AG Altstadt

Team: Anton EscherGregor Arnold, Sandra PetermannEva Riempp, Julia van Lessen

Im Fokus der AG Altstadt steht die theoretische und empirische Untersuchung historischer Altstädte. Dabei liegt der regionale Schwerpunkt auf den arabisch-islamischen Altstädten Nordafrikas und Vorderasiens. Zentrales Forschungsprojekt bildet eine langjährige Untersuchung in Marokko. Anhand der Altstädte von Marrakech, Fès und Essaouira wurden die Prozesse der Gentrification, die Umnutzung ursprünglich traditioneller arabisch-islamischer Wohnhäuser zu Ferienhäusern, Gästehäusern und Restaurants durch zugezogene europäische Eigentümer untersucht. Auch die politischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen, die sich in gesellschaftlichen Spannungen zeigen und durch die Aufwertungs- und Umnutzungsprozesse teilweise mit ausgelöst wurden, sind Teil der Forschungen. Die theoretischen Folien, mit Hilfe derer der doppelte Invasions-Sukzessions-Zyklus der Gentifizierung zusätzlich thematisiert wird, lauten: Transnationalismus, Kosmopolitismus, Neo-Kolonialismus, Lifestyle-Migration und Hedonismus. Als Folge des internationalen Tourismus und des Zuzugs europäischer Hauseigentümer hat sich das Bild der Altstädte in Marokko grundlegend verändert. Die Fragmentierung der Gesellschaft in Marokko und die neoliberale Stadtentwicklung sind zum Teil der freizügigen Globalisierung geschuldet.

Zusätzlich liegen inzwischen Datensätze zur Entwicklung der Altstädte Tripolis/Libyen, Tunis/Tunesien, Jbail/Libanon, Damaskus/Syrien u. a. vor.Jbail/Libanon

Im Rahmen der Arbeitsgruppe werden nicht nur arabische Altstädte thematisiert, sondern auch vergleichende Studien über Altstädte in anderen Staaten, wie z. B. Venedig/Italien, Salvador de Bahia/Brasilien angefertigt.

Eine weitere Studie befasst sich mit historischen Städten und Stätten an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika. Zentrale Fragen dieses Projekts betreffen die Gestaltung und die Wahrnehmung dieser Orte hinsichtlich (Kolonial-)Geschichte, Stadtplanung und „Authentizität“. 

© Fotos: Tobias Boos, Christina Kerz & Eva Riempp

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