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›Borderland. Frontiertheorie und Vigilantismus‹ - eine interdisziplinäre Tagung der Kulturgeographie (Universität Mainz), der Filmwissenschaft/Mediendramaturgie (Universität Mainz) und der Medienwissenschaft (Universität Siegen) [27./28.10.2012]

PD Dr. Marcus Stiglegger (Kulturgeographie, Univ. Mainz / Medienwissenschaft, Univ. Siegen)
Prof. Dr. Anton Escher (Kulturgeorgraphie, Univ. Mainz)
Dr. Ivo Ritzer (Filmwissenschaft/Mediendramaturgie, Univ. Mainz)

Im Rahmen des Symposiums geht es darum, eine beispielbezogene Re-Evaluation der Frontier-Theorie von Frederick Jackson Turner durchzuführen, die interdisziplinär und interkulturell das Phänomen des Grenzlandes (Borderland) fokussiert. Dabei sollen sowohl die tatsächlichen Verhältnisse von Grenzgebieten (etwa entlang der nordamerikanisch-mexikanischen Grenze) dokumentiert und diskutiert werden, wie auch deren mediale Reflexion in narrativen Medien wie Spielfilm und Literatur.

In „The Significance of the Frontier in American History" (1893) etablierte Frederick Jackson Turner die These, dass die USA aus der kontinuierlichen Interaktion von Zivilisation und Wildnis an der amerikanischen Frontier resultierten. Dieser latente Konflikt mit der Natur habe für eine Position außerhalb der üblichen Regeln und Gesetze der Menschheitsgeschichte gesorgt. Die Frontierthese ist inzwischen als Konzept in der Historiographie problematisiert, aber noch heute von großem Einfluss, wenn es um die Reflexion der gesellschaftlichen Probleme sowie den Ursprungsmythos von Nord- und Mittelamerika geht. In „Gunfighter Nation: The Myth of the Frontier in Twentieth-Century America“ (1998) etwa leitet Richard Slotkin die mit der Frontier eng verknüpfte Gründungsgewalt her, wie sie im Mythos des Westernfilms auftaucht.

Im Western wird das Frontier-Country, das nach der Erschließung der USA letztlich zum Grenzland zu Mittelamerika wurde, stets mit einer archaisch anmutenden Form der Gesetzlosigkeit gekoppelt, die im Vigilantismus kulminiert. Bezüglich dieser Form der systemstabilisierenden Selbstjustiz wurde bisher kaum Forschungsarbeit geleistet. Die Aktualität der Thematik zeigt sich hinsichtlich dem vermehrten Auftauchen vigilantistischer Motive im Film nach dem 11. September 2001. Doch auch zuvor reflektierte das US-amerikanische Kino die unterschiedlichsten Formen des Vigilantismus und der Frontier-Problematik bereits kontinuierlich: von der Ära des klassischen Western (The Oxbow Incident) bis zu Sam Peckinpahs Spätwestern (The Wild Bunch), Tony Richardsons The Border, Wayne Kramers Crossing-Over und dem postmodernen Kino eines Robert Rodriguez (Machete). In der Literatur schuf Cormac McCarthy mit seiner Border-Trilogie All the Pretty Horses, The Crossing und Cities of the Plain ein wichtiges Referenzprojekt. Diese medialen Reflexionen sollen im Kontext von Frontiertheorie und Vigilantismusforschung neu betrachtet werden. Dabei kommt die interdisziplinäre Kooperation kulturgeographischer und medienwissenschaftlicher WissenschaftlerInnen dem Thema nachdrücklich zugute.

Die Veranstaltung wird vom Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS) der Univ. Mainz gefördert.
Lehrveranstaltungen [M.A. Globalisierung, Medien & Kultur/WiSe 2012/13]

1) Vorlesung Filmgeographie. Bildräume und Klangräume im Film. [M7a-MA]
Dr. Marcus Stiglegger
Mo, 22. Okt. 2012 [14:15] - Mo, 28. Jan. 2013 [14:15]

2) Übung: Filmgeographische Analysen:Grenzgänge des dokumentarischen Films: Werner Herzog. [M7a-MA]
Dr. Marcus Stiglegger
Di, 23. Okt. 2012 [16:15] - Di, 29. Jan. 2013 [16:15]

3) Seminar: Filmgeographische Fragestellungen "Medienethik". [M7a-MA]

Dr. Marcus Stiglegger

Di, 23. Okt. 2012 [12:15] - Di, 29. Jan. 2013 [12:15]

4) Übung: Filmische Dokumentation [M5.1-MA]
Eva Desch und andere

 

 Lehrveranstaltungen [M.Ed. Geographie/WiSe 2012/13]

Seminar zur Fachdidaktik III – Filmische Geographien im Unterricht. [MED 10]
Marion Plien
Di, 30. Okt. 2012 [10:15] - Di, 29. Jan. 2013 [10:15]