993 näher beleuchte.

Das Protokollbuch gehört mit anderen Lektoratsunterlagen zum Rotbuch-Archiv, das Teil des Mainzer Verlagsarchivs (MVA) ist. Das Äußere des Buches ist unspektakulär: Grau, vergilbt, abgenutzt durch die jahrelange Benutzung. Der Aufdruck „EVP 3,30 M“ auf der Rückseite verrät, dass diese Kladde in der DDR gekauft wurde, denn so wurde dort der Endverbraucherpreis von 3,30 DDR-Mark ausgewiesen. Da der Verlag unter anderem ein Forum für Schriftstellerinnen und Schriftsteller der DDR oder anderer osteuropäischer Staaten bot, ist es denkbar, dass einer der Lektoren nach einem Treffen mit einem Autor in Ost-Berlin das Buch erstanden hatte.

Nähere Informationen finden Sie hier: http://www.sammlungen.uni-mainz.de/124.php

Objekt des Monats Juni

 

objekt_des_monats_juni

Das Objekt des Monats Juni der Universitätssammlungen stammt aus der Archäobotanischen Vergleichssammlung - nicht nur eine recht neue Entdeckung für unsere Sammlungswebsite, sondern auch eine spannende Sammlung im Schnittfeld von Geistes- und Naturwissenschaften. Was Archäobotaniker alles aus ihren winzigen kleinen Objekten herauslesen können, darüber berichtet Dr. Margarethe König, die die Sammlung am Institut für Altertumswissenschaften betreut.

Foto: Thomas Hartmann, UB Mainz

Objekt des Monats – Mai 2015

Von Been-Tos und afrikanisch-amerikanischem Musikaustausch

Cover J.J.D. – Johnny Just Drop – Live !! at Kalakuta Republik Barclay France, 1997 (1977) (Foto: Thomas Hartmann, Universitätsbibliothek Mainz)

Foto: Thomas Hartmann, Universitätsbibliothek Mainz

Das neue Objekt des Monats aus den Universitätssammlungen ist eine Langspielplatte des nigerianischen Musikers Fela Kuti aus dem Archiv für die Musik Afrikas. Diese ist auch in der Ausstellung "Wertsachen. Die Sammlungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz" im Mainzer Rathaus zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis zum 1. Juni und ist auch in der Museumsnacht am kommenden Samstag geöffnet!

Hier der  Link zum Objekttext:
http://www.sammlungen.uni-mainz.de/124.php