Hauptvorträge

Univ. Prof. Dr. Urs Granacher
Universität Potsdam
"Die Bedeutung von Krafttraining im langfristigen Leistungsaufbau"
Zur Person:Urs Granacher
Urs Granacher ist Universitätsprofessor und Leiter der Abteilung "Trainings- und Bewegungswissenschaft" an der Universität Potsdam. An der Universität Freiburg studierte er Sportwissenschaft und absolvierte sowohl seine Promotion als auch seine Habilitation im Bereich Trainings- und Bewegungswissenschaft.
Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Training der konditionellen Fähigkeiten mit besonderem Fokus auf dem Krafttraining im Nachwuchssport. Aktuell ist er beteiligt am interdisziplinären Forschungsprojekt "KINGS", das Krafttraining im Nachwuchsleistungssport untersucht und durch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft gefördert wird.
Weitere Arbeitsschwerpunkte seiner Forschungstätigkeit liegen in der Entwicklung gezielter Interventionen zur Verbesserung der Balance und muskulärer Fitness, zur Steigerung motorischer Leistung und zur Reduktion und Vermeidung von Verletzungen.
Urs Granacher ist Mitglied von fünf Editorial Boards, inklusive Sports Medicine.
Zum Vortrag:
Die Entwicklung der Muskelkraft durch gezielte Krafttrainingsmaßnahmen ist während der Etappen des langfristigen Leistungsaufbaus sowohl für die Leistungsoptimierung als auch die Verletzungsprävention von Nachwuchsathleten von großer Bedeutung. Im Vortrag werden a) etablierte Modelle zur inhaltlichen Gestaltung des langfristigen Leistungsaufbaus unter Be-rücksichtigung des biologischen Reifegrads vorgestellt, b) die Wirkungen von Krafttraining mit Nachwuchsathleten beschrieben sowie c) Hinweise für die Trainingspraxis präsentiert.
Personal Details:
Urs Granacher is full professor and head of the Division of Training and Movement Sciences, Research Focus Cognition Sciences at the University of Potsdam, Germany. He graduated in Sports Science and received his PhD and habilitation (post-doctoral thesis) in Training and Movement Sciences at the University of Freiburg, Germany.
His research priorities fall in the fields of strength and conditioning with a specific focus on strength training in youth athletes. Dr. Granacher is currently principal investigator of an interdisciplinary research project on “Strength Training in Youth Athletes” funded by the German Federal Institute of Sport Science (http://www.uni-potsdam.de/kraftprojekt/english.php).
Additional key components of his research constitute the development of targeted interventions to enhance measures of balance and muscular fitness, to improve motor performance, and to reduce injuries in different sport disciplines (e.g., soccer, judo, handball). Dr. Granacher is member of five editorial boards including Sports Medicine.
Presentation Details:
The development of muscle force by means of targeted strength training during long-term performance building is of major importance for both preventing injuries and optimizing performance. The presentation discusses a) established models for long-term performance building taking the biological degree of maturity into consideration, b) the effects of strength training for youth athletes and c) advices for training.

 

