Über das Philosophische Seminar

Als universitäres Fach behandelt die Philosophie methodisch und systematisch grundlegende Probleme des menschlichen Selbst- und Weltverständnisses. Sie befasst sich mit den Bedingungen und der Geschichte des Denkens und Erkennens, mit der Stellung des Menschen im Weltganzen, mit den Bedingungen und Normen seines Handelns und Zusammenlebens sowie mit seinem Status als körperliches und geistiges Wesen. Ebenso befasst sie sich mit den Einzelwissenschaften. Sie reflektiert ihre Systematiken und Methoden, analysiert ihre begrifflichen Zusammenhänge und die logische Struktur ihrer Theorien und Entwürfe und reflektiert ihre kategorialen, individuellen und gesellschaftlichen Bedingungen.

Das Fach Philosophie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gliedert sich in sechs Arbeitsbereiche, drei systematische und drei historische, wobei jedoch in den stärker systematisch ausgerichteten Arbeitsbereichen die Geschichte der jeweiligen Fragestellungen ebenso thematisiert wird wie in den stärker historisch ausgerichteten Arbeitsbereichen der systematische Ertrag der untersuchten Positionen und Zusammenhänge.

Dem Philosophischen Seminar zugehörig ist die seit 1990 bestehende Kant-Forschungsstelle, die aus dem Kant-Lehr- und Forschungsschwerpunkt des Philosophischen Seminars der Universität hervorgegangen ist. Seit 2001 ist dem Seminar zudem die Schopenhauer-Forschungsstelle angegliedert. Zudem besteht am Seminar im Rahmen der Partnerschaft mit der Université de Bourgogne in Dijon des Deutsch-französische Zentrum für Blondel-Forschung.

Zum Philosophischen Seminar gehören des Weiteren das Dijon-Büro der Universität, das den integrierten Studiengang Magister/Maîtrise für die gesamte Universität organisiert und betreut, und die organisierte Studierendenvertretung, die Fachschaft Philosophie. Sie vertritt die Studierenden des Faches in den Gremien der akademischen und studentischen Selbstverwaltung, betreut Studienanfänger/innen insbesondere in der Einführungswoche und veranstaltet Ringvorlesungen und autonome Lektürekurse.

Allgemeines Studienziel im Fach Philosophie ist die Kompetenz zum selbstständigen wissenschaftlichen Philosophieren. Sie beinhaltet u. a. umfassendes Fachwissen, ausgeprägtes Problembewusstsein, Versiertheit im Gebrauch der fachspezifischen Methoden sowie schriftliche und mündliche Diskursfähigkeit. Um diese Kompetenz zu erlangen, werden die Studierenden im akademischen Unterricht mit den Grundproblemen und Inhalten der Philosophie sowie ihren historischen und systematischen Zusammenhängen vertraut gemacht. Ferner wird die methodische, logisch-begriffliche und interpretatorisch orientierte Text- und Problemanalyse eingeübt. Zu den Zielen der Lehrveranstaltungen im Fach Philosophie gehört auch, eine Denkhaltung zu befördern, die in der Lage ist, gegebene Grenzen zu überschreiten, Kritik zu artikulieren und selbst mit dieser umzugehen. Auch und gerade angesichts der zunehmenden Komplexität und Pluralität der modernen Welt ist nicht nur die Kenntnis der eigenen kulturellen Traditionen und Besonderheiten von hoher Bedeutung, sondern auch die allgemeine Kompetenz, sich mit pluralen und heterogenen Positionen auseinander setzen zu können. Deshalb veranstaltet das Philosophische Seminar in Kooperation mit diversen anderen Fächern und Disziplinen regelmäßig interdisziplinäre Lehrveranstaltungen.