Hymnologische Forschung in Mainz

Gesangbücher sind eine kultur- und mentalitätsgeschichtliche Quelle ersten Ranges. Sie waren Massenmedien in einer Zeit, in der das gedruckte Wort nur schwer seinen Weg zu den Menschen fand. In vielen Haushalten waren sie neben der Bibel über Jahrhunderte das einzige Buch. Gesangbücher wurden über Generationen vererbt und liebevoll gehütet. Handschriftliche Eintragungen lassen nicht selten ganze Familiengeschichten erkennen. Zwischen Werktag und Feiertag, Geburt, Heirat und Tod dirigierten die oft dickleibigen Bände mit ihren Liedern den Lebensrhythmus, spendeten Trost, wenn Krieg, Hunger oder Seuchen wüteten, formten Welt- und Menschenbilder. Leidenschaftlicher Gottesliebe gaben sie genauso Ausdruck wie mystischer Jenseitshoffnung.

Den Themen Kirchenlied und Gesangbuch widmen sich an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche.

In dem Interdisziplinären Arbeitskreis Gesangbuchforschung haben sie sich zu gemeinsamen Forschungen zusammengeschlossen.

 

Berichte:

"4.000 Lackmusstreifen der Geschichte"
Die neueste Ausgabe des JGU Magazins vom 21. Januar 2013 berichtet über die Sammlung des Mainzer Gesangbucharchivs

"Ihm soll Lob und Preis erschallen"
Gesangbuchforschung im Magazin der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Hymnologie - was ist das eigentlich?
Artikel auf den Seiten 42-45 im Forschungsmagazin der Johannes Gutenberg-Universität

"Erhalt uns, Herr, die Obrigkeit" singt heute keiner mehr
Hermann Kurzke in der FAZ vom 20.04.2011

Eigentlich ein Lied aus der Wandervogelbewegung
Hermann Kurzke und Christiane Schäfer in der FAZ vom 22.12.2011