Veröffentlichte Vorlesungen

Die Vollendung des Denkens

In gewohnt anschaulicher und eindringlicher Weise führt Stephan Grätzel nicht nur in das Denken der Mystik ein, sondern zeigt, dass Mystik die höchste Form ethischen Handelns darstellt. Diese These belegt der Autor anhand einschlägiger Denker der Mystik wie Plotin, Augustinus, Scotus Eriugena, Dionysius Areopagita, Meister Eckhart, Bonaventura und Nikolaus von Kues. Daneben werden aber auch Denker der Existenzphilosophie und des Existenzialismus wie Martin Heidegger und Jean-Paul Sartre in die Untersuchung einbezogen. Dabei stellt Stephan Grätzel heraus, welche Aus- und Abblendungen die moderne Philosophie für die Konstruktion reduzierter Menschenbilder zu zahlen bereit scheint, um mystische Bedeutungsinhalte, Zielsetzungen und Erfahrungen hinter sich lassen zu können.

Der vorliegende Band schließt den nun insgesamt sechs Bücher umfassenden Zyklus von Vorlesungen zu Aufgaben- und Themengebieten der philosophischen Ethik und Anthropologie.

Bisher erschienen von Univ.-Prof. Stephan Grätzel sind Vorlesungen zu einer Philosophie des Spiels, zu den Grenzen des Lebens, zur Kunst, zum Mythos und zur Hermeneutik.

Grätzel, Stephan: Die Vollendung des Denkens. Vorlesungen zu Philosophie und Mystik. London: Turnshare, 2005. (978-1-903343-75-3, EUR 12,80)

Die Wahrheit der Fiktion

Neben Dialektik und Phänomenologie stellt die Hermeneutik eine der wichtigsten Methoden der Philosophie dar.Ursprünglich als Kunst der Interpretation von Texten entwickelt sich die Hermeneutik zu einer universalen Theorie des Verstehens.

Ausgehend von Friedrich Schleiermachers Kunstlehre des Verstehens zeigt Stephan Grätzel, welchen Bedeutungsgewinn das Verstehen bei August Boeckh, Johann Gustav Droysen über Wilhelm Dilthey, Martin Heidegger und Hans-Georg Gadamer bis hin zu Paul Ricoeur erfährt.

Meint nun Verstehen nicht länger eine bloße Methode der Geisteswissenschaften, sondern eine Seinsbestimmung des Daseins selbst, so eröffnet sich die ethische Dimension der Hermeneutik.


 Grätzel, Stephan: Die Wahrheit der Fiktion. Vorlesungen zur Hermeneutik. London: Turnshare, 2005. (ISBN: 978-1-903343-69-2, EUR 12,60)

Die Masken des Dionysos

Ausgehend von der Geschichtlichkeit des Menschen und seinem Verstricktsein in Geschichten, stellt Stephan Grätzel in seinen Vorlesungen die Gebundenheit des Menschen in der Schuld und die mögliche Entsühnung in der Solidarität als das eigentliche Thema des Mythos heraus.

Damit geht Stephan Grätzel nicht nur über Interpretationen des Mythos als ein ästhetisches oder rationales Mittel der Weltdeutung und Welterschließung hinaus, sondern eröffnet einen ethischen Zugang zum Mythos. Dabei wird die existentielle Bedeutsamkeit einer philosophischen Beschäftigung mit dem Phänomen des Mythos im Hinblick auf die Frage nach der Schuld des Menschen deutlich.

 

Grätzel, Stephan: Die Masken des Dionysos. Vorlesungen zu Philosophie und Mythologie. London: Turnshare, 2005. (ISBN: 978-1-903343-63-0, EUR 13,70)

Kunst ohne Ende

Ist Friedrich Schillers idealistisches Projekt einer ästhetischen Erziehung des Menschen gescheitert?

Hat sich die Kunst von der Bühne des Welttheaters zurückgezogen, um in stiller Agonie der Stringenz ihrer eigenen feuilletonistischen Abgesänge zu lauschen?

Können Theorie und Wissenschaft jene Rolle übernehmen, die einst die Kunst inne hatte und haben sollte, oder lässt der moderne Wahrheitsbegriff den nach Sinn fragenden Menschen dabei ratlos zurück?

Beginnend mit der Aufklärung bis hin zur Gegenwart untersucht Stephan Grätzel die provokante These vom Ende der Kunst.

In seinen Vorlesungen führt der Autor in anschaulicher Weise in die Problematik einer Philosophie der Kunst ein und zeigt, welche Abblendungen und Abstraktionen wir uns zumuten, wenn wir zu akzeptieren bereit sind, dass einzig Theorie und Wissenschaft uns Aufklärung über die Frage verschaffen können: »Was ist der Mensch?«

Stephan Grätzel: Kunst ohne Ende. Vorlesungen zu einer "Philosophie der Kunst". London: Turnshare, 2004. (ISBN: 978-1-903343-58-6, EUR 11,90)

Über die Grenzen des Lebens

Gerade auf Grund des wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritts erscheint die Frage nach einer neuen Definition der Grenzen des Lebens als eine der dringlichsten Fragen überhaupt.

Die Bestimmung des Zeitpunktes der Geburt und des Todes steht stellvertretend für die Bestimmung von Sinn und Wert menschlichen Lebens.

Doch losgelöst von seinen geistesgeschichtlichen Wurzeln führt der moderne Todesbegriff in eine Widersprüchlichkeit, die sich letztlich als diffuse Todesangst in Szene setzt.

In seinen Vorlesungen führt Stephan Grätzel nicht nur in die aktuelle Diskussion ein und zeigt, welche Problematik mit dem Versuch einer Bestimmung der Grenzen des Lebens verbunden ist, sondern eröffnet philosophische Wege des Zugangs zur Bestimmung der Grenzen des Lebens, die von einer Ethik der Präsenz überleiten zu einer Ethik der Grenzen des Lebens in der Einheit von Leben und Tod.

Stephan Grätzel: Über die Grenzen des Lebens. Vorlesungen zur Philosophischen Anthropologie. London: Turnshare, 2004. (ISBN: 978-1-903343-55-5, EUR 11,80)

Der Ernst des Spieles

Mit den in diesem Buch vorgestellten Theorien, aber auch der Gesamtkonzeption der Vorlesung, eröffnet sich ein Verständnis von "Spiel", welches die Menschwerdung insgesamt betrifft.Ein Spielbegriff, der dies zu leisten vermag, zeigt, dass der Mensch sich seine Existenz und eben gerade auch seine Identität in erster Linie nicht nur erarbeitet, sondern auch erspielen muss.Der vorliegende Band DER ERNST DES SPIELES beinhaltet Auszüge aus der Vorlesung "Philosophie des Spiels" gehalten im Sommersemester 2003 im Fachbereich Philosophie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz von Univ. Prof. Dr. Stephan Grätzel.

Um den Charakter und die Authentizität der Vorlesung zu bewahren, wurde der Text weitgehend wörtlich in der sprachlichen Form der freien Rede belassen und um die jeweiligen Sitzungsdaten ergänzt.

Stephan Grätzel: Der Ernst des Spieles. Vorlesungen zu einer Philosophie des Spiels. London: Turnshare, zweite Auflage, 2007. (ISBN: 978-1-903343-94-4, EUR: 13,80)