Laufende Projekte Dr. Annette Hilt

Editionsprojekt im Rahmen der Eugen-Fink-Gesamtausgabe

(Hrsg. von Stephan Grätzel, H. R. Sepp und C. Nielsen unter Mitarbeit von Annette Hilt und F. A. Schwarz, Verlag Karl Alber, Freiburg/München)

Bd. 16, Existenz und Co-Existenz

Medialität des Selbst – anthropologische Grundkategorien der empirischen Bildungs- und Sozialisationsforschung

Theorien des ‚Selbst’ durchlaufen nicht zuletzt durch Anstöße der empirischen Forschung in den Sozial- und den Humanwissenschaften einen vielfältigen Wandel, ohne dass jedoch dabei die ideengeschichtlichen Grundlagen, Entwicklungen und Konsequenzen dieser kategorialen Veränderungen auf die Konstellation von Theorie und ihrer pragmatischen Umsetzung hin betrachtet werden.

Das vom universitären Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung geförderte interdisziplinäre Projekt zwischen dem Institut für Erziehungswissenschaft und dem Arbeitsbereich Praktische Philosophie untersucht in einem Vergleich unter-schiedlicher Theorien des Selbst die geistes- und sozialwissenschaftliche Tradition der Theoriebildung und grundlagentheoretische Fragestellungen der erziehungswissenschaftlichen Bildungsforschung auf deren gegenseitiger Anschlussfähigkeit.

Der Bildungsbegriff soll dabei in seinen disziplinübergreifenden Implikationen zum einen inhaltlich über anthropologische Grundannahmen der Selbstbegrifflichkeit und deren Reflexionspotential, zum anderen methodisch hinsichtlich unterschiedlicher Interpretationsperspektiven auf Prozesse der Selbstkonstitution analysiert werden.

Der Blick auf die ‚Medialität des Selbst’ zeigt hier zum einen den Fokus auf, in dem über die theoretische Kategorie Selbst Erfahrungs-, Deutungs- und Handlungsinstanzen in sozialen Prozessen identifiziert werden. Zum anderen entwickelt das Projekt mit seiner Fragestellung nach Strukturen von Ausdruck, Erfahrung und Deutung des Selbst eine eigene theorie-reflexive Konzeption der Medialität. Dabei sollen diejenigen Strukturen herausgearbeitet werden, die als Erfahrungshorizonte auf einer leiblichen, intersubjektiven und handlungslogi-schen Ebene Konstitutionsbedingungen für ein individuelles Selbst bedeutsam für Differen-zierung, Integration und Transformation seiner Identität sind.

Über eine grundlagentheoretische Untersuchung dieser Strukturen sollen so Beschreibungs- und Verstehenskategorien für den qualitativ-empirischen Nachvollzug der Dynamik von Bil-dungs-, Sozialisations- und Erziehungsprozessen entwickelt und so mit dem Selbstbegriff eine Reflexionsinstanz für Anwendung, Kritik und Erweiterungsmöglichkeiten deren Theorien aufgezeigt werden.

Projektbeteiligte:
  • Dr. Alexander Aßmann, Institut für Erziehungswissenschaft
  • Prof. Dr. Eva Borst, Institut für Erziehungswissenschaft
  • Prof. Dr. Stephan Grätzel, Philosophisches Seminar
  • Dr. Annette Hilt, Philosophisches Seminar