Prof. Dr. Stephen Seiler
University of Agder, Norway
Zur Person:
Stephen Seiler ist Professor für Sportwissenschaft und Vizerektor an der Fakultät für Gesundheit und Sport an der Universität Agder in Norwegen. Er hat mehr als 100 wissenschaftliche Artikel publiziert, unter anderem mit einem Schwerpunkt auf physiologische Adaptationen durch Training und hier insbesondere mit Fokus auf die Wechselwirkung von Umfang und Intensität im Ausdauersport. Er hat besonderes Interesse daran, angewandte Forschung zu betreiben und somit evidenzbasierte Empfehlungen für die Sportpraxis abzuleiten. Dr. Seiler ist aktuell Exekutivmitglied im European College of Sport Science (ECSS) und ehemaliger Forschungsberater des Sorlandet Regional Hospital und der Norwegian Olympic Federation. Weiterhin ist er Mitglied der PASTA Forschungsgruppe (Physical Activity, Sport, Training, and Adaptation) der UiA und Mitglied des American College of Sports Medicine (ACSM).
Zum Vortrag:
Dosis-Wirkungs Charakteristika im Ausdauertraining für hoch trainierte Athleten
Ausdauertraining bewirkt sowohl akute als auch chronische Veränderungen im Körper und im Gehirn und kann über ein Dosis-Wirkungs-Modell betrachtet werden, das positive ebenso wie negative Auswirkungen berücksichtigt. Dieses Modell ist besonders wichtig für Spitzensportler, weil deren hohe Trainingsumfänge - die für eine optimale Adaption notwendig sind - automatisch mit hohen Risiken negativer Effekte behaftet sind. Im Vortrag werden 3 Forschungsbereiche thematisiert: 1) Die Rolle der Verteilung von Intensität für die Optimierung von Training, 2) die Manipulation der Planung von High Intensity Interval Training um Stress/Adaption zu bewirken und 3) aktuelle Forschung zum Konzept der Periodisierung und die Auswirkung von Trainingszyklisierung auf die allgemeine Adaption.
Personal Details:
Stephen Seiler is a Professor in sport science and vice rector at the Faculty of Health and Sport, University of Agder (UiA, Norway). He has published more than 100 scientific papers which focus among others on physiological adaptations to training, particularly with regard to intensity and duration interactions for optimal adaptation an performance within endurance disciplines, and perceptual responses to exercise. He has specific interest in conducting applied research and providing evidence-based recommendations for sports practice. Dr. Seiler currently is an Executive Board Member of the European College of Sport Science (ECSS) and past research consultant to Sorlandet Regional Hospital and the Norwegian Olympic Federation. Furthermore, he is a member of PASTA research group (Physical Activity, Sport, Training, and Adaptation) at UiA and a fellow American College of Sports Medicine (ACSM).
Presentation Details:
Dose-response characteristics in endurance training for highly trained athletes
Endurance training stimulates both acute and chronic changes in the body and brain, and can be studied using a classic dose-response framework that incorporates both positive effects, and negative or “toxic effects”.  This framework is particularly important for high performance athletes, because the high training loads necessary for optimal adaptation and performance success are also associated with high risk of “toxic” side effects.  In my lecture, I will discuss 3 research topics of particular interest in this context:
1) the role of intensity distribution in the optimization of training, 2) the manipulation of the high intensity interval training prescription to manage stress/adaptation, and 3) recent research on the concept of periodization and the impact of training cycle sequencing on overall adaptation.

 

