Vorstellung der Eugen-Fink-Forschungsstelle

  • Eugen Fink (1905-1975) zählt zu den bedeutendsten Philosophen und Phänomenologen der Nachkriegszeit; in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat Fink vor allem zur pädagogischen Anthropologie und der Philosophie der Erziehung neue Denkansätze entwickelt. Zu seinen Werken zählen die Grundphänomene des menschlichen Daseins, Spiel als Weltsymbol, Existenz und Coexistenz, Sein und Mensch - Vom Wesen der ontologischen Erfahrung, Natur, Freiheit, Welt - Philosophie der Erziehung, die Epiloge zur Dichtung, aber auch Beiträge zur phänomenologischen Forschung wie die zusammen mit seinem Lehrer Husserl neu gefasste VI. Cartesianische Meditation und die gemeinsam mit Heidegger gehaltenen Heraklit-Seminare.
  •  2005 wurde vom Verlag Karl Alber das Projekt der Eugen Fink-Gesamtausgabe angekündigt - unter den Herausgebern Stephan Grätzel, Catrin Nieslen und Hans Rainer Sepp. Mit einer kommentierten Gesamtausgabe sollen die bisher bei unterschiedlichen Verlagen und in uneinheitlicher Ausstattung veröffentlichten  Vorlesungen und Vorträge zugänglich gemacht werden; dies über die philosophische Forschung hinaus, wie Fink selbst dies mit seinem bildungspolitischen Engagement und seinem Wirken im Bereich der Wirtschaft und des Breitensports intendierte.
  • Eine der Aufgaben der Forschungsstelle ist die ERschließung des Werkes und Nachlasses von Eugen Fink im Rahmen der Edition der Eugen Fink-Gesamtausgabe; die Forschungsstelle besitzt den nachlass Eugen Finks - die Manuskripte und Entwürfe seiner veröffentlichten und noch nicht veräffentlichten Werke und Vorlesungen -, deren Originale im Universitätsarchiv der Universität Freiburg untergebracht sind, und stellt sie den über Finks Werk Forschenden zur Verfügung. An der Forschungsstelle wird insbesondere der Bereich Anthropologie und Sozialphilosophie in der vom Verlag Karl Alber veröffentlichten Eugen Fink-Gesamtausgabe editorisch bearbeitet und betreut.
  • Zum anderen bietet die Forschungsstelle Raum für Projekte mit interdisziplinärer Ausrichtung im Bereich der Philosophischen Anthropologie und Sozialphilosophie und deren praktisch-ethischen Zielsetzungen. Einer der Schwerpunkte ist Philosophie der Bildung und pädagogische Anthropologie.
  • Das erste, bereits laufende Projekt "Selbsterfahrung - Fremddeutung - zur Philosophie und Praxis sozialer Phänomene" befasst sich mit der Fragestellung, wie sich verschiedene Strukturen der Lebenswelt bzw. des sozialen Raumes hinsichtlich ihrer anthropologischen Funktion differenzieren lassen: Hier wird die aus der Philosophischen Anthropologie entwickelte phänomenologische Methodik (M. Scheler, H. Plessner, A. Gehlen, H. Arendt und A. Schütz) als Zugang gewählt, um über die Differenzen dieser Methoden, der ihnen zugrunde liegenden Menschenbilder und ihren normativen Implikationen Verständniszugänge zu sozialen Feldern und sozialer Praxis zu gewinnen.
  • Mit dem Mainzer Zentrum für Bildung und Hochschulforschung und dem Institut für Erziehungswissenschaften beginnt ein weiteres Projekt zum Thema Erfahrungshorizonte/Bildungshorizonte und der didaktischen Fragestellung "Brauchen wir ein Schulfach Film?"