Aktuelle Lehrveranstaltungen aller Lehrender des Philosophischen Seminars

(HS) Gemeinschaft und Gesellschaft – Von Ferdinand Tönnies bis zum Kommunitarismus

Jun. Prof. Dr. Annika Schlitte

Kurzname: HS Gemeinschaft
Kursnummer: 05.127.325_15

Inhalt

Was hält die moderne Gesellschaft zusammen? Der Soziologie Ferdinand Tönnies unterscheidet in seinem gleichnamigen Buch von 1887 Gemeinschaft und Gesellschaft als zwei verschiedene Formen sozialer Einheit. Während Gemeinschaft (z.B. in Familie, Verwandtschaft und Nachbarschaft) auf persönlichen Beziehungen beruht, gründet sich der Zusammenschluss der Gesellschaft auf abstrakten Interessen und Nutzenkalkulation. Tönnies benutzt das Begriffspaar auch, um zwischen der Moderne, in der die abstrakten Gesellschaftsbeziehungen dominieren, und der Vormoderne zu unterscheiden. In der Folge wird die von Tönnies entwickelte Unterscheidung vielfach aufgegriffen (z.B. bei Max Weber) und die Bewertung der beiden sozialen Typen wird kontrovers diskutiert: Ist die moderne Dominanz der Gesellschaft als Verlust persönlicher Bindung zu beklagen oder als Freiheitszuwachs zu begrüßen? Plessners Grenzen der Gemeinschaft von 1924 entstehen in einer Zeit, da die Sehnsucht nach neuen Formen der Gemeinschaft bereits politisch in unheilvoller Weise wirksam zu werden beginnt. Die nationalsozialistische Indienstnahme hat den positiven Bezug auf den Gemeinschaftsbegriff nach dem zweiten Weltkrieg problematisch werden lassen, dennoch wird die Frage nach der affektiven Seite des sozialen Bandes und nach der Bedeutung der persönlichen Einbindung in Traditionen und Wertvorstellungen auch am Ende des 20. Jahrhunderts immer wieder neu gestellt. Hier stehen sich in der politischen Philosophie mit dem Liberalismus und dem Kommunitarismus zwei Strömungen gegenüber, die zwar nicht mit der Unterscheidung von Gemeinschaft und Gesellschaft einfach gleichgesetzt, aber doch auf diese bezogen werden können. Im Seminar soll in einem ersten Block die Grundlegung der Unterscheidung bei Tönnies betrachtet werden, bevor dann Plessners kritische Stellungnahme im Zentrum steht. Am Schluss erfolgt ein Überblick über die Liberalismus-Kommunitarismus- Diskussion am Beispiel der Kritik an John Rawls’ Theorie der Gerechtigkeit.
 

Voraussetzungen / Organisatorisches

Das Seminar beginnt in der zweiten Semesterwoche, also erst am Mittwoch, dem 25. Oktober 2017.

Termine:

Datum (Wochentag)UhrzeitOrt
25.10.2017 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
08.11.2017 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
15.11.2017 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
22.11.2017 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
29.11.2017 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
06.12.2017 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
13.12.2017 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
20.12.2017 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
10.01.2018 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
17.01.2018 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
19.01.2018 (Freitag)10.15 - 13.45 Uhr01 481 P109a
24.01.2018 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
31.01.2018 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude
07.02.2018 (Mittwoch)14.15 - 15.45 Uhr01 491 P110
1141 - Philosophisches Seminargebäude

Semester: WiSe 2017/18