Assoc. Prof. Dr. Magni Mohr
University of Faroe Islands and University of Gothenburg, Sweden
Zur Person:
Magni Mohr ist Professor an der Universität der Faröer Inseln sowie an der Universität Göteborg in Schweden. Zuvor arbeitete er an den Universitäten in Kopenhagen und Exeter. Er ist 43 Jahre alt und ein weltweit führender Experte im Fußball. Er hat mehr als 90 Forschungsartikel geschrieben, von denen sich 70 mit der physischen Analyse von Spielen, Training und Messen im Fußball beschäftigen. Weiterhin sind muskuläre Anpassungen und Ermüdung durch intensives Training zentrale Themen seiner Arbeit. Darüber hinaus hat er vier Bücher verfasst, wovon die beiden aktuellsten (Fitness Testing in Football, 2012 and Individual Training in Football, 2014) in der Trainerausbildung in der ganzen Welt eingesetzt werden. Er war Spitzenfußballer und -trainer, hat unter anderem in der Spielanalyse für den AC Juventus Turin (1999-2003) und als wissenschaftlicher Berater für den Chelsea FC (2008-2011) gearbeitet. Er ist FIFA instructor und lehrt in Pro Diploma Coaching Kursen auf der ganzen Welt.
Zum Vortrag:
Fitness Training in den Sportspielen – von der Wissenschaft zur praktischen Anwendung
Das Aktivitätsprofil in den Sportspielen ist geprägt von vielen hochintensiven Sprint-Belastungen, die durch Phasen mit niedriger Intensität unterbrochen werden. Dadruch werden bestimmte Fertigkeiten benötigt, die eine schnellkräftige Aktivierung ermöglicht und dabei koordinativ anspruchsvoll sind. Physiologische Messungen wie Blutwerte und Muskeluntersuchungen während der Spiele haben gezeigt, dass sowohl die aerobische als auch die anaerobische Energiebereitstellung in diesem Kontext stark beansprucht werden. Ebenfalls wurde gezeigt, dass die Ermüdung während des Wettkampfes zunimmt, vor allem gegen Spielende. Diese beiden Arten der Ermüdung stehen in Zusammenhang mit unterschiedlichen physiologischen Systemen und weisen sehr unterschiedliche Erholungsmechanismen auf. Beispielsweise liegen der kurzfristigen Ermüdung, die während des Spiels mehrfach auftritt andere Mechanismen zu Grunde als dies bei der generellen Ermüdung gegen Ende des Spiels der Fall ist. Dieser Erkenntnis sollte Konditionstraining in den Sportspielen Rechnung tragen.
Personal Details:
Magni Mohr is Associate Professor at the University of Faroe Islands and University of Gothenburg, Sweden. He has formerly worked at the University of Copenhagen, Denmark and University of Exeter, UK. He is 43 years old and is a world leading expert in football science. He has authored more than 90 original research articles, of which 70 deal with physical match analyses, training and testing in football, as well as muscle metabolism and fatigue development during intense exercise and its link to muscular adaptations to training. He has also written four books, of which two latest (Fitness Testing in Football, 2012 and Individual Training in Football, 2014) are used in football coaching courses all around the world. He is a former elite football player and coach, and has for example worked as match analyst for AC Juventus (1999-2003) and scientific consultant for Chelsea FC (2008-2011). He is a FIFA Instructor and teaches on Pro Diploma coaching courses all over the world. Es liegt eine klare wissenschaftliche Evidenz vor, die belegt, dass hochintensives Sprinttraining ein effizientes Trainingsmittel für die Regenerationsfähigkeit in den Sportspielen darstellt. Darüberhinaus sind die konditionellen Anforderungen in den Sportspielen sehr individuell, da abhängig von Spielpositionen, Ermüdungszuständen etc. Aus diesem Grunde ist ein stärker individualisiertes Training auch und gerade in den Sportspielen zu fordern.
Presentation Details:
Fitness Training in Team Sport – from science to practical execution
The activity pattern in team sports is highly intermittent and is characterised by repeated sprints and high intensity running bouts, which are interspersed with low intensity exercise intervals. Moreover, discrete skills demanding a high rate of force development and great coordination abilities are performed in conjunction with the high intensity running intervals. Physiological measurements such as blood and muscle samples obtained during games have shown that both the aerobic and anaerobic energy systems are highly utilised in team sport match-play. Fatigue has also been demonstrated to develop temporarily during the most intense periods of team sport games, as well as towards the end of a game. These two types of fatigue are associated with different physiological systems and display very different recovery kinetics. For example, temporary fatigue is proposed to be caused by muscle acidification and depolarization of the muscle resting membrane potential. Temporary fatigue has a fast recovery and occurs several times during a game. In contrast, fatigue at the end of a game may associate with depleted muscle glycogen stores in individual muscle fibres or in specific muscle cell compartments, as well as muscle damage and inflammation and has been shown to have a long-lasting recovery.  Thus, fitness training in team sports should therefore aim at upregulating physiological systems that counteract these two main types of fatigue development in team sports. Strong scientific evidence show that especially aerobic high-intensity training and speed-endurance training are efficient fatigue resistance training strategies in elite team sports. These two types of high intensity intermittent training protocols have been shown to improve a wide range of physiological systems directly or indirectly related to both endurance and high-intensity exercise performance in trained athletes. Thus, elite team sport athletes should prioritise training at high exercise intensities in order to improve fatigue resistance. In addition, large individual variations in game demands, fatigue profiles and physical capacity are present in team sports, which suggests a greater emphasis on individual fitness training. The individualised training should be organised in a player-specific manner and should involve technical and tactical elements of importance for the individual player.