Purim-Spiel

Le-Haman, Ein Frankfurter Purim-Spiel

Edition, Kommentar und Analyse

 

Prof. Dr. Andreas Lehnardt (Judaistik)

Prof. Dr. Friedemann Kreuder (Theaterwissenschaft)

gefördert durch den Forschungsfond der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und die Fritz Thyssen-Stiftung

Das Projekt verfolgt das Ziel, eine in der Martinus-Bibliothek, Wissenschaftliche Diözesan-Bibliothek Mainz, befindliche Handschrift eines Purim-Spiels aus dem Jahre 1751 zu edieren. Als Purim-Spiel bezeichnet man eine dramatische Widergabe des biblischen Ester-Buches. Eine im Jahre 1932 beabsichtigte Veröffentlichung des Manuskripts ist nicht durchgeführt worden. Das Stück wurde in Frankfurt zur Aufführung gebracht, doch dann verboten. Das Manuskript fand sich im Nachlass von J. F. G. Schlosser, einem Freund J. W. von Goethes. Frühneuzeitliche Purim-Spiele lehnten sich oft an das nicht-jüdische Fastnachtsspiel an. Aus theaterwissenschaftlicher Sicht ist die Handschrift ein erstklassiges Dokument zur Erhellung weitgehend unerforschter Formen nicht-mimetisch-referentiellen Theaters im Frankfurt des genannten Zeitraums. Die jüdischen Varianten dieser populären Form von Theater sind jedoch gänzlich unerforscht. Ihre Aufarbeitung dürfte zur Re-Lektüre der bestehenden Theatergeschichtsschreibung auf „Werkleistungsbasis“ in der gegenwärtigen Theaterwissenschaft beitragen. Hinsichtlich des damit einhergehenden Neu-Denkens theaterhistorischer „Genealogien“ (Foucault) sind insbesondere von der Erforschung und Einordnung der Figur des Mordechai, der schändliche Reden in seinem Munde führt und Gebete parodiert, viel versprechende Ergebnisse zu erwarten.

 

Koenigin_Ester_und_Haman_am_Galgen_ausgeschnitten_Kopie

Tzena u-rena, Sulzbach 1799 (Königin Ester und Haman am Galgen)

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